Oftmals nimmt man an, dass nur in tropischen Gefilden besonders bunte und prächtige Vögel umherflattern. Doch auch in Deutschland gibt es jede Menge farbenfrohe Arten in freier Wildbahn zu bestaunen – man muss nur etwas genauer hinschauen.
Ob leuchtendes Blau, strahlendes Gelb oder kräftiges Rot: Viele heimische Vögel überraschen mit erstaunlich intensiven Farben, die man auf den ersten Blick gar nicht erwarten würde. Einige von ihnen sind weit verbreitet und regelmäßig im Garten zu sehen, andere eher seltene Gäste, die sich nur mit etwas Glück entdecken lassen.
Hier sind die 10 buntesten Vögel, die wir in Deutschland in Parks, Wäldern, an Bachläufen und Seen und sogar in der Stadt bewundern können.
10. Eichelhäher

Der Eichelhäher ist vielleicht nicht der allerbunteste Vogel Deutschlands und wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar bräunlich, doch wenn man genauer hinschaut, entdeckt man ein farbenfrohes Detail
Mit etwa 34–35 cm ist er deutlich größer als viele Singvögel und gehört zur Familie der Rabenvögel. In ganz Deutschland ist er heimisch und vor allem in Wäldern, Parks und größeren Gärten zu finden. Dort fällt er nicht nur durch sein Aussehen auf, sondern auch durch seine laute, krächzende Stimme.
Warum er es noch in die „buntesten Vögel Deutschlands“ schafft? Ganz einfach: Diese kleinen, intensiv blauen Federfelder sind so auffällig, dass sie den eher schlichten Rest seines Gefieders locker ausgleichen. Ein Vogel, der erst auf den zweiten Blick zeigt, wie farbenfroh er eigentlich ist.
9. Blaukehlchen

Mit einem echten Farb-Highlight überrascht das Blaukehlchen: Beim Männchen leuchtet die Kehle im sogenannten Prachtkleid in intensivem Blau, oft mit einem kleinen weißen oder rostfarbenen Fleck in der Mitte. Dieses besonders auffällige Gefieder zeigt es vor allem in der Brutzeit, um Eindruck zu machen. Damit hat sich das Blaukehlchen immerhin den 9. Platz der „farbenfrohesten Vögel Deutschlands“ gesichert
Im Ruhekleid, also außerhalb der Brutzeit, verschwindet das leuchtende Blau fast komplett. Dann wirkt das Blaukehlchen insgesamt viel unscheinbarer.
Mit etwa 13–14 cm ist es recht klein und lebt bevorzugt in feuchten Gebieten wie Schilfzonen, Mooren oder an Gewässerrändern. In Deutschland ist es zwar heimisch, aber nicht überall häufig zu sehen und hält sich gerne etwas versteckt.
8. Gimpel

Der Gimpel, auch Dompfaff oder Blutfink genannt, ist vielleicht nicht ganz so knallig wie tropische Vögel, aber trotzdem ein echter Farbtupfer in unseren Wäldern und Gärten. Vor allem das Männchen fällt sofort auf: Mit seiner roten Brust, dem schwarzen Köpfchen und dem grauen Rücken sieht er richtig schick aus. Das Weibchen ist etwas dezenter gefärbt, aber genauso elegant.
Mit etwa 15–17 cm ist der Gimpel ungefähr spatzengroß und wirkt durch seinen rundlichen Körper besonders gemütlich. Er gehört zur Familie der Finken und ist damit mit bekannten Arten wie Buchfink oder Grünfink verwandt.
In Deutschland ist er weit verbreitet und fühlt sich vor allem in Wäldern, Parks und Gärten wohl. Oft hört man ihn eher, als dass man ihn sieht – sein leiser, pfeifender Gesang passt perfekt zu seinem ruhigen, unauffälligen Wesen.
7. Goldammer

Die Goldammer ist ein echter „Sonnenschein“ unter den heimischen Vögeln. Besonders das Männchen fällt mit seinem leuchtend gelben Kopf und der gelben Brust sofort auf – dazu kommen braune Streifen am Körper, die ihm ein hübsches Muster geben. So bringt er selbst an trüben Tagen ein bisschen Farbe in die Landschaft.
Mit etwa 16–17 cm ist die Goldammer ungefähr spatzengroß, wirkt aber etwas schlanker. Sie gehört zur Familie der Ammern und ist in Deutschland weit verbreitet. Besonders gerne lebt sie in offenen Landschaften wie Feldern, Wiesen und an Waldrändern.
Oft sitzt sie gut sichtbar auf einem Zaun oder Strauch und singt ihr typisches Lied, das viele als „Wie, wie, wie hab ich dich liiiieb“ beschreiben. Mit etwas Aufmerksamkeit kann man den Vogel des Jahres 1999 fast überall auf dem Land entdecken.
6. Stieglitz

Der Stieglitz, auch Distelfink genannt, gehört definitiv zu den bunteren Vögeln in Deutschland – auch wenn er es in der Top 10 „nur“ auf Platz 6 geschafft hat. Sein Aussehen ist trotzdem ziemlich besonders: das rote Gesicht, der schwarz-weiße Kopf und die gelben Flügelstreifen sorgen für einen schönen Farbmix, der im richtigen Licht richtig zur Geltung kommt.
Mit etwa 12–13 cm ist er eher klein, fällt aber durch diese feinen Farbdetails schnell auf. Er gehört zur Familie der Finken und ist in ganz Deutschland heimisch. Besonders gerne lebt er in offenen Landschaften, Gärten oder auf Wiesen mit vielen Disteln.
Als sogenannter „Teilzieher“ ist es dem Distelfinken in den meisten Regionen Deutschlands auch im Winter warm genug, sodass der ganzjährig bleibt
5. Blaumeise

Die Blaumeise ist ein kleiner, aber richtig hübscher Farbtupfer unter den heimischen Vögeln. Mit ihrem leuchtend blauen Köpfchen, den blauen Flügeln und der gelben Brust bringt sie ordentlich Farbe in Gärten und Parks – so hat sie es ins obere Mittelfeld der buntesten Vögel Deutschlands geschafft hat.
Mit etwa 11–12 cm ist sie ziemlich klein, aber durch ihre lebhaften Farben und ihr quirliges Verhalten fällt sie sofort auf. Die Blaumeise ist in ganz Deutschland heimisch und besonders häufig in Gärten, Parks und Wäldern anzutreffen, wo sie flink von Ast zu Ast hüpft.
Ein interessanter Fakt: Blaumeisen sind Höhlenbrüter und nutzen gerne Nistkästen, wenn sie welche finden. Außerdem können sie im Winter erstaunlich geschickt an Futterstellen hängen und sogar kopfüber fressen.
4. Halsbandsittich

Der Halsbandsittich ist ein exotischer Farbtupfer mitten in deutschen Städten. Mit seinem leuchtend grünen Gefieder, dem roten Schnabel und – beim Männchen – dem auffälligen schwarzen Halsring sieht er fast so aus, als wäre er direkt aus den Tropen eingeflogen.
Mit etwa 40 cm Länge (inklusive langem Schwanz) ist er deutlich größer als viele heimische Vögel und fällt schon durch sein lautes Kreischen schnell auf. Ursprünglich stammt der Halsbandsittich aus Afrika und Südasien, doch in Deutschland (besonders im Rheintal) hat er sich als Neozoon erfolgreich in freier Wildbahn etabliert. Er wurde zunächst vom Menschen eingeführt, aber durch entflogene oder ausgesetzte Tiere und ihre Nachkommen geht man heute von circa 8000 Brutpaaren in Deutschland aus.
Heute kann man ihn vor allem in Städten wie Köln, Düsseldorf oder Heidelberg beobachten, wo er in Parks und an Alleen lebt. In großen, lärmenden Gruppen fliegt er durch die Gegend und sorgt dabei für ein bisschen tropisches Flair mitten in Deutschland.
3. Mandarinente

Die Mandarinente ist ein echter Hingucker unter den Vögeln. Die Männchen sehen fast aus wie aus einem Gemälde – mit ihrem bunten Gefieder in Orange, Grün, Blau und Weiß und den auffälligen „Segelfedern“ am Rücken. Kein Wunder, dass sie oft als einer der schönsten Enten überhaupt gilt und den Beinamen „Glanzente“ trägt
Ursprünglich kommt die Mandarinente aus Ostasien, aber inzwischen fühlt sie sich auch in Deutschland ziemlich wohl. Früher wurde sie hier vor allem in Zoos gehalten, doch einige Enten sind entwischt. Mittlerweile haben sich daraus kleine, stabile Gruppen gebildet, die man heute an Seen, Flüssen oder in Stadtparks entdecken kann. Europaweite gibt es heutzutage sogar 7000 freilebende Brutpaare, die meisten davon in England
2. Eisvögel

Der Eisvogel ist zwar ziemlich klein – etwa spatzengroß mit rund 16–18 cm Länge – fällt aber sofort auf. Sein Gefieder schimmert in leuchtendem Blau und Türkis auf dem Rücken und kräftigem Orange an der Unterseite. Wenn er im Sonnenlicht über das Wasser flitzt, wirkt er fast wie ein kleiner, fliegender Edelstein. So hat er sich den 2. Platz redlich verdient
Man findet den Eisvogel in weiten Teilen Europas, auch in Deutschland ist er heimisch. Besonders wohl fühlt er sich an klaren, langsam fließenden Gewässern wie Bächen und Flüssen mit steilen Ufern, in die er seine Brutröhren gräbt. Trotz seiner auffälligen Farben bekommt man ihn aber gar nicht so leicht zu sehen – meistens fliegt er blitzschnell übers Wasser hinweg und ist schnell verschwunden.
1. Bienenfresser

Der Zugvogel galt in Deutschland in den 1980er Jahren als ausgestorben. Aber ab den 2000er Jahren siedelte er sich aus eigener Kraft wieder an. Zunächst am Kaiserstuhl in Süddeutschland. Heutzutage hat der Bienenfresser sich mit über 6000 Brutpaaren wieder fest in Deutschland etabliert. Grosse Kolonien finden sich inzwischen auch im südlichen Sachsen-Anhalt und im Kraichgau
Mit etwa 25–30 cm Länge und einer Flügelspannweite von 40 cm ist der Bienenfresser recht groß, wirkt aber durch seinen schlanken Körper und die spitzen Flügel besonders elegant. Sein Gefieder ist ein richtiges Kunstwerk: leuchtendes Gelb, Türkis, Grün und ein Hauch von Rotbraun – dazu ein schwarzer Augenstreif, der fast wie eine Sonnenbrille aussieht. Diese Kombination wirkt fast schon exotisch und erinnert eher an tropische Arten als an einen Vogel, den man tatsächlich auch in Deutschland beobachten kann. Dazu kommt seine elegante Erscheinung: die schlanke Form, die spitzen Flügel und sein geschmeidiger Flug. Somit hat sich der Bienenfresser den 1. Platz der buntesten Vögel Deutschlands absolut verdient.
