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Die 10 grössten Hotels aus aller Welt

Das erste Hotel der Welt war angeblich das Grand Hotel in London, welches gegen Ende des 18. Jahrhunderts eröffnet wurde.

Allerdings gab es bereits im alten Rom, Gasthäuser die den Zweck erfüllten, die heute ein Hotel erfüllt: Unterkunft und Essen über die Nacht für den Reisenden, sowie einen Stall und Futter für die Pferde.

Eine relative neue Entwicklung ist allerdings das Hotel speziell für Touristen. Diese Hotels gehören heutzutage zu den grössten Hotels weltweit, wie wir in der Top 10 sehen werden.

Zum Thema Grösse noch: Wie definiert man die Grösse eines Hotels? Eine Möglichkeit wäre die Höhe des Hotelturms oder die Fläche. In der Liste der grössten Hotels der Welt geht es aber um die Anzahl der Zimmer.

Auch findet man in der Top 10 der Grössten Hotels aus Welt natürlich die grössten Hotels überhaupt auf den vorderen Plätzen, aber auch regionale Champions sind dort vertreten. Etwa das grösste Hotel Deutschlands, welches aber nicht mit der internationalen Konkurrenz mithalten kann.

10. Das grösste Hotel Deutschlands

Das Estrel in Berlin mit 1125 Zimmern

Seit der Einweihung im Jahr 1995 ist der langgezogene Komplex mit 1125 Zimmern Deutschlands grösstes Hotel. Eine Erweiterung, ein 176 Meter hoher Hotelturm mit Platz für über 500 weitere Zimmer ist bereits im Bau. 2024, bei der Fertigstellung wird der Tower zugleich Berlins höchster Wolkenkratzer sein. Weltweit jedoch schafft es Deutschlands größte Hotel nicht mal in die Top 30

  • Zum Gebäudekomplex gehören mehrere Veranstaltungsräume mit Platz für insgesamt 15.000 Personen
  • Die Präsidenten-Suite erstreckt sich über das komplette 17. Stockwerk und verfügt über 3 Bäder sowie eine Küche
  • Rund 700 Mitarbeiter sorgen für das Wohl der Gäste

Anmerkung:

In manchen Listen (auch in der deutschen Wikipedia) werden die Hotels im Europa Park Rust (zusammengezählt) als das grösste Hotel Deutschlands gewertet. Hier handelt es sich aber eher um 6 einzelne Hotels, die erstens voneinander entfernt liegen und zweitens sehr verschiedenartige Architekturen aufweisen.

9. Das Grösste Hotel EU (theoretisch)

Das Rin Grand Hotel in Bukarest

Das grösste Hotel der EU mit (theoretisch) 1.459 Zimmern steht überraschenderweise in Bukarest (Rumänien). Der 2008 fertiggestellte Bau mit seinen 15 Stockwerken befindet sich etwa 6 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt an einer Ausfallstraße in einem Gewerbegebiet

  • Das Rin Grand wurde anlässlich des 20. NATO-Gipfels in Bukarest gebaut
  • die meisten Zimmer werden aktuell als Wohnungen verwendet, sodass für Gäste nur knapp 500 Zimmer zur Verfügung stehen

8. Das grösste Hotel Skandinaviens

Gothia Towers in Göteborg

Der Hotelkomplex in Göteborg (Schweden) besteht aus 3 Türmen, welche mit einem Sky-Gangway miteinander verbunden sind. Mit 1200 Zimmern sind die Gothia Towers das grösste skandinavische Hotel und genaugenommen sogar das derzeit grösste Hotel der EU (siehe 8. Platz)

  • Der 2014 fertiggestellte dritte Turm ist mit einer Höhe von 100 Metern zugleich das 6. höchste Gebäude von Schweden
  • Besonders luxuriös ist das „Upper House“ des mittleren Turms. Es beinhaltet ein 5-Sterne-Hotel, ein preisgekröntes Restaurant und ein exklusives 3-stöckiges Spa

7. Das grösste Hotel Japans

Links im Vordergrund der Main Tower mit 1700 Zimmern

Mit 3600 Zimmern ist das Shinagawa Prince Hotel das größte Hotel Tokios und auch von ganz Japan. Weltweit nimmt es einen Platz in den Top 20 an. Der aus 4 Hotelgebäuden bestehende Komplex ist verkehrsgünstig direkt an der Shinagawa Station verlegen

  • In der Shinagawa Station verkehren sowohl Tokios U-Bahnen als auch die Shinkansen-Züge zu anderen japanischen Großstädten
  • Dennoch ist das Viertel eher ruhig, etwas abseits von Tokios lebendiger Innenstadt
  • Die Qualität der Zimmer variiert stark, je nachdem in welchem Gebäude man übernachtet
Die 4 Gebäude des Komplexes. Das kleine runde Gebäude direkt neben dem Main Tower ist aber ein Kino

6. Das grösste Hotel der Südsee

Mit seinen 3.805 Zimmern ist der Hotelkomplex Atlantis Paradise Island auf Honolulu das grösste Hotel der Südsee. Die drei mächtigen Hotelgebäude liegen inmitten eines Wasser-Vergnügungsparks mit langen Rutschen, Aquarien etc.

5. Das grösste Hotel des Kommunismus

Der Doppelblock Gamma-Delta des Izmailovo Hotel

Das Izmailovo Hotel wurde für die Olympiade 1980 erbaut. Mit seinen 4 dreißigstöckigen Blöcken mit insgesamt 5000 Zimmern war es damals das grösste Hotel weltweit. Heutzutage ist es immer noch in Betrieb, wurde aber von anderen Hotels überholt, sodass es heute weltweit den 6. Platz belegt

4. Das grösste arabische Hotel (4. grösste der Welt)

Das Abraj Al Bait, auch bekannt als Clock Towers in der Saudi-Arabischen Stadt Mekka ist mit 6000 Zimmern das größte Hotel der arabischen Welt und das 4. Grösste weltweit. Der aus insgesamt 7 Türmen bestehende Komplex beinhaltet neben den Hotelzimmern auch normale Wohnungen

  • Das Abraj Al Bait dient in erster Linie der Unterbringung der Pilger
  • Mit einer Höhe von 601 Metern ist der Clock Tower zugleich das höchste Gebäude Saudi-Arabiens
  • Baukosten betrugen rund 15 Milliarden $

Die Uhr des Haupt-Turms

  • von einer deutschen Firma gefertigt
  • größte Uhr der Welt
  • man kann von 8 Kilometern Entfernung die Zeit ablesen
  • Erleuchtet von 2 Millionen LED
  • Der Minutenzeiger ist 23 Meter lang und innen begehbar

3. Das drittgrösste Hotel der Welt

Das MGM Grand in Las Vegas

Das drittgrösste Hotel der Welt, das MGM Grand mit 6852 Zimmer besticht durch seine Hässlichkeit. Als es 1993 eröffnet wurde, war es sogar das größte Hotel der Welt. Heutzutage aber nicht mal mehr das Größte von Las Vegas

2. Das grösste Hotel der USA (2.Grösste der Welt)

Das Venetian in Las Vegas, vorne rechts ein Nachbau des Markus-Turms

Zum Venetian-Palazzo-Komplex in Las Vegas (USA) gehört das 145 Meter hohe Venetian, sowie das angrenzende Palazzo-Resort mit zusammen 7128 Zimmern. Damit ist der Komplex das grösste Hotel Amerikas und das zweitgrösste der Welt

  • Die Architektur des Ressorts soll an das italienische Venedig erinnern
  • Zum Komplex gehören ein Kongresszentrum, mehrere Show-Theater, unzählige Restaurants und natürlich ein riesiges Casino
  • 2021 wechselte die gesamte Anlage für 6,25 Milliarden $ den Besitzer, den grössten Teil davon machte allerdings das Grundstück aus

1. Das grösste Hotel der Welt

Das First World Hotel in Genting (Malaysia)

Seit 2015 ein Erweiterungsbau fertiggestellt wurde, ist der Komplex, der aus zwei riesigen Bauten besteht, mit 7351 Zimmern das größte Hotel der Welt

  • Rund 4000 Gäste checken täglich ein an den vollautomatischen 32 Check-In-Automaten
  • Rund um das Hotel befindet sich die ebenfalls knallbunte First World Plaza mit einem Einkaufszentrum, Gastronomie, Kasino und vieler weiterer Attraktionen
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Deutschland Geschichte Persönlichkeiten

Die Top 10 der wichtigsten deutschen Könige aller Zeiten

Wer war der erste deutsche König?

Um die Frage nach dem wichtigsten deutschen König zu erklären, ist es wichtig zu wissen: Wer war der erste? Für Deutschland ist dies besonders schwierig, denn gibt kein festes Datum bekannt an dem ein „Reich der Deutschen“ gegründet wurde, sondern es war ein Prozess, der über Jahrhunderte ging.

Vom Untergang Westroms bis zum HRR

Nach und schon während des Zusammenbruch des Weströmischen Reiches bildete sich eine Reihe von kleineren germanischen Stammesstaaten auf dessen Gebiet. Sie hatten Anführer, die sich häufig König nannten. Keinesfalls kann man hier aber von „dem deutschen König“ sprechen, denn es waren Stammesherrscher und befehligten nur über ein kleines Gebiet.

Das Karolingerreich

Erst im späten 8. Jahrhundert gab es in Europa mit den Karolingern eine Herrscherfamilie, die wieder ein größeres zusammenhängendes Gebiet im Herzen Europas unter seine Kontrolle bekam. Der bekannteste Spross dieser Herrscherfamilie war Karl der Große. Eine sprechen hier von einem deutschen König, bzw. dem Stammvater der deutschen Könige. Doch auch die Franzosen bezeichnen Charlesmagne als den ersten französischen König

Denn unter den Karolinger waren, unwissenschaftlich gesagt, Frankreich und Deutschland noch vereint unter einer gemeinsamen Herrschaft. Das Karolingerreich erstreckte sich sowohl über das Gebiet des heutigen Deutschlands als auch über Frankreich. Nach dem Untergang der Karolinger spaltete sich ihr Reich in 3 Teile: Darunter das West-Frankenreich, das sich zu Frankreich entwickelte, und das Östliche Frankenreich, dass sich zum Heiligen Römischen Reich (HRR) transformierte

Heiliges Römisches Reich (Deutscher Nation)

Das HRR, das im Spätmittelalter den Zusatz „Deutscher Nation“ erhielt, sollte an den Glanz des vor Jahrhunderten vergangenen Römischen Reiches erinnern. Seine Herrscher, die deutschen Könige, nannten sich selbst auch Römische Kaiser (Historiker sprechen heute von Deutsch-Römischen Kaisern). Die Unterschiede waren aber erheblich: Das HRR hatte nur die Ausdehnung des heutigen Deutschland inklusive der kleineren Länder außen rum, dazu kamen noch als nicht-deutschsprachige Gebiete Norditalien und das Königreich Burgund. Das HRR hatte auch nur etwa 10% der Einwohner des Römischen Reiches Es war kein zentralisiertes Imperium, sondern eher ein Bündnis aus diversen Fürstentümern und kleineren Königreichen. Die Kaiser des HRR waren in Gegensatz zu den römischen Imperatoren keine als Halbgötter verehrten Gewaltherrscher mit nahezu unbegrenzter Macht, sondern eher „Politiker“, die ständig zwischen den mächtigen Kurfürsten und dem Papst hin und her lavierten und nicht mal eine eigene kaiserliche Armee hatten

König oder Kaiser?

Deutscher König und Deutsch-Römischer Kaiser (HRR) waren zwei verschiedene Posten. Zum Deutschen König wurde man gewählt von den Kurfürsten, zum Kaiser wurde man gesalbt vom Papst in Rom (gegen eine kleine Gefälligkeit versteht sich). In den meisten Fällen wurde der deutsche König nach einigen Jahren aber auch zum Kaiser des HRR ernannt.

Nun aber zu der Liste der wichtigsten deutschen Könige und Kaiser aller Zeiten

10. Wilhelm II. (Deutsches Kaiserreich)

Als letzter deutscher Kaiser markierte Wilhelm II. einen Wendepunkt der deutschen Geschichte. Nachdem im Angesicht der drohenden Niederlage im 1. Weltkrieg in Deutschland während der Novemberrevolution die Republik ausgerufen wurde, floh der Kaiser ins Exil nach Holland. Damit war sowohl das deutsche Kaisertum als auch das Deutsche Kaiserreich Geschichte

HausHohenzollern
König von Preussen1888 bis 1918
Deutscher Kaiser 1888 bis 1918
Unterschrift
Stammwappen des Hauses Hohenzollern

Aufstieg zum Kaiser

Da sein Vater Friedrich II. als Kaiser und preußischer König nur 99 Tage im Amt blieb, bevor er an Kehlkopfkrebs starb, wurde Wilhelm II. am 15. Juni 1888 im Alter von 29 Jahren zum Nachfolger gekrönt. Als Deutscher Kaiser ist er nun automatisch auch oberster Kriegsherr

Seine Rolle als Kaiser

Wilhelm II. galt bis zum Ersten Weltkrieg als Reisekaiser. 200 Tage im Jahr ist er unterwegs. Aber nicht wie seine Vorgänger im HRR, die von Pfalz zu Pfalz reisten, um auf diese Weise ihre Gefolgsleute enger an sich zu binden, sondern er verlustierte sich auf Kreuzfahrten.

Als „Medienkaiser“ stellt er sich gerne den Kameras und den damals wie heute handzahmen Fragen der Presse und präsentiert neue fesche Uniformen. Er hält auch gerne vor begeisterten Publikum spontane Reden, die aus heutiger Sicht nationalistisch und militärisch wirken

Die Schuld Wilhelms II. am 1. Weltkrieg

Die Schuldfrage ist umstritten. Auch wenn sich Wilhelm II. als Hauptschuldiger auf deutscher Seite anbietet, gilt es zu bedenken, dass er kein absolutistischer Herrscher war. Auch andere Organe wie das Reichsministerium und der Reichstag unterstützen die deutsche Kriegserklärung. Während des Kriegs übernehmen zunehmend Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und General Erich Ludendorff die Planung. Der Kaiser wird zum Grußaugust degradiert, der an der Front aufmunternde Reden hält und Orden an verdienstvolle Kämpfer verteilt, aber am Kartentisch nichts mehr zu Suchen hat.

Sturz des letzten deutschen Kaiser

Im Kieler Matrosenaufstand im Herbst 1918 weigert sich die Besatzung der Kriegsflotte in eine aussichtslose erscheinende Schlacht gegen die Royal Navy in See zu stechen. Die revolutionäre Stimmung greift auf das ganze Land über und entwickelt sich zur Novemberrevolution: Die Republik wird ausgerufen, das Kaiserreich existiert nicht mehr. Der ehemalige Kaiser flüchtet auf Schloss Doorn in Holland. Dort verbringt er 23 Jahre bis zu seinem Tod im Juni 1941.

9. Franz II.

Franz der II. steht für das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das immerhin vom frühen Mittelalter bis zur Neuzeit Bestand hatte (also knapp 1000 Jahre) und damit die bis zum heutigen Tage mit Abstand die langlebigste deutsche Entität ist

HausHabsburg-Lothringen
Kaiser HRR5.Juli 1792 – 6. August 1806
König von Ungarn, Kroatien und Böhmen1. März 1792 – 2. März 1835
Unterschrift
Der Doppeladler des Hauses Habsburg-Lothringen

Das Ende des Heiligen Römischen Reiches

Am August 1806 legte Franz II. die Kaiserkrone nieder und erklärte das HRR für erloschen. Damit war er der letzte Deutsch-Römische Kaiser der Geschichte. Der Hintergrund: Das HRR hatte in den Jahrzehnten zuvor rapide an Bedeutung verloren. Das lag hauptsächlich an der übermächtigen Stellung Frankreichs unter Napoleon. Die meisten deutschen Länder waren dem Rheinbund beigetreten, eine Konföderation, die von Frankreich bestimmt wurde. Nicht beigetreten waren das immer mächtiger werdende Königreich Preußen und das Kaisertum Österreich

Österreich und die Deutsche Länder gehen getrennte Wege

Die Regierungszeit Franz II. markiert auch das Ende des Bundes zwischen Österreich und den Deutschen Ländern. Jahrhundertelang war Österreich als Ostmarkt fester Bestandteil. Nun nennt es sich Kaisertum Österreich. Der erste österreichische Kaiser ist Franz I., formerly known als Franz II., Kaiser des HRR

8. Friedrich der Schöne

Der Regierungszeit Friedrichs stand ein Ereignis bevor, welches im Römischen Reich nicht unüblich war, aber im Heiligen Römischen Reich selten war: Es gab gegen einen Konkurrenten eine Schlacht um die Macht

FamilieHabsburger
Herzog von Österreich und der Steiermark1303 – 1330
Deutscher König1314 – 1330

Die bemerkenswerte Königswahl 1314

Nach dem Tod des Vorgängers Heinrich VII. konnten sich die Kurfürsten bei der Königswahl im Jahr 1314 nicht auf einen König einigen. Denn sie waren in 2 Lager gespalten: Das eine für Ludwig den Bayern, das andere für den Habsburger Friedrich. Die „Goldene Bulle“, ein Gesetzeswerk, welches die Wahl des Königs genau regelte, sollte erst Jahrzehnte später in Kraft treten. So wurden 2 Könige gewählt: Ludwig der Bayer auf der linken Mainseite und Friedrich (den Beinamen der Schöne erhielt er erst im 16. Jahrhundert) auf der rechten.

Die Krönung Friedrich zum König erfolgte durch den Kölner Erzbischof in Bonn, während Ludwig im traditionellen Ort Aachen zum König gekrönt wurde. Dafür hatte Friedrich die originalen Reichsinsignien und Ludwig erhielt nur Duplikate.

Schlacht bei Mühldorf

Nach Jahren kleinerer Scharmützel, drängte Friedrich der Schöne auf eine militärische Entscheidung und das obwohl Ludwig als der bessere Feldheer galt.

Die Truppen Friedrichs und seiner Verbündeten betrugen 1400 Ritter und 5000 Kämpfer, darunter viele Söldner aus dem Osten. Sie marschierten von Westen her auf Schlachtfeld nahe dem Städtchen Mühldorf in Oberbayern zu. Ludwig führte, von Osten kommend 1800 Ritter, 4000 Kämpfer zu Fuß, sowie eine unbekannte Zahl Bogenschützen in die Schlacht. Die blutige Schlacht entschied Ludwig für sich, Friedrich wurde gefangengenommen und landete im Kerker von Burg Dornberg

Das weitere Schicksal Friedrich des Schönen

Doch die Verbündeten Friedrichs liessen keine Ruhe und so musste Ludwig, um das Reich nicht zu spalten, Friedrich freilassen und ihn offiziell zum Mitkönig erklären. Doch als Ludwig 1928 in Rom zum Kaiser gesalbt wurde, ein Titel der Friedrich verwehrt blieb, war endgültig klar, dass Ludwig der Bayer der bestimmende König war. Dann trafen Friedrich mit den Tod seiner Bruders und seiner Frau zwei Schicksalsschläge und er selbst starb mit erst 41 Jahren im Winter 1330 auf Burg Gutenstein. Sein Beerdigung verlief ohne Prunk. So war Friedrich der Schöne eher ein König der traurigen Gestalt, aber immerhin hat er es in die Liste der wichtigsten deutschen Könige geschafft.

7. Friedrich der Grosse (Preussen)

Eigentlich hat Friedrich II. auch bekannt als „Friedrich der Große“ nichts in dieser Liste der wichtigsten Deutschen Könige und Kaiser zu suchen. Denn Friedrich II. war niemals König der Deutschen und erst recht kein Kaiser, sondern nur König von Preußen und das auch noch selbsternannt. Doch er machte Preußen zur Großmacht und ordnete so die politische Landschaft Europas neu und legte den Grundstein für das Deutsche Kaiserreich als Nachfolger des HRR, dass zu Fritzens Zeit schon in den letzten Zügen lag

FamilieHohenzollern
König in Preussen1740 – 1772
König von Preussen (selbsternannt)1772 – 1786
SpitznameAlter Fritz
Unterschrift

Friedrich II. – Kriegsherr wider Willen?

Obwohl er eher ein schöngeistiger Typ war (seine Interessensgebiete lagen im Bereich Philosoph, Architektur und Querflöte) war er während seiner 25-jährigen Zeit als preußischer König ständig in Kriege verwickelt, die Preussen allesamt gewann. Mit viel Glück wie einige Historiker sagen, aber da fragt im Nachhinein niemand mehr nach

Die preussischen Siege unter Friedrich II.

In 3 militärischen Konflikten (Schlesische Kriege) zwischen 1740 und 1763 im Bündnis mit England gegen Österreich (das sich seinerseits mit Russland und Frankreich verbündet hatte) gewann Preussen überraschend die Herrschaft über Schlesien und die Grafschatz Glatz. Aus der Tatsache, dass sowohl Preussen als auch Österreich ja offiziell noch Teil des HRR waren, lässt sich erkennen, dass es damit zu Ende ging.

1772 leibte sich Preußen große Teile des Königreichs Polen-Litauen ein und vergrößerte dadurch sein Territorium im Osten enorm

Im Bayerischen Erbfolgekrieg zwischen Juli 1778 und Mai 1779 ließ Friedrich II. seine Truppen in Böhmen einmarschieren. Österreich, dass zuvor grössere Teil des Kurfürstentums für sich beansprucht hatte, begnügte sich im Frieden von Teschen (Mai 1779) mit einem relativ kleinen Gebiet, dem sogenannten Innviertel, welches heute noch zu Österreich gehört. Der Bayerischen Erbfolgekrieg ging auch in die Geschichte ein, weil praktisch keine Schlachten stattfanden, da beide Armeen in erster Linie damit beschäftigt waren, sich Essen zu besorgen.

6. Karl der Grosse (Karolingerreich)

Karlsbüste (um 1350)

Von vielen Historikern wird Karl der Grosse nicht als deutscher König/Kaiser angesehen, da zur seiner Zeit weder das HHR, noch das ostfränkische „Vorgängerreich“ existierten. Doch herrschte er auch über die Gebiete, die heute zu Deutschland gehören und die Franken, zu denen sein Geschlecht die Karolinger sich zählten, waren ursprünglich ein germanischer Stamm und so hat er es in die Top-Liste der wichtigsten deutschen König geschafft, wenn auch auch nicht auf einen Spitzenplätz

FamilieKarolinger
König der Franken768 – 814
König der Langobarden774 – 814
Römisch-Deutscher Kaiser800 – 814
Weitere NamenCarolus Magnus, Pater Europae, Charlesmagne
Autogramm KaRoLuS; nur das kleine hier rot eingefärbte v in der Raute (Vollziehungsstrich) stammt eigenhändig von Karl. Der Rest wurde von einem Schreiber vorgefertigt

Das Reich der Franken

Von ihrem Vater Pippin erbten Karl und sein Bruder Karlmann das Reich der Franken. Pippin hatte die Krone zuvor in einem Coup d’État aus dem Händen des alten Merowinger-Königs Childerich gerissen. Nachdem Karlmann bereits mit 20 Jahren überraschend starb, hatte Karl der Grosse die Alleinherrschaft und machte sich daran die Grenzen zu sichern und das Gebiet zu vergrößern. Im Norden Spaniens schlug er die Mauren, in Italien besiegte der die Langobarden und tötete ihren König Desiderius.

Krieg gegen Sachsen

Als wesentlicher widerstandsfähiger erwiesen sich die Sachsen, die damals den Norden des heutigen Deutschland besiedelten. Die Sachsenkriege zogen sich fast 20 blutige Jahre dahin. Im Laufe der Angriffe ließ Karl Gräueltaten wie die Zerstörung der Irminsul (772) und das Blutgericht von Verden (782) verüben.

Erster westeuropäischer Kaiser seit Romulus

Auf dem Höhepunkt herrschte Karl der Grosse über ein Gebiet von den Pyrenäen bis zum Balkan, von der Nordsee bis Rom. Zum ersten Mal seitdem dem Zusammenbruch des weströmischen Reiches vor über 300 Jahren schien es wieder ein grosses, zusammenhängendes Gebiet vereint unter einer Führung zu geben. Folgerichtig liess sich der Frankenkönig im Jahr 800 von Papst Leo III. zum Kaiser krönen. Im Gegenzug sicherte er ihm das Papsttum, denn eine starke Opposition wollte Leo aus Rom vertreiben.

Der Zusammenbruch nach Karls Tod

Das Reich der Franken überlebte seinen Tod (Winter 814, Lungenentzündung) nur etwa 20 Jahre. Ein Zeichen dass es trotz der Versuche wie der Grafschaftsverfassung und einer einheitlichen Währung eigentlich gar kein Reich gab, dem sich auch die Bevölkerung angehörig fühlte. Es war eher ein Konstrukt, zusammengehalten vom Willen seines Herrschers und den Schwertern seiner Soldaten

Im Vertrag von Verdun 843 wurde das Karolingerreich aufgeteilt in 3 Teile: Den Westen erhielt Karl der Kahle. Ludwig der Deutsche den Osten (daraus entwickelte sich das HRR) und Lothar das Mittelreich

5. Leopold I.

Leopold I. gilt als der letzte bedeutende Kaiser des HRR. Danach verlor das Reich rapide an Bedeutung aufgrund der Entwicklung der Habsburgermonarchie und Preußen zu eigenständigen Großmächten, sowie der immer stärker werden Dominanz Frankreichs

FamilieHabsburger
König (HRR)1655 – 1705
Ungarischer König1655 – 1705
König in Böhmen1656 – 1705
König von Kroatien und Slawonien1657 – 1705
Kaiser (HRR)1658 – 1705
SpitznameTürkenpoldl
Unterschrift
Wappen Haus Habsburg

Aufstieg zum Deutschen Kaiser

Für Leopold war zunächst eine Laufbahn als Bischof vorgesehen. Als allerdings 1654 sein älterer Bruder Ferdinand IV. überraschend starb, rückte Leopold I. zum Thronerben auf. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1657 gestaltete sich allerdings der weitere Weg zur Kaiserkrone des HRR als schwierig. Denn die deutschen Kurfürsten waren skeptisch und es gab ernstzunehmende Gegenkandidaten. Erst nach langwierigen Verhandlungen, in denen die Habsburger alle ihre diplomatischen Künste spielen ließen, wurde Leopold I zum deutschen Kaiser gewählt und dann am 1. August 1658 gekrönt.

Wichtiger Sieg gegen das Türkische Heer

Leopold und der Kaiserhof flüchteten zeitig nach Passau als das Heer der Türken im Sommer Sommer 1683 den Belagerungsring um Wien schloss. Doch die Garnison hielt die Stadt, bis die Heere aus den anderen Teilen des Reiches heraneilten und die Osmanen vernichtend schlugen. Anschließend setze das Heer der Habsburger nach und brachten unter der Führung von Prinz Eugen von Savoyen weite Teile des Balkans unter ihre Kontrolle, die zuvor unter türkischer Herrschaft standen. Der eher pazifisch veranlagte Leopold I. konnte sich so als „Retter der Christenheit“ stilisieren

Kampf gegen Frankreich

Nicht nur das Osmanen-Reich, sondern auch das unter dem Sonnenkönig Ludwigs XIV. prosperierende Frankreich war eine Bedrohung für das HRR. Dieser Kampf um die Macht über Europa gipfelte im Spanischen Erbfolgekrieg, der von 1701 bis 1714 tobte und bei dem es darum ging, ob ein Franzose oder ein Habsburger der neue spanische König werden sollte.

4. Friedrich II.

Augustale mit dem Profil Friedrichs II.

Mit 16 wurde der in Reichsitalien (dem damals zum Heiligen Römischen Reich gehörende Teil von Italien) aufgewachsene Friedrich II, von oppositionellen Kurfürsten die mit dem regierenden König Otto IV. nicht einverstanden waren, zum Gegenkaiser ausgerufen. Im Laufe seines Lebens sollte Friedrich II. zu einem der bedeutendsten deutschen Könige werden

FamilieStaufer
König von Sizilien1198 – 1250
Deutscher König1212 – 1218
Deutsch-Römischer Kaiser1220 – 1250
König von Jerusalem1225 – 1250
Hauswappen der Staufer

Aufstieg zum Deutschen König und Kaiser

Mit 4 Jahren wurde Friedrich II. zum König von Sizizilen gekrönt, da sein Vater frühzeitig gestorben war.

Als er 16 war riefen ihn einige deutsche Würdenträger zum Gegenkaiser (alium imperatorum) aus. Der Grund war, dass sie in Opposition zu dem amtierenden deutschen König und Kaiser Otto IV waren. Unterstützt wurden sie dabei vom Papst, der Otto zuvor exkommuniziert hatte

Friedrich II, packte die Gelegenheit beim Schopfe und zog, begleitet nur von kleinen Gefolge nach Norden. Politisch geschickt fand er immer mehr Unterstützer unter den Kurfürsten und wurde am 5. Dezember 1212 in Frankfurt zum neuen König gewählt.

Im April 1220 sorgte er dafür, dass sein 9-jähriger Sohn Heinrich IV. zum Deutschen König gewählt wurde, er selbst zog wieder nach Sizilien und erneuerte dort sein Königreich. Auf dem Weg dorthin krönte ihn der Papst in Rom im Januar 1220 zum Kaiser des HHR

Auch diese Rochade und die Kaiserkrönung war das Ergebnis eines machtpolitische Deals zwischen den zu dieser Zeit starken deutschen Fürsten, den Papst und Friedrich II

Bedeutende Taten des Friedrich II

  • Beendigung des jahrelangen Thronstreites gegen Otto, den Welfen, mit friedlichen Mitteln und damit Einigung des Reiches
  • Konstitutionen von Melfi im Königreich von Sizilien: Weniger Selbstjustiz, weniger kirchliches Recht, weniger Gerichtsbarkeit der Stände, dafür mehr staatliche Autorität nach festgeschriebenen und bekannten Regeln
  • 10-jähriger Friedensvertrag mit Sultan al-Kamil, die Christenheit erhielt Jerusalem dadurch ohne blutigen Kampf

3. Karl V.

Karl der V. war einer der wichtigsten deutschen Könige des späten Mittelalters. Er herrschte über ein riesiges Reich, dass bis nach Amerika reichte. Das lag aber nicht daran, dass das HHR plötzlich enorme Gebietszuwachse hätte, sondern Karl der V. war nebenbei noch König von Spanien war und damit auch Herrscher über die spanischen Kolonien in Südamerika

FamilieHabsburger
Herr der Niederlande
Herzog von Burgund
September 1506 – Oktober 1555
König von SpanienMärz 1516 – Januar 1556
Erzherzog von ÖsterreichJanuar 1519 – April 1521
Deutscher KönigOktober 1520 – August 1556
König von ItalienFebruar 1530 – August 1556
Kaiser (HRR)Februar 1530 – August 1556

Auftstieg zum Deutschen König und Kaiser

Er erbte von seinen Eltern sowohl den Titel des Landesherrn der Burgundischen Niederlande als auch das Erzherzogtum Österreich. Da diese Gebietschaften zum Heiligen Römischen Reich gehörten, kam Karl V. auch als Deutscher Könuig in Frage. Er setzte bei der Königswahl nach harten Machtkampf gegen Franz I durch und wurde am Juni 1519 in Frankfurt am Main zum König gewählt. Dabei spielte die Summe von 851.918 Gulden (entspricht etwa 300 Millionen €), die er an die 7 wahlbrechtigten Kurfürsten zahlte, eine gewichtige Rolle.

Ein Jahr später ernannte ihn Papst Leo X. zum Kaiser

Zivile Errungenschaften

Mit der Constitutio Criminalis Carolina erliess Karl V. das erste deutsche im ganzen Reich geltende Strafgesetzbuch. Darin war akribisch festegelegt, wann die Folter eingestzet werden durfte und ob ein Straftatbestand zu einer Geldbusse oder zu einer Leibesstrafe führte. Auch diverse zulässige Hinrictthngsarten werden in der Carolina behandelt. In vielen Teilen Deutschlands war es bin ins 19. Jahrhundert geltendes Recht.

Das Ende seiner Herrschaft als deutscher König und Kaiser

Im Herbst 1556 schickt er den Kurfürsten des Reiches seine Abdankungsurkudne als Kaiser. Das war einmalig, denn sonst pflegten Kaiser im Amt zur sterben. Sein Nachfolger wurde sein Bruder Ferdinand I, der schon im Jahr 1531 zum Deutschen König gewählt wurde. Dem Titel als spanischer König erhielt hingegen Karls Sohn Phillip. Damit fand die Universalmonarchie (ein Herrscher über die ganze Welt) ein Ende und das HRR verlor an Bedeutung.

2. Friedrich I. (Barbarossa)

Friedrich I. , heute besser bekannt unter seinen Spitznamen Barbarossa ist einer der bekanntesten und wichtigsten deutschen Könige. Unter ihm blühte das Reich kulturell und wirtschaftlich auf. Viele Burgen wurden während dieser Zeit erbaut

FamilieStaufer
RegierungszeitDeutscher König: 1152-1190
Kaiser HRR: 1155-1190
TitelHerzog von Schwaben, Deutscher König, Kaiser HRR
weitere NamenBarbarossa

Aufstieg zum König und Kaiser

Nachdem König Konrad II, ein Onkel von Barbarossa, nach einem komplett misslungen Kreuzzug auch noch an Malaria starb, wurde Friedrich I. von den Fürsten am 4. März 1152 im Alter von 30 Jahren zum neuen König gewählt. Ein Ergebnis geschickter Verhandlungen mit den Fürsten im Vorfeld der Wahl.

Zum Kaiser gesalbt wurde er von Papst Hadrian IV. im Jahr 1155 im Rahmen eines Italien-Feldzuges, denn der Kirchenstaat mit Rom als Haupstadt war zur Zeit Barbarossas schon kein fester Teil des HRR mehr

Niederlagen in Italien, aber Erfolge nördlich der Alpen

In 5 Feldzügen gegen die aufständischen Handels-Städte im Norden Italiens versuchte er den Norden Italiens wieder stärker in das Reich einzubinden, aber scheiterte letztlich. Oberitalien erwies sich als wirtschaftlich und militärisch stärker.

Größere erfolge hatte er im Kerngebiet des Deutsch-Römischen Reiches nördlich der Alpen: Die Wirtschaft blühte, viele neue Burgen wurden erbaut und Städte gegründet. Das Königtum wurde gestärkt, indem sich die Fürsten und Bischöfe per Eid an ihn banden. Es bildete sich das für das Hochmittelalter charakteristische Drei-Stände-System heraus: Die Ritter sorgten für den Schutz, die Mönche beteten für das Seelenheil und die Bauern ernährten alle

Links der Kleriker, in der Mitte der Ritter, rechts der Bauer

Der Tod Barbarossas

Während eines Kreuzzugs, mit dem Ziel Jerusalem, die „heilige Stadt der Christenheit“ dem Sultan Saladin zu entreißen, ertrank Barbarossa am 10. Juni 1190 bei einem Bad im Fluss Saleph (heute Fluss Göksu im Süden der Türkei)

1. Otto I. der Große (Ostfrankenreich)

Auch schon im Ostfrankischen Reich, das als das Vorgängerreich des HRR gilt, war man nicht einfach durch Geburt König, sondern die mächtigen Herzoge und Erzbischöfe mussten zustimmen und bereit sein dem König Gefolge leisten. Daher musste Ottos Vater König Heinrich I. viel diplomatische und politische Vorabreit leisten, um Otto als neuen König des Ostfrnkenreichs durzusetzen

FamilieLiudolfinger
König von Ostfranken2. Juli 936 – 7. Mai 973
König von Italien25. Dezember 961 – 7. Mai 973
Deutsch-Römischer Kaiser2. Februar 962 – 7. Mai 973
weitere Namentotius orbis caput

Familienfehde

Nachdem Otto I. im Sommer 936, nach dem Tod seines Vaters, in der Pfalz Aachen zum neuen König gewählt und gekrönt wurde, war seine Vormachtstellung alles andere als sicher. Denn seine Brüder Thankmar und Heinrich, die leer ausgingen, zogen gegen ihn in den Krieg. Auch sein jüngerer Sohn Liudolf, der nach der Wiederheirat seines Vaters, seine Chancen auf die Thronnachfolge schwinden sieht, kämpfte um die Macht. Doch Otto I. setzte sich in blutigen Schlachten durch. Schließlich kommt es Weihnachten 941 zu einer kitschigen, vorher sorgfältig eingeübten Unterwerfungsszene in der Frankfurter Pfalzkappel: Heinrich und Liudolf fallen barfuss vor ihm auf die Knie, Otto gewährt ihnen weinend Gnade und sie versichern sich gegenseitig ihre Freundschaft. So konnten Heinrich und Liudolf ihr Gesicht wahren, Otto I. aber sitzt nun fest auf dem Thron

Krönung zum Kaiser

Nach einem bedeutenden Sieg 955 auf dem Lechfeld gegen die Maygaren unter ihren Anführern Bulcsú, Lehel und Sur ist Otto I. unbestritten der mächtigste König Europas und er geht den nächsten Schritt. Nach dem Vorbild Karl des Grossen, der durch das ganze Mittelalter und eigentlich bis heute als einer der großen Herrscher gilt, lässt auch er sich in Rom zum Kaiser krönen und zwar im Winter 962 von Papst Johannes (zuvor hatte Otto einen siegreichen Feldzug gegen den oberitalienischen Ursuprator Berengar geführt, welcher den Papst aus Rom vertreiben wollte)

Der Hoftag von Quedlinburg im Frühjahr 973

Dieses mit Prunk gefeierte Osterfest gilt als einer der bedeutendsten politischen und gesellschaftlichen Veranstaltungen des frühen Mittelalters, leider ist uns heute wenig vom Ablauf bekannt. Gesandte aus den benachbarten Königreichen wie Dänemark, Polen, Böhmen, Oberitalien und selbst aus dem fernen Byzanz kommen mit reichen Geschenken, um den mächtigsten Mann Europas Tribut zu zollen. Doch nur 4 Wochen nach diesem Höhepunkt stirbt der Kaiser im Alter von 60 Jahren

Warum gilt Otto der Grosse in dieser Liste als der wichtigste deutsche König?

Ähnlich wie Kaiser Augustus bei den römischen Imperatoren (Top 10 römische Kaiser) erschuf Otto I. eine Art Blaupause für den „idealen König“. Dieser versuchten die deutschen Könige über die nächsten Jahrhunderte hinweg zu folgen: Sich zuerst nördlich der Alpen im Gebiet der germanischen Stämme wie der Schwaben, der Franken und der Sachsen zum König wählen lassen. Sobald dort die Herrschaft einigermaßen gesichert war (am besten noch gekrönt durch einen Sieg gegen Stämme, die von Osten her das Reich bedrohten), folgte ein Feldzug über die Alpen nach Rom. Dort liess man sich zum Kaiser krönen. Dadurch wurde die Legimation des Herrscher erhöht. Man konnte jetzt von einen Herrscher von Gottes Gnaden sprechen (der Papst als Stellvertreter Christi). Zudem wurde der Kaiser auch in den nicht-deutschen Gebieten des HRR (das Königreich Burgund und Oberitalienen) eher als Herrscher anerkannt.

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Bauwerke Technik

Die grössten Atomkraftwerke der Welt – Top 10 Liste

Nachdem im August 1956 Calder Hall in England als erstes kommerziell betriebenes Atomkraftwerk mit einer bescheidenen Leistung von 50 MW ans Netz ging, galt die zivile Nutzung der Kern-Energie als Wundermittel zur Produktion von billigen und umweltfreundlichem Strom in rauen Mengen.

Dieses Bild hat sich inzwischen etwas gewandelt: Es gibt Länder wie Deutschland die sich zu radikalen Abkehr entschieden haben, andere Länder bauen zwar keine neuen AKWs, die bestehenden werden aber noch über Jahrzehnte Strom erzeugen. Wiederum andere Staaten sehen in der Kernenergie eine strahlende Zukunft und bauen mit Milliardenaufwand weitere Reaktor-Blöcke.

Was auch immer die Zukunft bringen wird, im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden überall in der Welt riesige Kernkraftwerke erbaut. Die Top 10 der grössten AKWs der Welt mit der höchsten Leistung findet man hier:

    10. Gravelines (Frankreich)

    Name Centrale nucléaire de Gravelines
    StandortAm Ärmelkanal, im Nordwesten
    Typ Druckwasserreaktor
    Blöcke6
    Installierte Leistung (brutto)6 * 951 MW = 5706 MW
    BetriebsaufnahmeMärz 1980

    Baugeschichte

    Die französische Regierung wählte den Standort nahe Dünkirchen ganz im Nordwesten, weil er nahe an Deutschland und England liegt. Das ist günstig für den Stromexport. Zudem befindet sich dort viel energieintensive Industrie. Schliesslich verwendet das Kernkraftwerk das Wasser der Nordsee zur Kühlung.

    Die Bauarbeiten für den 1. Block begannen Anfang 1975. Im Herbst 1985 ging dann der 6. Block online.

    Besonderheiten

    • Gravelines ist das grösste Atomkraftwerk der EU
    • es war das erste KKW der Welt, welches insgesamt mehr als 1 TWh ins Netz speiste (im September 2010 wurde dieser Meilenstein erreicht)

    9. Grösstes AKW Europa: Saporischschja (Ukraine)

    NameЗапорізька атомна електростанція (ЗАЕС)
    StandortSüd-Ukraine, am Kachowkaer Stausee
    TypDruckwasser
    Blöcke6
    Installierte Leistung (brutto)6 * 1000 MW = 6000 MW
    BetriebsaufnahmeDezember 1984

    Baugeschichte

    Der Entschluss zum Bau datiert zu Zeiten der Sowjetunion aus dem Jahr 1977. Der Baubeginn war im Jahr 1981, die ersten 4. Blöcke gingen zwischen 1984 und 1985 in Betrieb. 1988 erfolgte der Beschluss das Kernkraftwerk auf 6 Blöcke zu erweitern. Im Sommer 1985 schon ging der 5. Block in Betrieb. Die Fertigstellung und die Betriebsaufnahme des 6. Blocks verzögerte sich allerdings aufgrund des Zusammenbruchs der Sowjetunion um rund 10 Jahre. Als er schliesslich im Jahr 1996 in Betrieb ging, war es die erste Betriebsaufnahme eines Reaktors der postsowjetischen Ära und zugleich war Saporischschja damit das leistungsstärkste Atomkraftwerk Europas.

    In sämtlichen 6 Blöcken arbeitet ein Reaktor vom Typ VVER-1000, der in den 1960er Jahren entwickelt wurde.

    Besonderheiten

    Das AKW wurde im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ab dem März 2022 von russischen Truppen besetzt, aber weiterhin von der Ukraine betrieben. Nach Artilleriebeschuss, der zu Schäden und Bränden auf dem Kraftwerksgelände führte, wurde Saporischschja im September 2022 vollständig runtergefahren.

    8. Hanbit (Südkorea)

    NameKernkraftwerk Hanbit
    StandortNordwesten am Gelben Meer
    TypDruckwasser
    Blöcke 6
    Installierte Leistung (brutto)6137 MW
    BetriebsaufnahmeAugust 1986

    Baugeschichte

    Der Baubeginn für Hanbit war im Winter 1981. Die ersten beiden Blöcke sind noch von einem amerikanischen Fabrikat, die neueren 4 sind südkoreanische Eigenentwicklungen

    Besonderheiten

    • Der 3. und 4 Reaktorblock vom Typ OPR-1000 waren die ersten von Südkorea selbst erbauten Reaktorblöcke überhaupt
    • Bei einer Generaluntersuchung nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima stellten die Behörden fest, dass in Hanbit tausende Teile verbaut waren, für welche die Hersteller die vorgeschriebenen Sicherheitszertifikate gefälscht hatten

    7. Hanul

    NameKernkraftwerk Hanul
    StandortÖstliche Küste
    TypDruckwasser
    Blöcke 6
    Installierte Leistung (brutto)6222 MW
    BetriebsaufnahmeSeptember 1988

    Baugeschichte

    Hanul, mit dem Baubeginn im Jahre 1983 ist das neueste und wahrscheinlich letzte der 4 Kernkraftwerke in Südkorea. Zugleich ist es mit der installierten Leistung von 6222 MW das grösste Atomkraftwerk des Landes. Die ersten beiden Blöcke wurde von einem französischen Hersteller erbaut. Der Hintergrund: Zu dieser Zeit, Anfang der 80er, konnte Südkorea noch keine eigenen Reaktoren bauen und es war die Strategie des Landes nicht sämtliche Blöcke von den USA, wie es bei Hanbit der Fall ist, bauen zu lassen.

    Laufender und geplanter Ausbau

    Seit 2012 bzw 2013 werden die Blöcke Shin-Hanul-1 und 2 gebaut mit einem Kostenaufwand von über 6 Milliarden $. Diese neuen Reaktoren sind mit einer Bruttoleistung von jeweils 1400 MW deutlich leistungsstärker als die 6 älteren Reaktor-Blöcke. Bei Shin-Hanul-1 erfolgte bereits die Netzsynchronisation, der Block ist aber noch nicht im operativen Betrieb.

    Weiter in der Zukunft sind noch ein 9. und 10. Block geplant. Als Baubeginn ist das Jahr 2025 angesetzt. Wenn auch dieser Bau abgeschlossen ist und die Blöcke online sind, handelt es sich bei Hanul um das grösste und leistungsstärkstes AKW der Welt

    6.Yangjiang (China)

    NameKernkraftwerk Yangjiang
    StandortSüdosten, am Chinesischen Meer
    TypDruckwasser
    Blöcke6
    Installierte Leistung (brutto)6×1086 MW = 6516 MW
    BetriebsaufnahmeMärz 2014

    Baugeschichte

    Im Jahr 1998 wurde der Standort für das Kraftwerk nahe der Küstenstadt Yangjiang festgelegt. 10 Jahre später begannen die Bauarbeiten im Rahmen des 11. chinesischen 5-Jahresplanes. Im Jahre 2014 gingen dann die ersten beiden Blöcke in Betrieb. Das Kernkraftwerk hat bis zum heutigen Tage über 10 Milliarden $ alleine an Baukosten verschlungen.

    Die Reaktorkerne vom Typ CPR-1000 und ACPR-1000 sind von den Chinesen modifizierte Versionen der französischen 900-MWe-Klasse. Frankreich hat diese bereits in den 70ern entwickelten Reaktoren in eine Reihe von Ländern exportiert

    Besonderheit

    Im März 2020 wurden sämtliche Blöcke heruntergefahren, da die Einläufe für das Kühlwasser mit Shrimps verstopft waren

    5. Tianwan (China)

    NameKernkraftwerk Tianwan
    StandortNordosten, am Gelben Meer
    TypDruckwasser
    Blöcke 6
    Installierte Leistung (brutto)6532 MW
    BetriebsaufnahmeMai 2006

    Baugeschichte

    Es handelt sich um ein chinesisch-russisches Gemeinschaftsprojekt. Die Planungen begannen 1992, der Bau dann im Jahr 1999.

    Die ersten 4 Blöcke sind vom russischen Typ VVER-1000. Der 5. und 6. Reaktor sind vom Typ ACPR-1000, eine chinesische Modifikation der französischen 900-MWe-Klasse

    Ausbau im Gange

    Im Jahre 2021 hat der Bau von weiteren 2 Blöcken begonnen. Die russischen VVER-1200 Reaktoren sollen eine Bruttoleistung von jeweils 1200 MW bringen und 2025/26 online gehen. Wenn der Ausbau abgeschlossen ist, steigt Tianwan zum grössten chinesischen AKW auf

    Störfall

    Im August 2008 brach nach einer Explosion eines Transformators in Block 1 ein Feuer aus. Der Reaktorblock wurde heruntergefahren

    4. Fuqing (China)

    NameKernkraftwerk Fuqing
    StandortXinghua Bay im Südosten
    TypDruckwasser
    Blöcke6
    installierte Leistung (Brutto)6650 MW
    BetriebsaufnahmeNovember 2014

    Baugeschichte

    Die Bauarbeiten für das Kernkraftwerk an der Xinghua Bay im Südosten Chinas begannen im Sommer 2008. Das neue Atomkraftwerk sollte den Kohlendioxid-Austoss deutlich verringern, den bis dahin wurde ein grosser Teil des Stroms für die Industrieregion von Kohlekraftwerken erzeugt.

    Drei chinesische Kraftwerksbetreiber, darunter die China National Nuclear Corporation als grösster Anteilseigner zeichnen für den Bau und Betrieb des Gross-Kraftwerkes verantwortlich.

    Die ersten 4 Blöcke arbeiten mit einem Reaktor vom Typ CPR-1000. Der 5. und 6. Block hingegen, die im Jahr 2021 und 2022 online gingen, haben einen Reaktorkern der weiterentwickelten Baureihe Hualong One (HPR-1000)

    Besonderheit

    Erstmalig ging hier ein Reaktor vom weiterentwickelten Typ Hualong One in den operativen Betrieb

    3. Hongyanhe (China)

    Name红沿河核电站
    StandortNordosten, an der Küste des Gelben Meeres
    TypDruckwasser
    Blöcke 6
    installierte Leistung (Brutto)6 x 1119 MW = 6.714 MW
    BetriebsaufnahmeJuli 2013

    Baugeschichte

    Bereits im Rahmen des 7. Fünfjahresplanes (1984) wurde über ein Kernkraftwerk in der nordöstlichen Provinz Liaoning nachgedacht. Zuerst sollte es mit einem französischen Partner, dann mit einem sowjetischen gebaut werden, da China zu dieser Zeit noch nicht in der Lage war den Bau eines Kernkraftwerkes eigenhändig zu stemmen.

    Doch erst mit dem 11. Fünfjahresplan wurde es konkret: Die Bauarbeiten für den 1. Block begannen im Sommer 2007 als rein chinesischen Projekt. Allerdings wurde für die Blöcke 1-4 ein Reaktor vom Typ CPR-1000 verwendet, für den die französische Gruppe Areva SA Patenrechte hält. Der 5. und 6. Block (2. Bauabschnitt ab dem Jahr 2015) hingegen sind mit der chinesischen „Eigenentwicklung“ ACPR-1000 ausgestattet.

    Besonderheiten

    Hongyanhe ist derzeit noch das grösste chinesische AKW. Da aber kein Ausbau geplant ist, wird es in den nächsten Jahren von Tianwan überholt

    Nahe dem Kernkraftwerk verlaufen die Donggang- und Jinzhou-Bruchlinien. Nach Ansicht von Experten stellen sie allerdings keine Gefahr da, letztmalig kam es vor 50.000 Jahren zu einem grossen Erdbeben.

    2. Grösstes AKW in Betrieb: Bruce (Kanada)

    NameBruce Nuclear Generating Station
    StandortOstufer Lake Huron in Ontario
    TypDruckschwerwasserreaktor
    Blöcke8
    installierte Leistung (Brutto)6738 MW
    BetriebsaufnahmeSeptember 1977

    Baugeschichte

    Die Bauarbeiten zu Bruce A (die ersten 4 Blöcke) begannen bereits im Jahr 1969. Im Frühjahr 1987 ging auch der 8 und letzte Block von Bruce B online. Die Anlage wird vom Wasser des Lake Huron gekühlt, an dessen Ufer sie errichtet wurde. Der Bau mit dem Kosten von etwa 8 Milliarden $ wurde von dem Staatskonzern Crown corporation gestemmt. Im Jahr hat der private Betreiber Bruce Power dann das grösste AKW Kanadas übernommen. Mit über 4000 Leuten ist das AKW der grösste Arbeitgeber der Region

    Die Reaktoren sind kanadische Eigenentwicklungen vom Typ CANDU-Reaktor. Diese Baureihe ist verhältnismäßig unkompliziert zu bauen und zu betreiben und wird deshalb gerne von Entwicklungs- und Schwellenländern verwendet. Entgegen den Absprachen realisierte Indien mit CANDU-Reaktoren sein Kernwaffen-Programm

    Besonderheiten und Wissenswertes

    • Zur Zeit ist Bruce das AKW mit den meisten aktiven Blöcken (das südkoreanische Kori hat eine Zeitlang auch 8 Blöcke in Betrieb, einer wurde aber 2017 abgeschaltet)
    • 56 Kilometer Strasse verlaufen auf dem weiträumig abgesperrten Betriebsgelände von Bruce und verbinden die 25 Gebäude, zu denen eine eigene Feuerwehr, ein Krankenhaus, eine Wäscherei und ein kleiner Dino-Park zählen

    1. Grösstes AKW: Kashiwazaki-Kariwa (Japan)

    NameKashiwazaki Kariwa genshiryoku hatsudensho
    StandortPräfektur Niigata an der Küste
    TypSiedewasserreaktor
    Blöcke7
    installierte Leistung (Brutto)8212 MW
    BetriebsaufnahmeSeptember 1985

    Baugeschichte

    Aus dem Jahr 1969 datiert der Entschluss ein KKW nahe der Kleinstadt Kashiwazaki zu bauen. Ende 1978 begannen die Bauarbeiten am 1. Block. Mit der Betriebsaufnahme von Block 8 überholte Kashiwazaki-Kariwa dann Bruce und war das leistungsstärkste AKW der Welt. Die ersten 3 Reaktoren stammen von Toshiba, der 4. und 5. von Hitachi. Der 6. entstammt einer Kooperation von dem amerikanischen Unternehmen General Electrics und Hitachi und der 7. schliesslich einer Kooperation von General Electrics und Hitachi

    Abschaltung des grössten Atomkraftwerkes der Welt

    Nach einem schweren Erdbeben in der Nähe des Kraftwerkes gingen sämtliche 7 Blöcke in die Notabschaltung. Auch ein Feuer konnte recht schnell gelöscht werden. Die Anlage blieb knapp 2 Jahre komplett abgeschaltet, danach wurden einzelne Blöcke für einen kurzen Zeitraum wieder hochgefahren. Doch in Folge der Fukushima-Katastrophe wurden sie wieder heruntergefahren Seit dem Frühjahr 2012 steht das eigentlich stärkste Kernkraftwerk der Welt daher wieder still

    Besonderheiten

    • Japan verfügt über 17 AKW mit insgesamt 54 Reaktorblöcken. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima wurden alle heruntergefahren. Heute sind nur 6 Blöcke wieder in Betrieb. Der Anteil des AKW-Stroms am gesamt erzeugten Stroms sank von 30% auf unter 1%
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    Tiere

    Die 10 Ungewöhnlichsten Meeresbewohner

    Seltsam aussehende, für uns Menschen sehr fremdartige Tiere mit außergewöhnlichen Verhaltensweisen gibt es auch an Land, aber gerade im Meer hat die Evolution merkwürdige Tiere, die wir teilweise nicht mal als Tiere erkennen, hervorgebracht.

    Lerne die seltsamste und gruseligsten Meeresbewohner näher kennen mit dieser Ranking-Liste

    10. Die ungewöhnlichste Seegurke

    Die Seegurke an sich ist ja bereits ein höchst ungewöhnliches Tier: Die bis zu 3 Meter langen Tiere kriechen mithilfe ihrer Ambulacrafüsschen sehr langsam über den Meeresgrund und fressen dabei Algen und Kleinst-Tierchen, die dort ihren Lebensraum haben. Ein etwas verstörendes Detail: Die Seegurke atmet durch den Enddarm, wo auch die Ausscheidungen stattfinden.

    Die ungewöhnlichste Seegurke

    Als die außergewöhnlichsten Seegurke wurde für diese Top 10 Liste der seltsamen Meeresbewohner die Holothuria nigralutea auserkoren: Der Grund ist die auffällige Färbung dieser Art. Manche erinnert sie eher an eine leicht vergammelte Banane, für andere sieht sie wie eine Schoko-Vanille-Hörnchen aus.

    9. Der Weihnachtsbaumwurm

    farbenfroh

    Auch der Weihnachtswurmbaum ist keine Pflanze, sondern ein ungewöhnliches Tier, genauer gesagt ein Wurm, wie ja auch der Name schon andeutet. Der eigentliche etwa 10 Zentimeter lange Wurm aus der Art der Kalkröhrenwürmer ist nicht zu sehen, denn er hat sich eine Loch in den Untergrund (oft siedelt er auf Steinkorallen) gefräst und verbleibt dort Zeit seines Lebens.

    Die Bäumchen

    Die beiden sichtbaren „Bäumchen“ sind die sogenannten Tentakel-Kronen des Wurmes. Sie dienen zum einen als Kiemen. Zum anderen filtrieren sie das Plankton aus dem Meerwasser, mit dem das merkwürdige Wesen sich ernährt.

    Mit seinem ulkigen Aussehen und seiner originellen Lebensweise hat es der Weihnachtsbaumwurm auf den 9. Platz in der Rangliste der ungewöhnlichsten Meeresbewohner geschafft

    8. Sonnenblumen-Seestern

    Sonnenblumen-Seestern frisst toten Fisch

    Viele Seesternarten weisen nur 5 Arme auf. Als eine ungewöhnliche Besonderheit verfügt der Sonnenblumen-Seestern aus der Ordnung der Zangensterne über 16 bis 24 Arme. Darüber hinaus gehört Pycnopodia helianthoides zu den größten Seesternarten überhaupt: Ein Arm kann bis zu 40 Zentimeter lang werden. Der gesamte Durchmesser des Meeresbewohners beträgt bis zu 1 Meter und das maximale Gewicht erreicht 5 Kilo.

    Schnellster Seestern

    Trotz seines hohes Gewichtes sollte man sich nicht leichtfertig in Sicherheit wiegen. Das Raubtier erreicht die (für Seesterne) enorme Geschwindigkeit von 1 Meter pro Minute und schnappt sich so andere langsamere Meeresbewohner wie Muscheln, Seegurken, Schnecken und andere Seesterne. Auch Aas lässt sich der Vielfraß munden. Ist die Beute sehr groß, verfügt Pycnopodia helianthoides über die beneidenswerte Fähigkeit seinen Magen auszustülpen und die Beute so außerhalb des eigentlichen Körpers zu verdauen (Extraintestinalen Verdauung)

    Jagen und gejagt werden

    Auf der anderen Seite ist der Sonnenblumen-Seestern selbst ein Beutetier von noch gefährlicheren Raubfischen, Monsterkrabben und Sonnensternen (eine weitere Seesternart, etwas gleich gross, aber sehr aggressiv und räuberisch). Um sich vor diesen Fressfeinden zu schützen, saugt sich der Sonnenblumen-Sternen mit tausenden Füßchen an Felsen fest. Versucht man ihn mit Gewalt wegzuziehen, reißt der Seestern auseinander, da er mit enormer Kraft am Untergrund haftet. Den Verlust des einen oder anderen Ärmchens kann Pycnopodia helianthoides aber gut verkraften, denn sie wachsen nach.

    7. Zwerg-Seepferdchen 

    Das Seepferdchen knotet sich mit dem Schwanz an der Koralle fest und weist ein „versteinertes“ Aussehen auf

    Hippocampus bargibanti ist ein besonders ungewöhnliche Seepferdchen-Art, wobei die zu den Knochenfische zählende Seepferchen ja schon aussergewöhnliche Tiere sind.

    Auf deutsch nennt sich Hippocampus bargibanti Zwerg-Seepferdchen. Der Grund liegt in der kleinen Grössen von nur 2 Zentimetern.

    Noch ungewöhnlicher ist allerdings das Aussehen und die Lebensweise diesen kleinen Wesens. Es lebt ausschliesslich mit anderen Artgenossen in kleinen Gruppen direkt an Korallenriffen im westlichen Pazifik. Sie verhaken sich mit dem Schwanz fest an der Koralle um nicht von der um die Koralle herrschenden starken Strömumg mitgerissen werden

    Koralliges Aussehen

    Im Laufe der Zeitalter hat Hippocampus bargibanti selbst das Aussehen der Koralle angenommen: Ihr Körper ist bedeckt mit rötlichen Tuberkeln, welche der Polypen der Koralle ähneln. Jungtiere haben zunäscht ein bräunliches Aussehen. Nach und Nach verfärben sich dann genau in den Farbton der Koralle, auf der sie siedeln

    6. Nackt-Kiemer

    Nacktkiemer der Art Nembrotha kubaryana werden bis zu 12 Zentimeter gross

    Bei den Nacktkiemern handelt es sich um Meer lebende Nacktschnecken, die jedoch einige Besonderheiten entwickelt haben, welche sie auf die Rangliste der seltsamsten Meeresbewohner gebracht hat.

    Zum einen sind sie sicher die farbenfrohesten Schnecken. Die auffällige Färbung kann der Tarnung dienen (blau und grüne Töne) oder auch der Abschreckung.

    Tatsächlich verfügen die Nacktkiemer, die im Lauf der Evolution ihr schützendes Haus vollständig verloren haben, über wirkungsvolle Abwehrmittel. Einige Arten produzieren ätzende Substanzen, andere ernähren sich sich von giftigen Tieren (giftigen Schwämmen oder Nesseltieren). Das Gift, dass ihnen selbst nicht anhaben kann, speichern sie dann zur Abwehr in der Haut.

    Goniobranchus kuniei ernährt sich von Schwämmen

    Die über 3000 Nacktkiemer-Arten haben sich über die Meere der ganzen Welt ausgebreitet. Die räuberischen Schnecken kriechen im Flachwasser am Grund entlang und machen sie über ihre Beute her. Das sind in der Regel sessile Tiere wie Schwämme, Manteltiere oder Koralle. Einige Arten ernähren sich jedoch auch von Aas oder fressen ihre Artgenossen.

    Die grössten Nacktkiemer-Arten erreichen eine Größe von 60 Zentimetern.

    5. Napoleon-Lippfisch

    Napoleon-Lippfisch zeigt seine Lippen

    Der Napoleon-Lippfisch (Cheilinus undulatus) trägt nicht nur einen komischen Namen, sondern gehört auch zu den seltsamsten Fischen und ungewöhnlichsten Meeresbewohner überhaupt.

    Wie viele andere Arten der Familie der Lippfische überzeugt er den Beobachter durch seine prächtigen Lippen. Auch die papageienbunte, auffällige Färbung mit einem bläulich oder grünlichen Grundton zeichnet ihn aus. Was speziell beim Napoleon-Lippfisch noch zu den außergewöhnlichen Aussehen beiträgt ist der Kopfbuckel.

    Mit vorgestülpten Lippen

    Cheilinus undulatus ist ein Raubfisch und jagt in den Meeren des Indopazifik in geringer Tiefe nach kleinen Fischeln, Muscheln und Krustentiere.

    Gegenüber seinem schlimmsten Feind, dem Menschen verhält er sich leider unvorsichtig. Das führt dazu dass er auf der Liste der stark gefährdeten Tiere besteht. Denn skrupellose Feinschmecker aus Asien zahlen hohe Summen für das Fleisch des Fisches, der bis zu 2 Meter lang und 200 Kilo schwer werden kann

    4. Riesenassel

    Riesenasseln sind nahe Verwandte unserer Kellerasseln. (Auch die Vorfahren der Kellerassel, welche biologisch gesehen ein Krebs ist, lebten ursprünglich im Wasser. Bis zum heutigen Tage bevorzugt die Keller-Assel daher eine kühle, dunkle und feuchte Umgebung)

    Im Gegensatz zur Kellerassel hat sich die Riesenassel die Tiefsee als Lebensraum ausgesucht und ist dort zu gigantischer Größe herangewachsen: Die blass-lilafarbenen Tiere erreichen eine Länge von bis zu 50 Zentimetern und ein Gewicht von knapp 2 Kilo

    Rudi, die Riesenassel will auch dich auffressen. Beachten Sie die hochentwickelten und extrem lichtempfindlichen Augen, die aus 4000 Facetten bestehen.

    Nicht nur ihr alienhaftes Aussehen macht sie zu einem der gruseligsten Meeresbewohner, sondern auch ihr Lebensweise. Sie wandert langsam am Meeresgrund (in bis zu 2000 Meter Tiefe) entlang und vertilgt dabei die Kadaver von herabgesunkenen toten Walen und Kraken. Für Fischer sind sie ein Ärgernis: Gerät eine Riesenassel in ein Fischernetz, frisst sie dort alles auf, was sie nur habhaft werden kann.

    3. Fetzenfisch

    Fetzi, der Fetzenfisch

    Ein ungewöhnlich aussehender Fisch ist Phycodurus eques. Auf deutsch wird er Fetzenfisch genannt, Allerdings trifft es der englische Namen Leafy seadragon (Seedrache aus Blättern) besser.

    Ganz so gross wie ein Drache werden die Fetzenfische nicht, aber die an der australischen Küste lebenden Fische erreichen immerhin eine Grösse zwischen 20 und 24 Zentimetern. Sie ernähren sich von Plankton und kleinen Krebschen.

    Ihren außergewöhnlichen Look haben sie zu Tarnungszwecken, befinden sie sich in der Nähe zu Wasserpflanzen sind sie für Raubfischen kaum zu entdecken. Der Nachteil: Sie sind schlechte Schwimmer und kommen nur langsam voran. Denn die blattartigen Auswüchse dienen nicht der Fortbewegung, sondern tatsächlich ausschließlich der Tarnung. Nur mit den kleinen durchsichtigen Flossen an Brust und am Rücken bewegen sie sich fort.

    Diese ungewöhnliche Laune der Natur hat es auf 3. Platz der seltsamstem Meeresbewohner geschafft

    2. Cotylorhiza tuberculata

    Cotylorhiza tuberculata ist eine appetianregende Qualle in der Form eines Spiegeleis, welches auf einem Art Streuselkuchen sitzt

    Die ungewöhnlich aussehende Qualle gehört zur Ordnung der Wurzelmundqallen. Quallen bestehen aus einer gelartigen Masse und verfügen über einen Schirm (im Falle der Cotylorhiza tuberculata in Spiegelei-Optik) und über Tentakeln, die an diesen Schirm runterhängen. Die Tentakeln dienen zur Fortbewegung und an ihrer Oberfläche sitzen die giftigen Nesselzellen. Diese können Hautreizungen auslösen und im schlimmsten Fall bei einigen Quallenarten zum Herz-Kreislauf-Kollaps führen

    Die im Mittelmeer (aber nicht in Strandnähe) lebende Cotylorhiza tuberculata verfügt allerdings nur über ein schwaches Nesselgift und wäre daher für Menschen bei der Berührung ungefährlich. Das was die Spiegelei-Qualle, die einen Durchmesser von bis zu 40 Zentimetern erreicht, zum außergewöhnlichen Meerestier macht ist also ihr aus den Rahmen fallendes Aussehen.

    1. Der Gehirn-Fisch

    Ein ungewöhnlicher gruselig aussehender Fisch und definitiv einer der ungewöhnlichsten Meeresbewohner ist Macropinna microstoma. Denn als einziges bekanntes Tier verfügt dieser bis zu 15 Zentimeter grosse Fisch über eine „gläserne Schädeldecke“. Dadurch kann man die Hinterseite der Augen und das Gehirn sehen.

    Auch wenn der Fisch unter dem Namen Glaskopf-Fisch bekannt ist, ist es kein Glas, sondern transparente Haut. Der Zweck dieser transparenten Hautschicht ist nicht ganz klar. Eventuell weist sie eine Schutzwirkung gegen eine bestimmte Quallenart auf. Das Schädelinnere ist zusätzlich mit einer klaren, schützenden Flüssigkeit gefüllt

    Der Glaskopf implodiert

    Macropinna microstoma lebt in der Tiefsee vor der kalifornischen Küste. Nur in der Tiefe des Meeres ist er auch lebensfähig, denn holt man ihn an die Oberfläche, kollabiert die durchsichtige Schädeldecke.

    Als „Beweis“ dass der Fisch kein Fake ist, existiert auch dieses Video:

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