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Die grössten Atomkraftwerke der Welt – Top 10 Liste

Nachdem im August 1956 Calder Hall in England als erstes kommerziell betriebenes Atomkraftwerk mit einer bescheidenen Leistung von 50 MW ans Netz ging, galt die zivile Nutzung der Kern-Energie als Wundermittel zur Produktion von billigen und umweltfreundlichem Strom in rauen Mengen.

Dieses Bild hat sich inzwischen etwas gewandelt: Es gibt Länder wie Deutschland die sich zu radikalen Abkehr entschieden haben, andere Länder bauen zwar keine neuen AKWs, die bestehenden werden aber noch über Jahrzehnte Strom erzeugen. Wiederum andere Staaten sehen in der Kernenergie eine strahlende Zukunft und bauen mit Milliardenaufwand weitere Reaktor-Blöcke.

Was auch immer die Zukunft bringen wird, im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden überall in der Welt riesige Kernkraftwerke erbaut. Die Top 10 der grössten AKWs der Welt mit der höchsten Leistung findet man hier:

    10. Gravelines (Frankreich)

    Name Centrale nucléaire de Gravelines
    StandortAm Ärmelkanal, im Nordwesten
    Typ Druckwasserreaktor
    Blöcke6
    Installierte Leistung (brutto)6 * 951 MW = 5706 MW
    BetriebsaufnahmeMärz 1980

    Baugeschichte

    Die französische Regierung wählte den Standort nahe Dünkirchen ganz im Nordwesten, weil er nahe an Deutschland und England liegt. Das ist günstig für den Stromexport. Zudem befindet sich dort viel energieintensive Industrie. Schliesslich verwendet das Kernkraftwerk das Wasser der Nordsee zur Kühlung.

    Die Bauarbeiten für den 1. Block begannen Anfang 1975. Im Herbst 1985 ging dann der 6. Block online.

    Besonderheiten

    • Gravelines ist das grösste Atomkraftwerk der EU
    • es war das erste KKW der Welt, welches insgesamt mehr als 1 TWh ins Netz speiste (im September 2010 wurde dieser Meilenstein erreicht)

    9. Grösstes AKW Europa: Saporischschja (Ukraine)

    NameЗапорізька атомна електростанція (ЗАЕС)
    StandortSüd-Ukraine, am Kachowkaer Stausee
    TypDruckwasser
    Blöcke6
    Installierte Leistung (brutto)6 * 1000 MW = 6000 MW
    BetriebsaufnahmeDezember 1984

    Baugeschichte

    Der Entschluss zum Bau datiert zu Zeiten der Sowjetunion aus dem Jahr 1977. Der Baubeginn war im Jahr 1981, die ersten 4. Blöcke gingen zwischen 1984 und 1985 in Betrieb. 1988 erfolgte der Beschluss das Kernkraftwerk auf 6 Blöcke zu erweitern. Im Sommer 1985 schon ging der 5. Block in Betrieb. Die Fertigstellung und die Betriebsaufnahme des 6. Blocks verzögerte sich allerdings aufgrund des Zusammenbruchs der Sowjetunion um rund 10 Jahre. Als er schliesslich im Jahr 1996 in Betrieb ging, war es die erste Betriebsaufnahme eines Reaktors der postsowjetischen Ära und zugleich war Saporischschja damit das leistungsstärkste Atomkraftwerk Europas.

    In sämtlichen 6 Blöcken arbeitet ein Reaktor vom Typ VVER-1000, der in den 1960er Jahren entwickelt wurde.

    Besonderheiten

    Das AKW wurde im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ab dem März 2022 von russischen Truppen besetzt, aber weiterhin von der Ukraine betrieben. Nach Artilleriebeschuss, der zu Schäden und Bränden auf dem Kraftwerksgelände führte, wurde Saporischschja im September 2022 vollständig runtergefahren.

    8. Hanbit (Südkorea)

    NameKernkraftwerk Hanbit
    StandortNordwesten am Gelben Meer
    TypDruckwasser
    Blöcke 6
    Installierte Leistung (brutto)6137 MW
    BetriebsaufnahmeAugust 1986

    Baugeschichte

    Der Baubeginn für Hanbit war im Winter 1981. Die ersten beiden Blöcke sind noch von einem amerikanischen Fabrikat, die neueren 4 sind südkoreanische Eigenentwicklungen

    Besonderheiten

    • Der 3. und 4 Reaktorblock vom Typ OPR-1000 waren die ersten von Südkorea selbst erbauten Reaktorblöcke überhaupt
    • Bei einer Generaluntersuchung nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima stellten die Behörden fest, dass in Hanbit tausende Teile verbaut waren, für welche die Hersteller die vorgeschriebenen Sicherheitszertifikate gefälscht hatten

    7. Hanul

    NameKernkraftwerk Hanul
    StandortÖstliche Küste
    TypDruckwasser
    Blöcke 6
    Installierte Leistung (brutto)6222 MW
    BetriebsaufnahmeSeptember 1988

    Baugeschichte

    Hanul, mit dem Baubeginn im Jahre 1983 ist das neueste und wahrscheinlich letzte der 4 Kernkraftwerke in Südkorea. Zugleich ist es mit der installierten Leistung von 6222 MW das grösste Atomkraftwerk des Landes. Die ersten beiden Blöcke wurde von einem französischen Hersteller erbaut. Der Hintergrund: Zu dieser Zeit, Anfang der 80er, konnte Südkorea noch keine eigenen Reaktoren bauen und es war die Strategie des Landes nicht sämtliche Blöcke von den USA, wie es bei Hanbit der Fall ist, bauen zu lassen.

    Laufender und geplanter Ausbau

    Seit 2012 bzw 2013 werden die Blöcke Shin-Hanul-1 und 2 gebaut mit einem Kostenaufwand von über 6 Milliarden $. Diese neuen Reaktoren sind mit einer Bruttoleistung von jeweils 1400 MW deutlich leistungsstärker als die 6 älteren Reaktor-Blöcke. Bei Shin-Hanul-1 erfolgte bereits die Netzsynchronisation, der Block ist aber noch nicht im operativen Betrieb.

    Weiter in der Zukunft sind noch ein 9. und 10. Block geplant. Als Baubeginn ist das Jahr 2025 angesetzt. Wenn auch dieser Bau abgeschlossen ist und die Blöcke online sind, handelt es sich bei Hanul um das grösste und leistungsstärkstes AKW der Welt

    6.Yangjiang (China)

    NameKernkraftwerk Yangjiang
    StandortSüdosten, am Chinesischen Meer
    TypDruckwasser
    Blöcke6
    Installierte Leistung (brutto)6×1086 MW = 6516 MW
    BetriebsaufnahmeMärz 2014

    Baugeschichte

    Im Jahr 1998 wurde der Standort für das Kraftwerk nahe der Küstenstadt Yangjiang festgelegt. 10 Jahre später begannen die Bauarbeiten im Rahmen des 11. chinesischen 5-Jahresplanes. Im Jahre 2014 gingen dann die ersten beiden Blöcke in Betrieb. Das Kernkraftwerk hat bis zum heutigen Tage über 10 Milliarden $ alleine an Baukosten verschlungen.

    Die Reaktorkerne vom Typ CPR-1000 und ACPR-1000 sind von den Chinesen modifizierte Versionen der französischen 900-MWe-Klasse. Frankreich hat diese bereits in den 70ern entwickelten Reaktoren in eine Reihe von Ländern exportiert

    Besonderheit

    Im März 2020 wurden sämtliche Blöcke heruntergefahren, da die Einläufe für das Kühlwasser mit Shrimps verstopft waren

    5. Tianwan (China)

    NameKernkraftwerk Tianwan
    StandortNordosten, am Gelben Meer
    TypDruckwasser
    Blöcke 6
    Installierte Leistung (brutto)6532 MW
    BetriebsaufnahmeMai 2006

    Baugeschichte

    Es handelt sich um ein chinesisch-russisches Gemeinschaftsprojekt. Die Planungen begannen 1992, der Bau dann im Jahr 1999.

    Die ersten 4 Blöcke sind vom russischen Typ VVER-1000. Der 5. und 6. Reaktor sind vom Typ ACPR-1000, eine chinesische Modifikation der französischen 900-MWe-Klasse

    Ausbau im Gange

    Im Jahre 2021 hat der Bau von weiteren 2 Blöcken begonnen. Die russischen VVER-1200 Reaktoren sollen eine Bruttoleistung von jeweils 1200 MW bringen und 2025/26 online gehen. Wenn der Ausbau abgeschlossen ist, steigt Tianwan zum grössten chinesischen AKW auf

    Störfall

    Im August 2008 brach nach einer Explosion eines Transformators in Block 1 ein Feuer aus. Der Reaktorblock wurde heruntergefahren

    4. Fuqing (China)

    NameKernkraftwerk Fuqing
    StandortXinghua Bay im Südosten
    TypDruckwasser
    Blöcke6
    installierte Leistung (Brutto)6650 MW
    BetriebsaufnahmeNovember 2014

    Baugeschichte

    Die Bauarbeiten für das Kernkraftwerk an der Xinghua Bay im Südosten Chinas begannen im Sommer 2008. Das neue Atomkraftwerk sollte den Kohlendioxid-Austoss deutlich verringern, den bis dahin wurde ein grosser Teil des Stroms für die Industrieregion von Kohlekraftwerken erzeugt.

    Drei chinesische Kraftwerksbetreiber, darunter die China National Nuclear Corporation als grösster Anteilseigner zeichnen für den Bau und Betrieb des Gross-Kraftwerkes verantwortlich.

    Die ersten 4 Blöcke arbeiten mit einem Reaktor vom Typ CPR-1000. Der 5. und 6. Block hingegen, die im Jahr 2021 und 2022 online gingen, haben einen Reaktorkern der weiterentwickelten Baureihe Hualong One (HPR-1000)

    Besonderheit

    Erstmalig ging hier ein Reaktor vom weiterentwickelten Typ Hualong One in den operativen Betrieb

    3. Hongyanhe (China)

    Name红沿河核电站
    StandortNordosten, an der Küste des Gelben Meeres
    TypDruckwasser
    Blöcke 6
    installierte Leistung (Brutto)6 x 1119 MW = 6.714 MW
    BetriebsaufnahmeJuli 2013

    Baugeschichte

    Bereits im Rahmen des 7. Fünfjahresplanes (1984) wurde über ein Kernkraftwerk in der nordöstlichen Provinz Liaoning nachgedacht. Zuerst sollte es mit einem französischen Partner, dann mit einem sowjetischen gebaut werden, da China zu dieser Zeit noch nicht in der Lage war den Bau eines Kernkraftwerkes eigenhändig zu stemmen.

    Doch erst mit dem 11. Fünfjahresplan wurde es konkret: Die Bauarbeiten für den 1. Block begannen im Sommer 2007 als rein chinesischen Projekt. Allerdings wurde für die Blöcke 1-4 ein Reaktor vom Typ CPR-1000 verwendet, für den die französische Gruppe Areva SA Patenrechte hält. Der 5. und 6. Block (2. Bauabschnitt ab dem Jahr 2015) hingegen sind mit der chinesischen „Eigenentwicklung“ ACPR-1000 ausgestattet.

    Besonderheiten

    Hongyanhe ist derzeit noch das grösste chinesische AKW. Da aber kein Ausbau geplant ist, wird es in den nächsten Jahren von Tianwan überholt

    Nahe dem Kernkraftwerk verlaufen die Donggang- und Jinzhou-Bruchlinien. Nach Ansicht von Experten stellen sie allerdings keine Gefahr da, letztmalig kam es vor 50.000 Jahren zu einem grossen Erdbeben.

    2. Grösstes AKW in Betrieb: Bruce (Kanada)

    NameBruce Nuclear Generating Station
    StandortOstufer Lake Huron in Ontario
    TypDruckschwerwasserreaktor
    Blöcke8
    installierte Leistung (Brutto)6738 MW
    BetriebsaufnahmeSeptember 1977

    Baugeschichte

    Die Bauarbeiten zu Bruce A (die ersten 4 Blöcke) begannen bereits im Jahr 1969. Im Frühjahr 1987 ging auch der 8 und letzte Block von Bruce B online. Die Anlage wird vom Wasser des Lake Huron gekühlt, an dessen Ufer sie errichtet wurde. Der Bau mit dem Kosten von etwa 8 Milliarden $ wurde von dem Staatskonzern Crown corporation gestemmt. Im Jahr hat der private Betreiber Bruce Power dann das grösste AKW Kanadas übernommen. Mit über 4000 Leuten ist das AKW der grösste Arbeitgeber der Region

    Die Reaktoren sind kanadische Eigenentwicklungen vom Typ CANDU-Reaktor. Diese Baureihe ist verhältnismäßig unkompliziert zu bauen und zu betreiben und wird deshalb gerne von Entwicklungs- und Schwellenländern verwendet. Entgegen den Absprachen realisierte Indien mit CANDU-Reaktoren sein Kernwaffen-Programm

    Besonderheiten und Wissenswertes

    • Zur Zeit ist Bruce das AKW mit den meisten aktiven Blöcken (das südkoreanische Kori hat eine Zeitlang auch 8 Blöcke in Betrieb, einer wurde aber 2017 abgeschaltet)
    • 56 Kilometer Strasse verlaufen auf dem weiträumig abgesperrten Betriebsgelände von Bruce und verbinden die 25 Gebäude, zu denen eine eigene Feuerwehr, ein Krankenhaus, eine Wäscherei und ein kleiner Dino-Park zählen

    1. Grösstes AKW: Kashiwazaki-Kariwa (Japan)

    NameKashiwazaki Kariwa genshiryoku hatsudensho
    StandortPräfektur Niigata an der Küste
    TypSiedewasserreaktor
    Blöcke7
    installierte Leistung (Brutto)8212 MW
    BetriebsaufnahmeSeptember 1985

    Baugeschichte

    Aus dem Jahr 1969 datiert der Entschluss ein KKW nahe der Kleinstadt Kashiwazaki zu bauen. Ende 1978 begannen die Bauarbeiten am 1. Block. Mit der Betriebsaufnahme von Block 8 überholte Kashiwazaki-Kariwa dann Bruce und war das leistungsstärkste AKW der Welt. Die ersten 3 Reaktoren stammen von Toshiba, der 4. und 5. von Hitachi. Der 6. entstammt einer Kooperation von dem amerikanischen Unternehmen General Electrics und Hitachi und der 7. schliesslich einer Kooperation von General Electrics und Hitachi

    Abschaltung des grössten Atomkraftwerkes der Welt

    Nach einem schweren Erdbeben in der Nähe des Kraftwerkes gingen sämtliche 7 Blöcke in die Notabschaltung. Auch ein Feuer konnte recht schnell gelöscht werden. Die Anlage blieb knapp 2 Jahre komplett abgeschaltet, danach wurden einzelne Blöcke für einen kurzen Zeitraum wieder hochgefahren. Doch in Folge der Fukushima-Katastrophe wurden sie wieder heruntergefahren Seit dem Frühjahr 2012 steht das eigentlich stärkste Kernkraftwerk der Welt daher wieder still

    Besonderheiten

    • Japan verfügt über 17 AKW mit insgesamt 54 Reaktorblöcken. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima wurden alle heruntergefahren. Heute sind nur 6 Blöcke wieder in Betrieb. Der Anteil des AKW-Stroms am gesamt erzeugten Stroms sank von 30% auf unter 1%
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    Tiere

    Die Top 10 der Ungewöhnlichsten Meeresbewohner

    Seltsam aussehende, für uns Menschen sehr fremdartige Tiere mit außergewöhnlichen Verhaltensweisen gibt es auch an Land, aber gerade im Meer hat die Evolution merkwürdige Tiere, die wir teilweise nicht mal als Tiere erkennen, hervorgebracht.

    Lerne die seltsamste und gruseligsten Meeresbewohner näher kennen mit dieser Ranking-Liste

    10. Die ungewöhnlichste Seegurke

    Die Seegurke an sich ist ja bereits ein höchst ungewöhnliches Tier: Die bis zu 3 Meter langen Tiere kriechen mithilfe ihrer Ambulacrafüsschen sehr langsam über den Meeresgrund und fressen dabei Algen und Kleinst-Tierchen, die dort ihren Lebensraum haben. Ein etwas verstörendes Detail: Die Seegurke atmet durch den Enddarm, wo auch die Ausscheidungen stattfinden.

    Die ungewöhnlichste Seegurke

    Als die außergewöhnlichsten Seegurke wurde für diese Top 10 Liste der seltsamen Meeresbewohner die Holothuria nigralutea auserkoren: Der Grund ist die auffällige Färbung dieser Art. Manche erinnert sie eher an eine leicht vergammelte Banane, für andere sieht sie wie eine Schoko-Vanille-Hörnchen aus.

    9. Der Weihnachtsbaumwurm

    farbenfroh

    Auch der Weihnachtswurmbaum ist keine Pflanze, sondern ein ungewöhnliches Tier, genauer gesagt ein Wurm, wie ja auch der Name schon andeutet. Der eigentliche etwa 10 Zentimeter lange Wurm aus der Art der Kalkröhrenwürmer ist nicht zu sehen, denn er hat sich eine Loch in den Untergrund (oft siedelt er auf Steinkorallen) gefräst und verbleibt dort Zeit seines Lebens.

    Die Bäumchen

    Die beiden sichtbaren „Bäumchen“ sind die sogenannten Tentakel-Kronen des Wurmes. Sie dienen zum einen als Kiemen. Zum anderen filtrieren sie das Plankton aus dem Meerwasser, mit dem das merkwürdige Wesen sich ernährt.

    Mit seinem ulkigen Aussehen und seiner originellen Lebensweise hat es der Weihnachtsbaumwurm auf den 9. Platz in der Rangliste der ungewöhnlichsten Meeresbewohner geschafft

    8. Sonnenblumen-Seestern

    Sonnenblumen-Seestern frisst toten Fisch

    Viele Seesternarten weisen nur 5 Arme auf. Als eine ungewöhnliche Besonderheit verfügt der Sonnenblumen-Seestern aus der Ordnung der Zangensterne über 16 bis 24 Arme. Darüber hinaus gehört Pycnopodia helianthoides zu den größten Seesternarten überhaupt: Ein Arm kann bis zu 40 Zentimeter lang werden. Der gesamte Durchmesser des Meeresbewohners beträgt bis zu 1 Meter und das maximale Gewicht erreicht 5 Kilo.

    Schnellster Seestern

    Trotz seines hohes Gewichtes sollte man sich nicht leichtfertig in Sicherheit wiegen. Das Raubtier erreicht die (für Seesterne) enorme Geschwindigkeit von 1 Meter pro Minute und schnappt sich so andere langsamere Meeresbewohner wie Muscheln, Seegurken, Schnecken und andere Seesterne. Auch Aas lässt sich der Vielfraß munden. Ist die Beute sehr groß, verfügt Pycnopodia helianthoides über die beneidenswerte Fähigkeit seinen Magen auszustülpen und die Beute so außerhalb des eigentlichen Körpers zu verdauen (Extraintestinalen Verdauung)

    Jagen und gejagt werden

    Auf der anderen Seite ist der Sonnenblumen-Seestern selbst ein Beutetier von noch gefährlicheren Raubfischen, Monsterkrabben und Sonnensternen (eine weitere Seesternart, etwas gleich gross, aber sehr aggressiv und räuberisch). Um sich vor diesen Fressfeinden zu schützen, saugt sich der Sonnenblumen-Sternen mit tausenden Füßchen an Felsen fest. Versucht man ihn mit Gewalt wegzuziehen, reißt der Seestern auseinander, da er mit enormer Kraft am Untergrund haftet. Den Verlust des einen oder anderen Ärmchens kann Pycnopodia helianthoides aber gut verkraften, denn sie wachsen nach.

    7. Zwerg-Seepferdchen 

    Das Seepferdchen knotet sich mit dem Schwanz an der Koralle fest und weist ein „versteinertes“ Aussehen auf

    Hippocampus bargibanti ist ein besonders ungewöhnliche Seepferdchen-Art, wobei die zu den Knochenfische zählende Seepferchen ja schon aussergewöhnliche Tiere sind.

    Auf deutsch nennt sich Hippocampus bargibanti Zwerg-Seepferdchen. Der Grund liegt in der kleinen Grössen von nur 2 Zentimetern.

    Noch ungewöhnlicher ist allerdings das Aussehen und die Lebensweise diesen kleinen Wesens. Es lebt ausschliesslich mit anderen Artgenossen in kleinen Gruppen direkt an Korallenriffen im westlichen Pazifik. Sie verhaken sich mit dem Schwanz fest an der Koralle um nicht von der um die Koralle herrschenden starken Strömumg mitgerissen werden

    Koralliges Aussehen

    Im Laufe der Zeitalter hat Hippocampus bargibanti selbst das Aussehen der Koralle angenommen: Ihr Körper ist bedeckt mit rötlichen Tuberkeln, welche der Polypen der Koralle ähneln. Jungtiere haben zunäscht ein bräunliches Aussehen. Nach und Nach verfärben sich dann genau in den Farbton der Koralle, auf der sie siedeln

    6. Nackt-Kiemer

    Nacktkiemer der Art Nembrotha kubaryana werden bis zu 12 Zentimeter gross

    Bei den Nacktkiemern handelt es sich um Meer lebende Nacktschnecken, die jedoch einige Besonderheiten entwickelt haben, welche sie auf die Rangliste der seltsamsten Meeresbewohner gebracht hat.

    Zum einen sind sie sicher die farbenfrohesten Schnecken. Die auffällige Färbung kann der Tarnung dienen (blau und grüne Töne) oder auch der Abschreckung.

    Tatsächlich verfügen die Nacktkiemer, die im Lauf der Evolution ihr schützendes Haus vollständig verloren haben, über wirkungsvolle Abwehrmittel. Einige Arten produzieren ätzende Substanzen, andere ernähren sich sich von giftigen Tieren (giftigen Schwämmen oder Nesseltieren). Das Gift, dass ihnen selbst nicht anhaben kann, speichern sie dann zur Abwehr in der Haut.

    Goniobranchus kuniei ernährt sich von Schwämmen

    Die über 3000 Nacktkiemer-Arten haben sich über die Meere der ganzen Welt ausgebreitet. Die räuberischen Schnecken kriechen im Flachwasser am Grund entlang und machen sie über ihre Beute her. Das sind in der Regel sessile Tiere wie Schwämme, Manteltiere oder Koralle. Einige Arten ernähren sich jedoch auch von Aas oder fressen ihre Artgenossen.

    Die grössten Nacktkiemer-Arten erreichen eine Größe von 60 Zentimetern.

    5. Napoleon-Lippfisch

    Napoleon-Lippfisch zeigt seine Lippen

    Der Napoleon-Lippfisch (Cheilinus undulatus) trägt nicht nur einen komischen Namen, sondern gehört auch zu den seltsamsten Fischen und ungewöhnlichsten Meeresbewohner überhaupt.

    Wie viele andere Arten der Familie der Lippfische überzeugt er den Beobachter durch seine prächtigen Lippen. Auch die papageienbunte, auffällige Färbung mit einem bläulich oder grünlichen Grundton zeichnet ihn aus. Was speziell beim Napoleon-Lippfisch noch zu den außergewöhnlichen Aussehen beiträgt ist der Kopfbuckel.

    Mit vorgestülpten Lippen

    Cheilinus undulatus ist ein Raubfisch und jagt in den Meeren des Indopazifik in geringer Tiefe nach kleinen Fischeln, Muscheln und Krustentiere.

    Gegenüber seinem schlimmsten Feind, dem Menschen verhält er sich leider unvorsichtig. Das führt dazu dass er auf der Liste der stark gefährdeten Tiere besteht. Denn skrupellose Feinschmecker aus Asien zahlen hohe Summen für das Fleisch des Fisches, der bis zu 2 Meter lang und 200 Kilo schwer werden kann

    4. Riesenassel

    Riesenasseln sind nahe Verwandte unserer Kellerasseln. (Auch die Vorfahren der Kellerassel, welche biologisch gesehen ein Krebs ist, lebten ursprünglich im Wasser. Bis zum heutigen Tage bevorzugt die Keller-Assel daher eine kühle, dunkle und feuchte Umgebung)

    Im Gegensatz zur Kellerassel hat sich die Riesenassel die Tiefsee als Lebensraum ausgesucht und ist dort zu gigantischer Größe herangewachsen: Die blass-lilafarbenen Tiere erreichen eine Länge von bis zu 50 Zentimetern und ein Gewicht von knapp 2 Kilo

    Rudi, die Riesenassel will auch dich auffressen. Beachten Sie die hochentwickelten und extrem lichtempfindlichen Augen, die aus 4000 Facetten bestehen.

    Nicht nur ihr alienhaftes Aussehen macht sie zu einem der gruseligsten Meeresbewohner, sondern auch ihr Lebensweise. Sie wandert langsam am Meeresgrund (in bis zu 2000 Meter Tiefe) entlang und vertilgt dabei die Kadaver von herabgesunkenen toten Walen und Kraken. Für Fischer sind sie ein Ärgernis: Gerät eine Riesenassel in ein Fischernetz, frisst sie dort alles auf, was sie nur habhaft werden kann.

    3. Fetzenfisch

    Fetzi, der Fetzenfisch

    Ein ungewöhnlich aussehender Fisch ist Phycodurus eques. Auf deutsch wird er Fetzenfisch genannt, Allerdings trifft es der englische Namen Leafy seadragon (Seedrache aus Blättern) besser.

    Ganz so gross wie ein Drache werden die Fetzenfische nicht, aber die an der australischen Küste lebenden Fische erreichen immerhin eine Grösse zwischen 20 und 24 Zentimetern. Sie ernähren sich von Plankton und kleinen Krebschen.

    Ihren außergewöhnlichen Look haben sie zu Tarnungszwecken, befinden sie sich in der Nähe zu Wasserpflanzen sind sie für Raubfischen kaum zu entdecken. Der Nachteil: Sie sind schlechte Schwimmer und kommen nur langsam voran. Denn die blattartigen Auswüchse dienen nicht der Fortbewegung, sondern tatsächlich ausschließlich der Tarnung. Nur mit den kleinen durchsichtigen Flossen an Brust und am Rücken bewegen sie sich fort.

    Diese ungewöhnliche Laune der Natur hat es auf 3. Platz der seltsamstem Meeresbewohner geschafft

    2. Cotylorhiza tuberculata

    Cotylorhiza tuberculata ist eine appetianregende Qualle in der Form eines Spiegeleis, welches auf einem Art Streuselkuchen sitzt

    Die ungewöhnlich aussehende Qualle gehört zur Ordnung der Wurzelmundqallen. Quallen bestehen aus einer gelartigen Masse und verfügen über einen Schirm (im Falle der Cotylorhiza tuberculata in Spiegelei-Optik) und über Tentakeln, die an diesen Schirm runterhängen. Die Tentakeln dienen zur Fortbewegung und an ihrer Oberfläche sitzen die giftigen Nesselzellen. Diese können Hautreizungen auslösen und im schlimmsten Fall bei einigen Quallenarten zum Herz-Kreislauf-Kollaps führen

    Die im Mittelmeer (aber nicht in Strandnähe) lebende Cotylorhiza tuberculata verfügt allerdings nur über ein schwaches Nesselgift und wäre daher für Menschen bei der Berührung ungefährlich. Das was die Spiegelei-Qualle, die einen Durchmesser von bis zu 40 Zentimetern erreicht, zum außergewöhnlichen Meerestier macht ist also ihr aus den Rahmen fallendes Aussehen.

    1. Der Gehirn-Fisch

    Ein ungewöhnlicher gruselig aussehender Fisch und definitiv einer der ungewöhnlichsten Meeresbewohner ist Macropinna microstoma. Denn als einziges bekanntes Tier verfügt dieser bis zu 15 Zentimeter grosse Fisch über eine „gläserne Schädeldecke“. Dadurch kann man die Hinterseite der Augen und das Gehirn sehen.

    Auch wenn der Fisch unter dem Namen Glaskopf-Fisch bekannt ist, ist es kein Glas, sondern transparente Haut. Der Zweck dieser transparenten Hautschicht ist nicht ganz klar. Eventuell weist sie eine Schutzwirkung gegen eine bestimmte Quallenart auf. Das Schädelinnere ist zusätzlich mit einer klaren, schützenden Flüssigkeit gefüllt

    Der Glaskopf implodiert

    Macropinna microstoma lebt in der Tiefsee vor der kalifornischen Küste. Nur in der Tiefe des Meeres ist er auch lebensfähig, denn holt man ihn an die Oberfläche, kollabiert die durchsichtige Schädeldecke.

    Als „Beweis“ dass der Fisch kein Fake ist, existiert auch dieses Video:

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