Die Top 10 der versunkenen Städte

Ehemals bedeutende Städte einer mächtigen Zivilisation wurden von ihren Einwohnern verlassen, aufgrund eines einmaligen großen Unglücks oder eines schleichenden Niedergangs. Die zerfallenden Ruinen werden von der Vegetation überwuchert oder vom Sand der Wüste bedeckt. Hunderte oder gar Tausende Jahre später stößt ein Entdecker auf ihre Überreste und schlägt die Tür auf in eine faszinierende Vergangenheit.

Topmania präsentiert die Top 10 der versunkenen Städte:

Die Topliste ist dabei nach dem Alter, der Größe, und der Fortschrittlichkeit geordnet. Je älter, größer und fortschrittlicher eine Stadt war, umso eher ist sie auf einer der vorderen Plätze der Top 10 der vergessenen Städte gelandet.

 

 

10. Rungholt – versunkene Stadt in Deutschland

versunkene Städte

Rungholt – Foto: Ralf Roletschek/Wikipedia

Wo sich heute nur schäumendes Meer befindet, lag nach alten Legenden einst die prächtige und heute in Vergessenheit geratene Stadt Rungholt.

Der Untergang: Rungholt ist im wahrsten Sinne des Wortes im Meer versunken. Durch die schwere Sturmflut von 1362 veränderte sich Geographie der Küste für immer. Wo vorher die Küstenlandschaft Strand war, ragen jetzt nur noch einzelne Nordseeinseln aus dem Meer. Allerdings hat der Ort schon zuvor von seinem Glanz verloren: Der Handel ging zurück und die Pest wütete.

Die Grösse der untergegangenen Stadt: Nach heutigen Stand der Forschung war Rungholt kein „Atlantis des Nordens“, sondern eine zugige Streusiedlung mit etwa 1500 Einwohnern. Sie bestand aus etwa 30 Warften,  es gab eine Kirche und mehrere Brunnen. Die Bewohner waren Friesen.

Da die Stadt eher klein war und nicht besonders alt, ist Rungholt auf dem 10. Platz der versunkenen Städte gelandet.

 

9. Yonaguni – untergegangene Stadt vor der Küste Japans?

untergegangene Zivilisationen

Yonaguni – Foto: Vincent Lou/Wikipedia

Vor der japanischen Insel Yonaguni liegen die Ruinen einer untergegangenen Zivilisation im Wasser. Da dieses Gebiet seit der letzten Eiszeit unter Wasser liegt, müssen die Erbauer vor 8000 bis 10.000 Jahren gelebt haben.

Die Wiederentdeckung: 1985 entdeckte der Taucher Kihachiro Aratake in 30 Metern Tiefe riesige Gesteinsformationen. Da diese viele glatte, wie bearbeitet wirkende Ebenen und genaue Kanten aufweisen, vermutete er, dass es sich dabei um die Überreste einer großen im Meer versunkenen Stadt handelt.

Theorie: Die meisten Forscher gehen heute davon aus, dass die ungewöhnlichen Felsformationen natürlichen Ursprungs sind, dass es sich also nicht um die Ruinen einer untergegangen Stadt handelt.  Nach Ansicht einiger Wissenschaftler sprechen jedoch die geraden Linien und die exakten Winkel für eine Bearbeitung durch Menschenhand. Eventuell kommt die Jōmon-Kultur, die während der japanischen Vorgeschichte ihren Höhepunkt hatte, als Erbauer in Frage.

 

8. Machu Piccu – vergessene Stadt in den Anden

Machu Piccu Ruinen

Machu Piccu – Foto: Dennis Jarvis

Auf einem Bergrücken in den Anden in einer Höhe von über 2400 Metern liegt die Ruinenstadt Machu Piccu, eine ehemals bedeutende Stadt des Inka-Reiches.

Der Untergang: Machu Piccu wurde um das Jahr 1450, zur Blütezeit der Inka-Kultur, erbaut. Nur 100 Jahre später wurde das Reich der Inkas von den spanische Conquistadores vernichtet. Damit war auch Maccu Piccu dem Untergang geweiht. Auch wenn die Spanier die Stadt vermutlich nie betreten hatten, starben die Einwohner an den eingeschleppten Pocken. Maccu Piccu geriet in Vergessenheit und zerfiel zu Ruinen, der Dschungel bemächtigte sich dem verlassenen Ort.

Die Grösse der Stadt:  Insgesamt besteht die Stadt aus 216 Steinbauten, teilweise mehrgeschossig. Diese sind auf  Terassen gelegen, die mit Treppen verbunden sind. Ein ausgeklügeltes Kanalsystem hat die Häuser und Anbauflächen mit frischen Quellwasser versorgt. Macchu Piccu beherbergte schätzungsweise 1000 Einwohner.

Machu Piccu ist nicht besonders alt und war nicht sehr gross, aber es dank der spektakulären Ruinen auf den 8. Platz in der Top 10 der versunkenen Städte geschafft.

 

7. Kualap – versunkene Stadt im Dschungel von Peru

verlorene Orte

Kuelap – Foto: Martin St-Amant/Wikiepdia

Überwuchert vom Dschungel liegen in den Anden Perus die Überreste der verlassenen Stadt Kuelap.

Der Untergang: Die Erbauer der riesigen Festung Kuelap war die untergegangene Zivilisation der Wolkenmenschen. Dieses prähistorischen Andenvolk hatte seinen Ursprung vermutlich bereits vor 2000 Jahren. Ihre bedeutendste Stätte Kuelap errichteten die Wolkenmenschen im Zeitraum von 400-800 n. Chr. Am Ende des 15. Jahrhunderts wurde das mysteriöse Volk von den Inkas besiegt und größtenteils deportiert. Damit wurde die Kultur der Wolkenmenschen ausradiert und ihre verlassene Haupstadt versank im Dschungel und geriet in Vergessenheit.

Die Grösse der untergegangenen Stadt:  Kuelap hatte eine Ausdehnung von etwa 600 Meter in der Länge und 100 Meter in der Breite. Die auf einem Berg gelegene Festung war mit einer bis gigantischen bis zu 21 Meter hohen Mauer geschützt. Die Häuser in der Festung waren auf drei Höhenebenen angeordnet. Auf der obersten Ebene lebte die Oberschicht, im mittleren Dorf die Soldaten und ganz unten standen die Hütten des einfachen Volkes. Insgesamt fanden dort 2000 Menschen Platz.

Wegen seines Alters hat es Kuelap auf den 7. Platz der versunkenen Städte geschafft.

 

6. Kappadokien – in Vergessenheit geratene unterirdische Städte

Treppe nach unten im Grundgestein

Kappadokien

Im Grundgestein von Kappadokien wurden bisher 36 unterirdische verlassene Städte entdeckt. Die meisten von ihnen sind für Besucher bis heute nicht zugänglich.

Ihre Erbauer: Die ursprünglichen Erbauer der Höhlenstädte waren wahrscheinlich die Hethiter, eine vorgeschichtliche Kultur, die zwischen 4000 und 1200 v. Chr über das Großreich Hatti regierte.  Nachweislich wurden die unterirdischen Städte nach dem Untergang der Hethiter von den frühen Christen im Zeitraum 600-1000 n. Chr. ausgebaut und als Unterschlupf benutzt.

Die Grösse:  Es wurden bereits Städte gefunden, die 12 Stockwerke in den Untergrund gehen und eine Tiefe von über 100 Meter erreichen. Die Eingänge in die tieferen Etagen waren sehr gut getarnt und wer hineinwollte, musste sich durch ein kleines Loch zwängen. Eine unterirdische Stadt konnte je nach Größe zwischen 3000 und 60.000 Menschen beherbergen. Archäologen vermuten, dass die einzelnen Höhlenstädte mit kilometerlangen unterirdischen Gängen verbunden waren.

Aufgrund des hohen Alters und der hohen Einwohnerzahl haben es die unterirdischen Städte von Kappadokien auf den 6. Platz der versunkenen Städte geschafft.

 

5. Teotihuacán – versunkene Stadt in Mesoamerika

verlassene Städte

Teotihuacán

Im Hochland von Mexiko liegen die beeindruckende Überreste einer prähistorischen Metropole. Teotihuacán nannten ihre aztekischen Entdecker sie.

Der Untergang: Ab 650 n. Chr. begann ihre Einwohnerzahl zu schrumpfen und es kam zu wirtschaftlichen Problemen, bis die Stadt sich nicht mehr selbst versorgen konnte. Um das Jahr 750 kam es dann zum völligen Zusammenbruch. Zentrale Gebäude der Stadt wurden niedergebrannt, vermutlich von den Einwohnern selbst. Ein Großteil der Bewohner verliess die Stadt für immer, sie versank in Bedeutungslosigkeit und zerfiel zu Ruinen. Die genauen Gründe für ihren Niedergang und wer ihre Erbauer waren, bleibt bis heute rätselhaft.

Die Grösse: Zu ihrer Glanzzeit um 600 n. Chr. hatte Teotihuacán vermutlich bis zu 200.000 Einwohner. Damit war sie zu dieser Zeit einer der größten Städte weltweit und das absolute kulturelle und wirtschaftliche Zentrum von Mesoamerika. Teotihuacán war nach einem exakten Raster angelegt und breitete sich auf einer Fläche von 20 Quadratkilometern aus. Im Zentrum lag die 4-stöckige Sonnenpyramide, davor ein großer Platz.

Trotz ihres hohen Alters hatte Teotihuacán sehr viele Einwohner. Die Ruinen deuten auf eine fortschrittliche Zivilisation hin. Aus diesen Gründen hat Teotihuacán es auf den 5. Platz der untergegangenen  Städte gebracht.

 

4. Troja – versunken und in Vergessenheit geraten

verlassene Orte

Troja – Foto: Carole Raddato/Wikipdedia

Unter dem Hügel Hisarlık im Nordwesten der Türkei vergraben lag die sagenumwobene Stadt Troja. Man unterscheidet die verschiedenen Siedlungsschichten: Troja I bestand bereits in der Bronzezeit 3000 v. Chr, Troja X existierte in Form eines Klosters noch bis zum frühen Mittelalter.

Der Untergang: Die Gründe für den Untergang vermuten die Historiker in einem Bedeutungsverlust durch das Aufkommen des Christentums, Zerstörungen durch Kriege und einer Reihe von schweren Erdbeben im 5. Jahrhundert n. Chr.

Die Grösse der Stadt: Eine Glanzzeit gab es während Troja VI (1700–1200 v. Chr.) mit einer hohen Stadtmauer, einer internationalen Handelstätigkeit und weitreichenden Kenntnissen in der Metallverarbeitung und Keramikproduktion. Zur dieser Zeit könnte Troja inklusive Unterstadt bis zu 10.000 Einwohner gehabt haben.

Aufgrund des biblischen Alters der Stadt und der langen Geschichte ist Troja trotz seiner eher kleinen Einwohnerzahl auf dem 4. Platz der untergegangenen Städte gelandet.

 

3. Angkor – im Urwald von Kambodscha versunken

überwachsener Tempel

Angkor – Foto: Sergio Carbajo

In der Region Angkor im heutigen Kambodscha befinden sich die verlassenen Überreste von über 1000 Tempeln und ganze im Dschungel versunkene Städte.

Die Grösse der versunkenen Stadt: Während ihrer Blütezeit unter König Jayavarman VII (1181-1220 n. Chr) hatte die frühe Metropolregion vermutlich über eine Million Einwohner, ungefähr auf der Fläche des heutigen Berlin.

Der Untergang: Der schleichende Abstieg von Angkor begann im späten 13. Jahrhundert. Die letzten verbliebenen Khmer sollen noch bis ins 18. Jahrhundert hinein in Angkor gelebt haben. Aber es waren längst viel zu wenige um die riesigen Tempelanlagen und andere Gebäude zu nutzen und instand zuhalten.

Wegen seiner enormen Bevölkerungsanzahl ist Angkor trotz seines relativ jungen Alters auf den 3. Platz der untergegangenen Städte gelandet.

 

2. Moenjodaro – untergegangene Stadt im Industal

verlassene Orte

Mohenjo-Daro – Foto: Usman.pg/Wikipedia

Noch heute geben die Ruinen der uralten verlassenenen Stadt Mohenjo-Daro im Indus-Tal ein beeindruckendes Bild ab.

Die Grösse der untergegangenen Stadt: Wie alle Städte der Indus-Kultur war Mohenjo-Daro nach einem Muster erbaut, eine Oberstadt mit einer Zitadelle und eine rechteckig angelegte Unterstadt, die durch Straßen in Blöcke eingeteilt waren. Durch über 600 Brunnen wurde die Stadt mit Wasser versorgt, das Abwasser wurde über eine Kanalisation entsorgt, jedes der aus gebrannten Ziegeln erbauten rechteckigen Häusern verfügte über eine Toilette. Laut Wikipedia war die Hygiene im damaligen Mohenjo-Daro besser als in weiten Teilen des heutigen Indiens und Pakistans. Während ihrer Blütezeit um 2500 Jahre v. Chr. hatte sie etwa 30.000-40.000 Einwohner.

Der Untergang: Die Indus-Kultur geriet nach 700 Jahren Wohlstand und Fortschritt in eine schwere Krise. Ab 2000 v. Chr setzte eine Stadtflucht ein, die verbliebenen Einwohner mussten hungern, da nicht mehr genug Nahrungsmittel bereitgestellt werden konnten. Ab 1800 v. Chr brach die ehemals mächtige Zivilisation im Industal in kleine Reiche auseinander und die Erinnerung an ihre Herrschaft verblasste. Um diese Zeit wurde auch Mohenjo-Daro endgültig aufgegeben.

Mohenjo-Daro ist sehr alt, hatte relative viele Einwohner und war auf einem verblüffend hohen Niveau. Daher hat sie es auf den 2. Platz der versunkenen Städte geschafft.

 

1. Atlantis – im Meer versunken

vergessene Zivilisationen

Atlantis – Foto: GôDiNô

Atlantis ist ein bereits vor 12.000 Jahren im Meer versunkenes Inselreich. Das ganze sehr fruchtbare Land war von rechtwinkligen Kanälen durchzogen. Um die Hauptstadt herum befanden sich drei riesige, ringförmige und schiffbare Kanäle. Im Zentrum der Stadt befand sich der prächtig ausgestattete Tempelbezirk mit einem Durchmesser von fast einem Kilometer. Goldene Statuen standen auf den Plätzen. Die Wohnstätten der Oberschicht lagen im Innenstadtbezirk, in der Nähe der Tempelanlagen.  Daran schlossen sich ringförmig die Quartiere der Wächter, der Soldaten und ganz außen die der Bürger an. Insgesamt drei kreisförmige Stadtmauern sicherten Atlantis gegen Feinde. Die Stadt verfügte über einen großen Handelshafen und einen Kriegshafen, die in den künstlichen Kanälen um die Stadt untergebracht waren. Allein die Kriegsmarine bestand aus 1200 Schiffen mit einer Mannschaftsstärke von 240.000 Mann.

Atlantis ist die älteste Stadt in dieser Rangliste, hatte viele Einwohner und war sehr fortschrittlich. Daher befindet Atlantis auf den ersten Platz der versunkenen Städte. Allerdings wird ihre Existenz von vielen angezweifelt.

 

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