Die Top 10 der grössten Städte der Geschichte

New York, Rio, Tokio – diese gehören bekanntlich zu den grössten Metropolen heutzutage. Aber was waren die historisch grössten Städte des Altertums, die Metropolen der Antike und die Mega-Cities der Steinzeit?

Topmania zeigt in seiner Top 10 die grössten alten historischen Städte, die jeweils grössten Metropolen im Laufe der Geschichte von der Steinzeit bis zum Ende der Antike und darüberhinaus in die Neuzeit.

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Uruk- Die grösste Stadt der Steinzeit

Grundmauern in der Wüste
Überreste des Weissen Tempels von Uruk

Uruk im Zweistromland wird auch als die Megacity der Steinzeit bezeichnet, denn die Stadt brachte es zu ihrer Blütezeit im Jahre 2900 vor der Zeitenwende immerhin auf 45.000 bis 80.000 Einwohner. Damit würde sie im heutigen Deutschland als Mittelstadt durchgehen, in der Steinzeit aber war Uruk die grösste Stadt der Welt historisch.

Aufstieg: Die erstem Menschen siedelten in Uruk bereits 5000 vor Christi. Das ehemals kleine Nest expandierte im Laufe der Jahrtausende und 3500 v. Chr. war Uruk schliesslich das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Sumerer.

In Uruk wurden auch die ersten schriftlichen Zeugnisse der Menschheit gefunden. Zudem war Uruk die erste Stadt der Geschichte, in der es Monumentalbauten gab. Die erste Großstadt der Menschheit war von künstlich angelegten Kanälen durchzogen, Obstgärten und Dattelpalmen wuchsen dort.

Niedergang: Bis zur 5. Dynastie (2119–2112 v. Chr) unter Herrscher Utu-hengal hatte Uruk auch die Oberherrschaft über Ur, einer weiteren bedeutenden Stadt im Zweistromland. Dann allerdings übernahm Ur-Nammu, der Herrscher von Ur, die Macht in Uruk und fortan war Ur die bestimmende Stadt.

Uruk hielt sich danach noch weitere Jahrtausende mit wechselhaften Schicksal bis sie 400-700 n. Chr endgültig von ihren letzten Einwohnern verlassen wurde.

Bekannte Bauwerke:

  • Zikkurat des Himmelsgottes An (Weisser Tempel)
  • Eanna, der Tempel der Liebes- und Kriegsgöttin Inanna
  • 9 km lange Gilgamesch-Stadtmauer

Ur, die grösste Stadt der Bronzezeit

Grundmuster von Ur
Ur in einer Luftaufnahme von 1927

In den Jahren 2100 bis 1980 v. Chr. während der frühen Bronzezeit war Ur die grösste Stadt der Welt und war vermutlich die erste Stadt der Menschheit mit 100.000 Einwohnern (andere Quellen gehen von 65.000 Einwohnern aus)

Aufstieg: Ur stand lange unter der Kontrolle von Uruk, bis Ur im Jahr 2100 v. Chr unter Ur-Nammu zur wichtigsten Stadt der Sumerer wurde. Die Blütephase hielt auch während der folgenden Herrscher Shulgi, Amar-Sin und Shu-Sin an.

Damals lag Ur direkt am Ufer des Euphrat und war eine prähistorische Hafenstadt. Heute liegen die Ruinen aber in der Wüste (Das Wasser ist im Laufe der Jahrtausende um etwa 3 Meter gesunken). Die Wohnhäuser waren eher klein und hatten oft einen Innenhof. Die Stadt scheint natürlich gewachsen zu sein mit vielen engen Gassen und nicht am „Reißbrett“ geplant worden zu sein.

Der Niedergang: Unter der Herrschaft des unglückseligen Ibbi-Sin eroberte 1940 v. Chr das Reich Elam die stolze Metropole. Die Soldaten Elams verwüsteten die Stadt und plünderten die Tempel. Dank seiner wirtschaftlichen Bedeutung als Hafenstadt konnte Ur sich zwar noch weitere 1500 Jahre über Wasser halten, aber spätestens 500 v. Chr wurde die ehemals grösste Stadt des Altertums von ihren letzten Bewohnern verlassen.

Bekannte Bauwerke:

  • Zikkurat des Mond- und Stadtgottes Nanna (im Foto rechts oben)
  • Königspalast von Ur-Nammu
  • Königsgräber von Ur

Theben, die Metropole des Alten Ägypten

Säulen, alte Mauern
die Reste der alten Königsstadt Theben

Die ägyptische Stadt Theben erlebte ihre Blütezeit während der 18. bis 20. Dynastie im Alten Ägypten. Denn in dem Zeitraum von 1500 v. Chr. bis 1100 v. Chr war Theben mit 100.000 bis 120.000 Einwohnern die grösste alte Stadt der Welt.

Aufstieg: Mit der historisch grössten Stadt Teben ging es seit der 13. Dynastie steil nach oben. Denn seitdem war die schachbrettmusterartig angelegte Stadt wieder die Hauptstadt des Alten Ägypten. Die Pharaonen, die in Theben residierten, bauten die Stadt großzügig mit Monumentalbauten aus. Zugleich war Theben der Hauptkultort und verfügte über die grössten und wichtigsten Nekropolen (Totenstädte)

Niedergang: König Tutenchamun (18. Dynastie) verlegte zwar die Hauptstadt von Theben nach Memphis und Theben verlor seine politische Macht. Davon unbeeindrukt konnte Theben seine Einwohnerzahl noch steigern, die ungefähr im Jahr 1100 v. Chr mit 120.00 ihren Höhepunkt fand. Aber im Jahre 652 v. Chr. plünderten die Assyrer Theben und zerstörten viele Heiligtümer. Davon konnte sich die Stadt nie mehr erholen, auch wenn sie bis in die römische Zeit hinein eine gewisse Bedeutung behielt.

Bekannte Gebäude von Theben:

  • Luxor-Tempel
  • Memnonkolosse
  • Totentempel der Hatschepsut
  • Tal der Königinnen (Nekropole)
  • Deir el-Medina (das Arbeiterviertel von Theben)

Der Stadtstaat Babylon

altes Mauerwerk
Die Ruinen von Babylon auf einem Foto von 1932

Die multikulturelle Metropole hatte zu ihrer Blütezeit in der späten Bronzezeit/ frühen Eisenzeit zwischen 800 v. Chr und 400 v. Chr eine Bevölkerungszahl zwischen 150.000 und 200.000. Damit war Babylon damals die grösste Metropole des Altertums und die erste Stadt der Geschichte mit mehr als 200.000 Einwohnern.

Der Niedergang: Als Alexander der Grosse 331 v. Chr Babylon eroberte, begann der Niedergang Babylons, denn viele Einwohner wurden in die neue Hauptstadt Seleukia verschleppt und Babylon verschwand aus der Geschichtsschreibung. 100 n. Chr fanden Reisende nur noch Ruinen in der Wüste anstelle der ehemals mächtigsten und grössten Metropole der Welt.

Bekannte Bauwerke

  • hängenden Gärten von Babylon (eines der 7 Weltwunder)
  • der Turm von Babel (siehe Bibel Gen 11,1–9 EU) ; es handelte sich dabei um ein Zikkurat mit einer Höhe von fast 100 Metern)
  • die Stadtmauern von Babylon mit dem Ischtar-Tor (gehörte eine Zeitlang zu den 7 Weltwundern)

Karthago

Ruinen vor dem Mittelmeer
Die Ruinen von Karthago

Karthago war vermutlich die erste Stadt der Weltgeschichte, die eine halbe Million Einwohner erreichte. Selbst im heutigen Deutschland würde sie damit als „grosse Grosstadt“ durchgehen. Karthago schaffte dies allerdings bereits im 3. bis 4. Jahrhundert vor Christi.

Und die Hafenstadt Kartahago war damals nicht nur die grösste Stadt der Geschichte, sondern auch die reichste. Der Grund war der Seehandel. Der Stadtstaat Karthago war zu dieser Zeit die bedeutendste Handels- und Seemacht des Mittelmeeres und verfügte über eine mächtige Flotte.

Das Ende: In den drei punischen Kriegen bezwang Rom Karthago in einer großen Kraftanstrengung. Dabei geriet das Römische Reich selbst an den Rand einer Niederlage. Nachdem sie Karthago 146 v. Chr. unter Feldherr Scipio nach härtesten Strassenkämpfen endlich eingenommen hatten, schliffen die Römer die stolze Stadt bis auf die Grundmauern und verkauften die übrig gebliebenen 50.000 Einwohner in die Sklaverei. Zwar bauten die Römer Karthago rund 100 Jahre später als römische Kolonialstadt wieder auf und Colonia Iulia Concordia Carthago (so der neue Name) war mit rund 300.000 Einwohnern einer der wichtigsten Städte des Imperiums, doch sollte Karthago nie mehr den ruhmreichen Glanz vergangener Tage erreichen.

Karthago heute: Heute ist Karthago ein Villenvorort der algerischen Hauptstadt Tunis. Auch der Präsidentenpalast steht dort.

Die grösste Stadt Europas im Mittelalter

Stadtmauern von Konstantinopel
1000 Jahre noch hielten die mächtigen Mauern den Ansturm der Feinde stand

Konstantinopel war im Zeitraum zwischen 500 und 600 nach Christus die grösste Stadt der Spätantike: Nach dem Fall des weströmischen Reiches und der Flucht aus Rom stieg die Einwohnerzahl der Stadt am Bospurus rapide an und erreichte bis zu 600.000 Einwohnern.

Bedeutung: Als Byzanz wurde die Stadt von den Griechen gegründet. Im Jahr 330 des Herrn machte Kaiser Konstantin die Stadt unter seinen Namen zur Residenz- und Hauptstadt des Oströmischen Reiches. Konstantinopel wurde prächtig ausgebaut und gewann enorm an Bedeutung, die sich nach dem Untergang Westroms noch steigerte. Fast 1000 Jahre lang konnte Konstantinopel sich noch als Hauptstadt des Römischen Reiches behaupten, die meiste Zeit davon war sie die grösste und reichste Stadt Europas.

Untergang: Als im Jahr 1453 die Osmanen Konstantinopel endgültig überrannten, war Konstantinopel allerdings durch den ständigen Überlebenskampf und die Pest stark geschwächt. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch etwa 50.000 Einwohnern.

Konstantinopel heute: Heute ist die Stadt als Istanbul wieder ein unumstrittenes wirtschaftliche und kulturelle Zentrum und ist wegen ihrer günstigen Lage ein Knotenpunkt für die internationalen Warenströme. Mit über 12 Millionen Einwohnern gehört sie zu den grössten Metropolen der Welt.

Die (zeitweise) grösste Stadt der Antike

dicke Katze auf antikem Säulenrest
Eine Katze chillt in Alexandria auf einer jahrtausendalten Säule

Neben Rom galt Alexandria immer als die zweitgrößte Stadt des römischen Imperiums. In dem Zeitraum zwischen 200 und 100 vor der Zeitenwende übertrumpfte sie Rom sogar in Sachen Einwohnerzahl und war in diesem Jahren mit 400.000 bis 600.000 Einwohnern die grösste Stadt der Welt. Nach Meinungen des Historikers Modelski erreichte Alexandria 100 v. Chr. sogar die Grenze von einer 1 Millionen Einwohnern und wäre damit die erste Millionenstadt der Geschichte.

Aufstieg: Erst im Jahr 331 v. Chr wurde Alexandria von Alexander den Grossen gegründet und legte einen schnellen Aufstieg zur historisch grössten Stadt der Welt hin. Zugleich war Alexandria zu dieser Zeit das kulturelle und wissenschaftliche Zentrum der Welt.

Weiteres Schicksal: 30 v. Chr. wurde Alexandria von Kaiser Augustus eingenommen und dem Imperium einverleibt. Alexandria blieb zwar mit rund 500.000 Einwohnern einer der grössten Städte der Antike, wurde aber längst von Rom in Sachen Einwohnerzahl und Bedeutung übertrumpft.

Im Laufe der islamischen Expansion eroberten die Araber im Jahr 642 die Stadt. Ein Eroberungsversuch durch den Kreuzzügler Peter I. von Zypern im Jahre 1365 scheiterte und richtete nur noch mehr Schäden in Alexandria ein.

Heute ist Alexandria die wichtigste Hafenstadt Ägyptens und mit über 5 Millionen Einwohnern die zweitgrösste Stadt des Landes.

Bekannte Gebäude:

  • Leuchtturm von Alexandria (einer der 7 Weltwunder)
  • Die Grosse Bibliothek von Alexandria

Die grösste Stadt des Altertums und die erste Stadt mit mehr als einer Millionen Einwohnern.

Panorameblick über Rom
Ein Foto aus dem Jahr 2018 – mit etwas Fantasie lässt sich das imperiale Rom erkennen

Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei Rom um die erste Millionenstadt der Geschichte und damit der grössten Stadt des Altertums. Die meisten Historiker gehen sogar davon aus, dass Rom in seiner besten Zeit zwischen dem Jahr 200 und 300 die Millionenmarke deutlich übersprungen hat und vielleicht 1,1 oder sogar 1,2 Million Einwohner hatte. Umso grösser war aber dann der Absturz.

der Aufstieg: Rom entwickelte sich um 800 v. Chr zur Stadt, als die einzelnen kleinen Siedlungen auf den 7 Hügeln der Stadt zusammenwuchsen. Ab 500 v. Chr begann das Römische Reich massiv zu expandieren und wurde zur mächtigsten und einflussreichsten Zivilisation, die die Welt bisher gesehen hatte. Damit wuchs auch die Hauptstadt Rom und gewann ständig an Einfluss. Zur Kaiserzeit wurde die Millionenmarke übersprungen und die römischen Kaiser bauten ihre Residenzstadt weiter aus, mit bisher nicht gekannten Bauwerken wie dem Kolosseum und den Thermen. Zum einen um die Macht des Imperiums zu demonstrieren, zum anderen um die Bevölkerung von Rom mit „Brot und Spielen“ zufriedenzustellen. Zu dieser Zeit um 300 erreichte Rom auch seinen Höhepunkt was Einwohnerzahl und Bedeutung anbelangt.

der Niedergang: der Fall Roms geschah ebenfalls so rasch und gründlich, wie es davor und auch danach bei keiner Stadt dieser Grösse mehr geschehen ist. Im Jahr 400 hatte Rom noch rund eine Million Einwohner (die Stadt hatte schon etwas an Bedeutung verloren durch den Aufstieg von Konstantinopel und auch die weströmischen Kaiser pflegten nicht mehr in Rom zu residieren). Im Jahr 500 waren es aber nur noch 100.000 Einwohner. In wenigen Jahren hatte Rom 90% oder knapp eine Million Einwohner verloren, die auch nicht wiederkamen. Die Gründe waren Germanen-Plünderungen 410 und 455, zudem wurde Rom ebenfalls durch Germanen von den überlebenswichtigen Getreide-Lieferungen aus Afrika abgeschnitten.

Im Laufe des Mittelalter sank die Einwohnerzahl weiter und erreichte um das Jahr 1300 ihren absoluten Tiefpunkt mit knapp 20.000 Einwohnern. Einige Kleinbauern, die zwischen den übergroßen Ruinen ihrer Vorväter lebten.

Panoramablick auf römische Ruinen
eindrucksvolle Ruinen des antiken Roms

Die grössten Städte der Geschichte nach dem Fall Roms

Nach dem Niedergang des weströmischen Reiches stürzte Europa in das „dunkle Zeitalter“. Auch wenn dieser Begriff heutzutage von vielen Historikern abgelehnt wird, kann man an der Grösse der Städte erkennen, wie heftig der Einbruch gewesen sein musste:

Während in der Antike die grössten Städte 500.000 bis über eine Million Einwohner hatten, gehörten im Frühmittelalter Köln und Mainz mit 20.000 bis 30.000 Einwohner plötzlich zu den Topstädten Europas (eine Ausnahme war Konstantinopel). Nur langsam wuchsen die europäischen Städte im Laufe der Jahrhunderte wieder an und besonders die italienischen Handelsstädte übersprangen im Spätmittelalter wieder die Grenze von 100.000 Einwohnern.

Besser sah es in der Zeit nach dem Niedergang Roms in anderen Teilen der Erde aus: In China wuchs die Stadt Chang’an zu einer Millionenstadt heran. In den Jahren 650 bis ungefähr 800 war die Hauptstadt der Tang-Dynastie die grösste Stadt der Welt.

Während im christlichen Abendland das dunkle Zeitalter herrschte, brach im Orient das „Goldene Zeitalter des Islams“ heran. Das machte sich auch in der Grösse ihrer Städte bemerkbar: Baghdad war vermutlich ab dem Jahr 900 die grösste Stadt der Welt historisch und war nach Rom die zweite Stadt der Welt, die mehr als eine Million Einwohner hatte.

Es sollte aber geschlagene 1400 Jahre dauern, bis nach dem Zerfall des antiken Roms wieder eine europäische Stadt mehr als eine Millionen Einwohner hatte und zwar London Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Einwohnerzahl von London explodierte danach förmlich. London war die erste Stadt der Geschichte, die mehr als 2, 3, 4, 5 und 6 Millionen Einwohner hatte. Insgesamt war die Hauptstadt des Empire von 1825 bis 1914 die grösste Stadt der Welt, bis sie dann von New York eingeholt wurde.

London, während des Viktorianischen Zeitalters die grösste Stadt der Welt

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