Die Top 10 der schlechtesten US-Präsidenten aller Zeiten

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Wie kann man messen wer die schlechtesten und unfähigsten US-Präsidenten von der Unabhängigkeitserklärung bis zum heutigen Tag waren, die dem Land grossen Schaden zufügten?

Gut, dass sogenannte Presidential Rankings in den USA sehr beliebt sind. Dort werden sämtliche bisherigen Präsidenten in eine Rangliste gesetzt. Die Topmania-Liste der Schlechtesten Präsidenten beruht auf dem renommierten Presidential Expert Poll of 2022 des Siena College Research Institute. Experten in den Bereichen Geschichte, Politikwissenschaft und Präsidentschaftsforschung wurden dazu gebeten, die Präsidenten anhand verschiedener Kriterien wie Führungsqualitäten, politische Errungenschaften, Moral und intellektuelle Fähigkeiten zu bewerten. Hier sind die Ergebnisse der Studie im Original verlinkt: https://scri.siena.edu/wp-content/uploads/2022/06/PDF-Ranking-FINAL-REAL.pdf

Nun aber zu den 10 schlechtesten Präsidenten der USA in der Reihenfolge vom 10. schlechtesten bis zum Aller schlechtesten auf Platz 1:

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10. Richard Nixon (Republikaner)

Der 37. US-Präsident Richard Milhous Nixon (20. Januar 1969 – 9. August 1974)

Der sogenannte Watergate-Skandal ist der Hauptgrund für die schlechte Bewertung. Richard Nixon gab den Auftrag in das Hauptquartier der Demokratischen Partei einzubrechen, dort Abhörgeräte zu installieren und Dokumente zu stehlen. Er hoffte so auf kompromittierende Informationen, die ihm bei seiner Wahlkampf zur Wiederwahl 1972 helfen könnten

Nixons grössten Schwächen laut der Studie

  • mangelnde Integrität
  • neigt zu schweren Fehlern

Nixons starke Seiten

  • risikobereit (gilt als wichtiger Plus-Punkt bei US-Präsidenten)
  • Außenpolitik: Entspannungspolitik: Annäherung an China und die Sowjetunion, Ausstieg aus dem Vietnamkrieg

Besonderheiten

  • Nixon war der erste und bisher einzige US-Präsident der frühzeitig zurückgetreten ist (aufgrund des Watergate-Skandals
  • in seiner Amtszeit gelang die erste bemannte Mondlandung der Geschichte mit der Apollo 11 am 20. Juli 1969

Oh, when the President does it, that means that it is not illegal.

Richard Nixon

9. John Tyler (Whigs/Keine)

Der 10. US-Präsident John Tyler (4. April 1841 bis 4. März 1845)

John Tylers grosses Problem war, dass er nicht als US-Präsident akzeptiert wurde. Der Grund: Er wurde nie als Präsident gewählt, sondern war nur der Vize-Präsident. Als sein Vorgänger William Henry Harrison im Amt verstarb, ernannte er sich selbst zum Präsidenten. Heute ist das die anerkannte Regel in einem solchen Fall, aber damals war dieser Move sehr umstritten. Selbst seine eigene Partei, die Whigs, wollten nichts mehr zu tun haben und schlossen ihn aus.

Seine grössten Schwächen

  • schlechtes Verhältnis zum Kongress,
  • schlechter Parteiführer (bzw er hatte gar keine Partei)
  • Diese Punkte führten dazu, dass er kaum Unterstützung hatte, um Gesetze zu erlassen

Seine Stärken

  • Aussenpolitk
  • Glück
  • erhebliche Erweiterung des US-Gebietes durch die Annexion von Texas, Lösung der Oregon-Frage, Handelsverträge mit anderen Nationen, Stärkung der US-Marine

Besonderheiten von Tohn Tyler

  • Tyler war der erste US-Präsident, der nicht in das Amt gewählt wurde
  • 15 Kinder aus seinen beiden Ehen (bis heute Rekord für einen US-Präsidenten
  • Bekam im Alter von 70 seine jüngste Tochter Margaret (1860–1947)

8. Herbert Hoover (Republikaner)

Der 31. US-Präsident Herbert Clark Hoover (4. März 1929 – 4. März 1933)

Hoovers Präsidentschaft fiel mit dem Beginn der Großen Depression zusammen, einer der schwersten wirtschaftlichen Krisen in der Geschichte der USA. Die Menschen litten unter Massenarbeitslosigkeit, , Obdachlosigkeit und Hunger. Hoover blieb passiv und es gelang ihm nicht angemessene Maßnahmen zur Bewältigung der Krise zu ergreifen. Bei den Präsidentschaftswahlen 1932, als er sich zur Wiederwahl stellte, verlor er mit Pauken und Trompeten

Was waren Hoovers grösste Schwächen?

  • schlechte Wirtschaftspolitik
  • Pech
  • keine Risikobereitschaft
  • seine Präsidentschaft fiel gerade mit der Great Depression zusammen, er hoffte, dass die „Wirtschaft sich selbst reguliert“ und zögerte mit entschiedenen Massnahmen

Seine Stärken

  • Intelligenz
  • Background: politische Erfahrung und sass wichtigen Kommissionen vor
  • Ausbau der Infrastruktur, unter anderem der Hoover-Damm

Besonderheiten

  • in den Städten entstanden während der Depression Slums mit Wellblechhütten, diese nannte man im Volksmund „Hoovervilles“

What the country needs is a good big laugh

Herbert Hoover, 1931

7. William Henry Harrison (Whigs)

Der 9. US-Präsident William Henry Harrison (4. März 1841 – 4. April 1841)

Harrison starb an einer Lungenentzündung nachdem er nur 31 Tage im Amt war. Seine kurze Amtszeit machte es unmöglich, bedeutende Entscheidung zu treffen oder eine nachhaltige politische Wirkung zu erzielen.

Seine Schwächen

  • Pech

Seine Stärken

  • Führungspersönlichkeit
  • Integrität

Besonderheiten

  • bis heute der Präsident mit der kürzesten Amtszeit
  • der erste Präsident, der im Amt verstarb
  • der Präsident mit der längsten Amtsantrittsrede: knapp 2 Stunden unter freien Himmel bei einsetzendem Eisregen
  • der bis dato mit 68 Jahren älteste US-Präsident bei Amtsantritt. Heute waren Reagan, Trump und Biden älter

6. Millard Fillmore (Whigs)

Der 13. US-Präsident Millard Fillmore (9. Juli 1850 bis 4. März 1853)

Auch Fillmore war zunächst nur Vize und übernahm das Amt des Präsidenten, als der 12. US-Präsident Zachary Taylor an einer Lebensmittelvergiftung starb. Er wird als schwacher Präsident angesehen, dem es im Vorfeld des Bürgerkriegs nicht gelang die nationale Einheit zu stärken. Im Gegenteil durch die Unterzeichnung des „Bluthundgesetzes“ (Fugitive Slave Act von 1850) verschärfte er die Spaltung zwischen Nord- uns Südstaaten noch.

Seine grössten Schwächen

  • schlechter Background (wenig politische Erfahrung)
  • mangelhafte Parteiführung

Besonderheiten

  • er war der letzte Präsident der Whigs, alle nachfolgenden Präsidenten waren entweder Republikaner oder Demokraten

5. Franklin Pierce (Demokraten)

14. US-Präsident Franklin Pierce (4. März 1853 bis 4. März 1857)

Auch Pierce war einer der Vorbürgerkriegspräsidenten, der nichts tat um den drohenden Krieg abzuwenden, sondern im Gegenteil die Lage noch verschärfte. Es kam während seiner Amtszeit zu ersten größeren gewalttätigen und blutigen Konflikten zwischen den Befürwortern und den Gegnern der Sklavenhaltung (Bleeding Kansas)

Pierce war so unbeliebt, dass ihm seine eigene Partei, die Demokraten, die Kandidatur für die 2. Amtszeit verweigerte

Persönliches

  • er litt während seiner Amtszeit an Depressionen und Alkoholismus, ausgelöst durch den Tod seiner 3 Söhne, die alle jung starben

4. Warren G. Harding (Republikaner)

Der 29. US-Präsident Warren Gamaliel Harding (4. März 1921 bis 2. August 1923)

Harding gilt in den USA als so eine Art Trump des frühen 20. Jahrhunderts. Er hatte kaum politische Erfahrungen als er zum Präsidenten gewählt wurde, sondern ein einflussreicher Zeitungsverleger mit einer Begabung für öffentliche Auftritte. Er war kein integre Persönlichkeit und es kam zu einer Präsidentschaft voller Skandale, Affären und Gerüchte

Allerdings verstarb er nach rund 2 Jahren Amtszeit im Alter von 58 Jahren an einem Schlaganfall

Seine grössten Schwächen laut Siena Studie

  • er schnitt in nahezu allen untersuchten Kategorien sehr schlecht ab, besonders schlecht schnitt er in den Attributen Intelligenz, Integrität und Background ab

Besonderheiten

  • Harding hatte Schuhgrösse 55, bis heute der Präsident mit den grössten Füssen
  • Die Präsidentschaftswahl 1920, bei der Harding gewählt wurde, war die erste Präsidentschaftswahl bei der auch Frauen wählen durften
  • seine Antrittsrede war die erste, die vom Rundfunk übertragen wurde

3. Andrew Johnson (Demokraten)

Der 17. US-Präsident Andrew Johnson (15. April 1865 bis 4. März 1869)

Auch Johnson wurde nicht als Präsident gewählt, sondern war Vize und übernahm als sein Vorgänger Abraham Lincoln bei einem Attentat erschossen wurde

Er war eigentlich der erste Präsident der „Reconstruction-Ära“ nach dem Bürgerkrieg. Und bei dieser Aufgabe versagte er nach Meinung von Historikern: Seine rassistischen Ansichten über Schwarze und sein Bestreben für die Wiederherstellung der Machtstrukturen der Vorkriegszeit waren mit den Idealen der Gleichberechtigung und Gerechtigkeit unvereinbar.

Besonderheiten

  • Johnson war der erste Präsident gegen den ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) durchgeführt wurde

2. Donald Trump (Republikaner)

Der 45. US-Präsident Donald John Trump (20. Januar 2017 bis 20. Januar 2021)

Seine grössten Schwächen

  • in fast allen Kategorien schnitt Trump sehr schlecht und kommt auf die schlechtesten 3 Plätze aller Präsidenten, auf den absolut letzten Platz kommt er in den Punkten Intelligenz, Integrität, Background, Aussenpolitik und Besetzung von Führungspositionen

Seine Stärken

  • dennoch gibt es laut der Studie 3 Punkte, wo er im oberen Drittel abschneidet: Glück, Risikobereitschaft und Parteiführung

STOP THE COUNT!

Donald Trump, 5. November 2020

1. James Buchanan (Demokraten)

Der 15. US-Präsident James Buchanan (4. März 1857 bis 4. März 1861)

Buchanan wird im Ranking der Siena College Research Studie als unfähigster Präsident jemals angesehen, da er vielleicht die Chance hatte den Bürgerkrieg noch abzuwenden, aber er blieb passiv. Sein Mangel an Führung und seine fehlende Handlungsfähigkeit in Bezug auf die Sklavenfrage und die Sezessionskrise trugen ehr noch zur Verschärfung der Spannungen bei, die schließlich im Bürgerkrieg gipfelten.

Besonderheiten

  • er war bisher der einzige unverheiratete Präsident

I am the last President of the United States!

James Buchanan