Die 10 ungewöhnlichsten Schöpfungsmythen

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Die Entstehung des Universums begann vor etwa 13,8 Milliarden Jahren mit dem Urknall, einem Ereignis, bei dem sich aus einem dichten und unendlich kleinen Punkt, genannt Singularität Raum, Zeit und Materie bildeten

In den ersten Sekundenbruchteilen dehnte sich das Universum rasant aus und abgekühlte Materie begann sich zu formen. Die ersten Sterne und Galaxien bildeten sich einige hundert Millionen Jahre später.

Unser Sonnensystem inklusive entstand erst vor etwa 4,6 Milliarden Jahren aus einer Wolke aus Gas und Staub. Vor etwa 3,8 Milliarden Jahren dann entstanden die erste Lebensformen auf der Erde.

So lautet der Schöpfungsmythos unseres aufgeklärten Zeitalters, der auf den ersten Blick ohne Gott auskommt. Es gibt aber auch interessantere Schöpfungsgeschichten. Hier sind die ungewöhnlichsten Schöpfungsmythen der Welt:

6. Der Schöpfungsmythos der Christen

Eva überlegt, ob sie den Apfel essen soll

Den meisten bekannt ist sicher die christliche Schöpfungsgeschichte, ein vergleichsweise „moderne Schöpfungsmythos“ der mit nur einem Gott auskommt:

In sechs Tagen erschuf Gott aus dem Chaos das Universum, beginnend mit Tag und Nacht, dann Himmel, Land und Meer, Sonne, Sterne und Mond, Vögel und Fische sowie Tiere und schließlich den Menschen. Nachdem er alles erschaffen hatte, ruhte Gott am siebten Tag.

Der erste Mann, Adam, wurde von Gott aus Lehm erschaffen und dann wurde ihm eine Gefährtin, Eva, aus seiner Rippe gemacht. Gott gab Adam und Eva den Garten Eden, wo sie leben sollten, aber sie wurden von der Schlange verführt und Eva aß verbotenerweise den Apfel vom Baum der Erkenntnis, was sie aus dem Garten vertrieb.

5. Die Schöpfungsgeschichte der Aborigines

Die Vorfahren erscheinen in der Form von Geister-Tieren

Der ungewöhnliche Schöpfungsmythos der Aborigines hat es auf den 5. Platz geschafft:

In der Traumzeit, ganz zu Beginn, erschufen und formten die Vorfahren die Welt. Sie schufen den Himmel und Flüsse, Felse und Oasen. Sie erschufen auch Pflanzen, Tiere und die Menschen. Sie erschufen die Regeln, nach denen die Natur funktioniert und nach denen die Menschen leben sollten. Und sie zeigten den Menschen die heiligen Orte, an denen die Menschen zu ihnen, den Vorfahren, beten sollten.

Manchen erscheinen die Vorfahren als geisterhafte Tiere, manche sehen sie als riesige Schlangen, anderer wiederum als Wondjina, Wolken- und Regengeister.

So richtig hat die Traumzeit nie aufgehört. Wenn die Menschen an den heiligen Orten die Vorfahren anrufen und die vorgeschriebenen Rituale und Zeremonien durchführen, erschaffen sie eine Verbindung zu den Vorfahren, und diese werden in den Menschen lebendig

4. Die Schöpfungsgeschichte der Chinesen

Das kosmische Ei

Am Anfang war alles eine Urmasse. Diese floss in einem Zeitraum von 18.000 Jahren zu einem kosmischen Ei zusammen. Aus dem Ei entschlüpfte dann der Protogott Pangu. Die eine Eierschale, das düstere Yin wurde zur Erde. Die andere, das klare Yang, zum Himmel.

Die nächsten 18.000 Jahre verbrachte Pangu damit, den Himmel und die Erde auseinanderzudrücken. Dabei wurde Pangu selbst Tag für Tag stärker und wuchs zu einem Riesen heran. In machen Versionen der chinesischen Mythologie wird Pangu bei der titanischen Aufgabe den Himmel in die Höhe zu drücken von den 4 Bestien unterstützt: der schwarzen Schildkröte, dem Qilin, dem Phönix und dem Drachen.

Nachdem die Tat vollbracht ist, opfert sich Pangu: Aus seinem Atem wurde der Wind, Nebel und Wolken. Seine Stimme wurde Donner. Sein linkes Auge die Sonne. Sein rechtes Auge der Mond. Aus seinem Kopf wurden die Berge, sein Blut wurden die Flüsse, seine Muskeln wurden fruchtbares Land. Aus seiner Gesichtsbehaarung wurde die Sterne und die Milchstraße. Sein Fell, das er trug, wurde zu Büschen und Wäldern. Seine Knochen wurden wertvolle Mineralien, sein Knochenmark zu kostbaren Juwelen. Sein Schweiß war der Regen und aus dem Flöhen in seinem Fell wurden Tiere und Menschen.

3. Die Schöpfungsgeschichte der Insel Timor

Das Krokodil verwandelt sich in Land

Mit einem putzigen Schöpfungsmythos, in dem ein Riesenkrokodil eine tragende Rolle spielt und der sich nur auf die Insel Timor bezieht, kommt der Timoresische Schöpfungsmythos auf den 3. Platz:

In einer Zeit vor unserer Zeit findet ein Junge ein schwaches Krokodilbaby und hilft ihm, ins Meer zu kommen. Das Krokodil ist sehr dankbar und verspricht, dem Jungen zu helfen, wenn er auf Reisen gehen will. Jahre später erinnert ruft der Junge das Krokodil und er ruft es dreimal und es trägt ihn auf vielen Reisen auf seinem Rücken. Das Krokodil fühlt jedoch weiterhin den Drang, den Jungen zu fressen, denn es ist ein Krokodil. Es fragt andere Tiere um Rat: Wal, den Tiger, den Wasserbüffel. Sie sagen: Du darfst den Jungen nicht fressen. Schließlich fragt es den weisen Affen, der das Krokodil verflucht. Das Krokodil schämt sich und entscheidet sich, den Jungen nicht zu fressen und geht weiterhin mit ihm Reisen. Schließlich als das Krokodil sehr alt war, sagt es dem Jungen: Ich werde bald sterben. Aber mein Körper wird ein neues Land bilden, für dich und deine Nachkommen.

So wurde aus dem riesigen Krokodil die Insel Timor, de heute noch die Form eines Krokodils hat.

2. Die Schöpfungsgeschichte des antiken Griechenland

Aphrodite entsteigt dem Meer

Die griechische Schöpfungsmythologie ist eine einzige Familientragödie mit vielen Geburten, Mord und Verrat:

Am Anfang war das Chaos. Es gebiert die weiteren Urgötter: Gaia, die Erde. Tartaos, die Unterwelt. Eros, die Erotik. Erebos, die Finsternis und Nyx, die Nacht.

Gaia gebiert dann mit Eros ihren Sohn Uranos, den Himmel und seine Geschwister Ourea, die Berge und Pontos, das Meer.

Mit dem Uranos gebiert sie dann die Titanen, die Kyklopen und die Hekatoncheiren. Die Titanen sind riesenhafte Götter, die Kyklopen einäugige Riesen und die Hekatoncheiren sind drei Riesen, von denen jeder 50 Köpfe und 100 Hände hat.

Doch Uranos hatte eine Abneigung gegen diese seine Kinder und schob sie zurück in den Schoß ihrer Mutter. Gaia war darüber sehr unglücklich und bat ihre Kinder um Hilfe. Einer der Titanen mit den Namen Kronos entmannt nun Uranos mit einer Sichel und wirft seine Geschlechtsteile ins Meer. Aus dem Blut, dass aus dem abgetrennten Glied fließt, werden Giganten, die Erinnyen und die melischen Nymphen. Aus dem Samen, der heraustropft, entsteht Aphrodite, die Göttin der Schönheit. Durch die Entmannung ihres Vaters werden die Titanen nun zur herrschenden Göttergeneration.

Der Titan Prometheus formte nach dem Ebenbild der Götter die Menschen. Er gab ihnen auch gute wie böse Eigenschaften.

1. Die nordische Schöpfungsgeschichte der Wikinger / Nordgermanen

Ymir mit seiner Gefährtin Audhumbla

Blutig ist der Schöpfungsmythos der nordischen Mythologie. Aber da er auch ungeahnt fantasievoll ist und eine Riesenkuh eine Rolle spielt, ist die nordische Schöpfungsmythologie auf den ersten Platz gelandet:

Inmitten der Dunkelheit treffen die Eismassen aus dem Norden und die Feuerströme aus dem Süden zusammen. Wo diese beiden Urmächte aufeinandertrafen, entstand der Urriese Ymir. Dieses erstes Lebewesen der Welt stösst bei seiner Suche auf die Kuh Audhumbla. Er ernährt sich von ihrer Milch und aus seinen seinem Schweiß und seinen Füßen erwachsen ihm Kinder: Das Geschlecht der Riesen entsteht

Die Kuh Audhumbla ihrerseits leckt aus dem Eis Buri frei, den ersten Gott. Von diesem entstammen die Götter des Geschlechts der Asen, darunter die drei Brüder Odin, Vili und Vé. Diese töten dann den Riesen Ymir und formen aus seinem Fleisch die Erde, aus seinem Blut das Meer, aus seinen Knochen die Berge, aus seinem Schädel der Himmel und aus seinen Augenbrauen die Wälle Asgards, dem Wohnsitz der Götter.

Dann schufen die drei Götter-Bruder aus dem Holz zweier Baumstämme, die sie am Strand fanden, die ersten Menschen: Ask und Embla

Weitere interessante Schöpfungsmythen

Neben der bisher vorgestellten 6 Schöpfungsgeschichten ist auch die Schöpfungsgeschichte des Islam interessant, unter anderem weil sie grosse Ähnlichkeiten mit dem Schöpfungsmythos d

es Christentum aufweist: Auch hier erschafft Gott die Welt in 6 Tagen, formt einen Adam aus Lehm und Wasser, schafft aus seiner Rippe die islamische Eva und setzt die beiden ins Paradies. Gott verlangt nun, dass alle Engel sich vor seiner Schöpfung verbeugen, doch der gefallene Engel Iblis verweigert dies. Er überredet auch Adam und Eva von der Frucht der Erkenntnisse zu essen, woraus sie aus dem Paradies vertrieben werden.

Als einer der ältesten Schöpfungsmythen gilt die 5000 Jahre alte Schöpfungsgeschichte der Sumerer: Am Anfang war nur Nammu, das Meer und eine Urgöttin. Sie erschuf das Land (die Erdgöttin Uras) und den Himmel (Himmelsgott An). Gemeinsam zeugten sie viele weitere Götter wie den Kriegsgott Nergal und die Mondgöttin Nana. Die Menschen wurden im Schöpfungsmythos der Sumerer von den Göttern geschaffen, um ihnen zu Diensten zu sein und um ihnen Arbeit abzunehmen.

Ein weiterer faszinierender und zugleich der älteste monotheistische Schöpfungsmythos ist der Zoroastrismus. Die zentralen Lehren des Zoroastrismus beinhalten den Glauben an einen einzigen allmächtigen Gott, Ahura Mazda, der gegenüber seinem Gegenspieler, dem bösen Geist Ahriman, steht. Der Zoroastrismus betont die Dualität von Gut und Böse sowie die Bedeutung von Moral und Ethik im täglichen Leben. Sowohl das Christentum/Judentum als auch der Islam haben dieses Konzept von Gut und Böse übernommen