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Die Top 10 der grössten Raubkatzen

Der Ausdruck „Raubkatze“ ist ein umgangssprachliches Wort. Denn bei allen Mitgliedern der Familie Felidae handelt es sich um Raubtiere. Das gilt auch für unsere so niedlich wirkende Hauskatze (Felis catus). Das merken wir spätestens dann, wenn Miezi stolz einen frisch erlegten Vogel anschleppt oder wenn man sieht, wie sie mit einer Maus „spielt“.

Die folgende Tabelle zeigt einen Überblick über die 10 grössten Katzenarten der Erde. Zu beachten ist, dass nur die grössten männlichen Exemplare einer Art die angegebene Maximalgrösse erreichen. Die Durchschnittsgröße ist meist deutlich kleiner.

PlatzKatzenartmax. Grösse (Kopf-Rumpflänge)Bemerkung
unter ferner liefenEuropäische Wildkatze0,65 Meternur leicht grösser als Hauskatze, 5000 freilebend in Deutschland
9.Sunda-Nebelparder1,05 Meternur auf den Inseln Borneo und Sumatra, man weiss nur wenig über sie
8.Luchs1,20 Metergrößte Katze Deutschlands
7.Schneeleopard1,30 Meterlebt in den Hochgebirgen Asiens
6.Gepard1,50 Meterschnellstes Landtier
5.Leopard1,85 Metergrösste freilebende Katze Europas
4.Jaguar1,90 Meterbis zu 150 Kilo Maximalgewicht
3.Puma1,95 Meterzählt biologisch zu den Kleinkatzen (wie die Hauskatze)
2.Löwe2,10 + 0,95 Schwanzbis zu 250 Kilo Gewicht
1.Tiger>2,10 + 1,10 Schwanznur Siberische Tiger werden so gross
a. K.Liger2,50„künstlich“ vom Menschen gezüchtet, kommt nicht vor in freier Wildbahn

Mehr Wissenwertes und Fotos der grössten Raubkatzen der Erde, den Liger (der keine Katzenart ist) und die grösste Urzeit-Katze aller Zeiten nach der Anzeige:

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Die grössten Katzen Deutschlands

Neben den Hauskatzen und den Katzen in Zoos und Tierparks gibt es in Deutschland zwei freilebende Katzenarten. Beide waren schon im Spätmittelalter durch intensive Jagd und Abholzung der Wälder beinahe ausgestorben. Bei beiden Arten haben sich die Bestände wieder erholt:

ein komisches Wildkatzen-Pärchen – Foto: Tambako The Jaguar

Mit einer Körperlänge von der Nasenspitze bis zum Po von bis zu 65 Zentimetern und einem Schwanz von 30 Zentimetern ist die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) ungefähr so gross wie die Hauskatze (Durchschnittlich 50 Zentimeter Kopf-Rumpf-Länge). Sie wirkt aber wegen dem prächtigen und langen Fell und dem muskulösen Körper deutlicher bulliger.

In größeren zusammenhängenden Waldgebieten in Deutschland gibt es wieder Wildkatzen, bevorzugt im süd- und mitteldeutschen Laub- und Mischwäldern, aber es wurden auch schon erste Exemplare in der Lüneburger Heide gesichtet. Ihre Zahl wird auf über 5000 geschätzt, allerdings wird man sie kaum zu Gesicht bekommen, da sie extrem menschenscheu sind.

Wie die Hauskatze jagt die Wildkatze Mäuse, Ratten und kleine Vögel.

Der listige Luchs lauert lautlos – Foto: Tambako The Jaguar

Ein ganz anderes Kaliber ist der Luchs. Die größten Männchen (die wie bei allen Katzenarten deutlich grösser sind als die Weibchen) haben eine Kopf-Rumpf-Länge von 1,20 Metern, einer Schulterhöhe von 70 Zentimetern und einem maximales Kampfgewicht von 40 Kilo. Damit ist der Luchs die größte Katzenart Deutschlands und weltweit gesehen kommt damit er auf den beachtlichen 8. Platz der größten Katzen.

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Luchs in Europa beinahe ausgestorben, nur in abgelegen Gebirgstälern der Karpaten, der Alpen und der Pyrenäen gab es noch einige Luchse. Inzwischen dank erfolgreicher Wiederansiedlungsprogramme zählt der WWF etwa 135 freilebende Luchse in Deutschland, Tendenz steigend. Sie leben im Bayrischen Wald, im Harz und im Pfälzer Wald. Auch in der Schweiz gibt es eine kleine Population. In Österreich nur in den Grenzgebieten mit hauptsächlich aus der Schweiz und Deutschland herübergewanderten Tieren.

Die Luchse sind wie (fast) alle Katzenarten einzelgängerisch veranlagt. Das Streifgebiet (Revier) eines Männchens kann bis zu 1000 Quadratmeter betragen. In erster Linie jagen Luchse Kaninchen, Hasen und Ente. Aber auch der eine oder andere Rothirsch kann zur Beute des Luchses werden.

Die schnellste Katze (Platz 6 der grössten Katzenarten)

Gepard im lockeren Trab – Foto: Ray in Manila

Mit einer Kopf-Rumpflänge von bis zu 1,50 Meter (plus 70 Zentimeter Schwanzlänge) nicht die größte, aber die schnellste Katze (und sogar das schnellste Landtier überhaupt) ist der Gepard.

Schon äußerlich ist sein schlanker Körper (Maximalgewicht 60 Kilo) ganz auf Geschwindigkeit getrimmt. Dazu kommen breite Nasenlöcher und eine überproportional grosse Lunge, um mehr Luft und damit Sauerstoff in den Körper zu pumpen. Dank dieser Features erreicht der Gepard im Sprint eine Geschwindigkeit von knapp 100 Km/h , kann diesen High-Speed aber wie ein Tesla nur für wenige Sekunden halten

Geparde leben heutzutage fast nur in der Savannlandschaft des südlichen Afrikas, rund 100 freilebende Gepard gibt es noch im Iran.

Die Mittelklasse (Platz 5 bis 3)

Puma – die grösste „Kleinkatze“ und die grösste Raubkatze der USA – Foto: Nick Jewell

Verblüffenderweise zählt der Puma biologisch zu den Kleinkatzen (wie auch unsere Hauskatze). Dabei ist er mit einer Länge von 1,95 Meter von der Nasenspitze bis zur Schwanzwurzel und einer Schulterhöhe von 90 Zentimetern sogar ein Stückchen grösser als die zu den Großkatzen zählenden Jaguare und Leoparden.

Pumas jagen kleinere Tiere (Mäuse, Ratten, Erdhörnchen, Skunks), aber auch kapitale Hirsche und Rentiere.

ein weiblicher Schwarzer Jaguar – Foto: Tambako The Jaguar

Die richtig großen männlichen Jaguare (Kopf-Rumpf-Länge 1,90 Meter und Schulterhöhe 80 Zentimeter), welche ausschließlich in Süd- und Mittelamerika ihren Lebensraum haben, übertrumpfen allerdings mit ihren Gewicht von 150 Kilo und mehr den Puma und den Leoparden. Diese bringen maximal 100 Kilo auf die Waage.

Der Jaguar hat eine extrem ausgeprägte Kiefermuskulatur und kann kraftvoll zubeißen. Nicht selten tötet er seine Beute, indem er mit seinen langen Eckzähnen durch die Schädeldecke beisst.

Europas einzige Grosskatze, der Leopard springt gerne auf Bäume – Foto: Tambako The Jaguar

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 1,85 Meter ist der Leopard die größte Raubkatze Europas. Denn im Kaukasus, ganz am südöstlichen Rand von Europa an der Grenze zu Asien, drehen streifen freilebende Leoparde durch ihr 100 Quadratkilometer grosses Revier.

Die weitaus meisten Leoparden leben hingegen im südlichen Afrika und in den tropischen Regenwäldern Asiens.

Sowohl bei den Leoparden als auch beim Jaguar kommt es nicht selten zu einer Schwarzfärbung des Fells (Melanie). Diese Tiere werden dann umgangssprachlich Schwarze Panther bezeichnet

2. Die zweitgrösste Katzenart

Ein melancholisch dreinblickender Löwe – Foto: Tambako The Jaguar

Wie auch der Jaguar und der Leopard zählt der Löwe zu den Grosskatzen. Allerdings setzt er sich von diesen Grössenmässig noch ab: Denn ein mächtiger männlicher Löwe misst von der Nasenspitze bis zur Schwanzwurzel fast 2,10 Meter (nach einigen Quellen sogar bis 2,30 Meter, aber das scheint übertrieben). Dazu kommt der Schwanz mit einer Länge von 95 Zentimetern. Die Schulterhöhe ist 110 Zentimeter und höher. Das Maximalgewicht beträgt stolze 250 Kilo.

Der Löwe ist eine außergewöhnliche Katzenart:

  • männliche Löwen tragen eine auffallende Mähne (je mehr Testosteron, desto üppiger die Mähne)
  • während Katzen sonst Einzelgängerisch veranlagt sind, leben und jagen Löwen sozial in Rudeln mit bis zu 30 Tieren
  • Löwen sind nicht so reinlich wie anderer Katzen, nur grob wird das Fell vom Blut der Beutetiere gereinigt

Löwen brauchen 5-7 Kilo Fleisch pro Tag, können aber wenn sie ausgehungert sind, bis zu 30 Kilo auf einmal fressen.

1. Die grösste noch lebende Katzenart

ein junger Siberischer Tiger im Schnee – Foto: Tambako The Jaguar

Mit den Unterarten Königstiger und Siberischer Tiger erobert der Tiger knapp den Thron. Diese Raubkatzen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 2,10 Metern dazu kommt der Schwanz mit 1,10 Metern. Ihr Maximalgewicht liegt bei gut 300 Kilo. Einzelne Exemplare des Sibirischen Tigers können eventuell noch etwas grösser und schwerer werden.

Sibirische Tiger benötigen, auch wegen den erhöhten Energieverbrauch durch die eisige Kälte, 10 Kilo Fleisch am Tag. Seine bevorzugte Beute sind Hirsche und Wildschweine, aber selbst Bären attackiert er.

Spielt in einer anderen Liga

Der Liger Hercules

Mit einer Körperlänge von 3,60 Meter (wovon der Schwanz allerdings mehr einen Meter ausmacht) und dem unglaublichen Gewicht von 418 Kilo ist der Liger die grösste Katze – aber nicht die grösste Katzenart. Selbst weibliche Liger mit einer Gesamtlänge von 3,05 Meter (inklusive Schwanz) und einem Gewicht von 320 Kilo sind annähernd so gross wie sonst nur die größten männlichen Löwen und Tiger

Warum ist der Liger keine eigene Katzenart?

Das Wort Liger setzt sich zusammen aus Löwe und Tiger. Es ist also eine Kreuzung zwischen männlichem Löwen und weiblichem Tiger. Allerdings ist der männliche Liger unfruchtbar (er kann zwar den sexuellen Akt vollziehen, aber es kommt zu keiner Schwangerschaft, da das Spermium und die Eizelle nicht ganz kompatibel zueinander sind)

Liger können sich also nicht fortpflanzen und stellen daher nach Definition der Biologen keine Tierart dar.

Sie leben auschliesslich in Zoos, da sich in der Natur die Verbreitungsgebiete von Tigern und Löwen kaum überlappen (selbst wenn, würden sie wahrscheinlich ihren Artgenossen den Vorzug geben)

Ein weiterer Hybrid der Litigon (Kreuzung aus männlichem Löwe und weiblicher Tigon (welche wiederum eine Kreuzung aus männlichem Tiger und weiblicher Löwin ist)) kann ähnliche Masse wie der Liger erreichen.

Heutzutage werden solche Kreuzungen, die als Publikumsattraktionen dienen und die wie gesagt in der Natur nicht vorkommen, eher kritisch gesehen

Die grösste Urzeit-Katze

Smilodon-Skelett

Der Anblick des Smilodons (zu deutsch auch Säbelzahntiger) mit seinen 28 Zentimetern langen und messerscharfen Eckzähnen liess seiner Beute das Blut in den Adern gefrieren. Aber wie gross war diese urzeitliche Raubkatze im Vergleich zu den heutigen Katzen?

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Forscher hatte die grösste Art Smilodon populator (populator bedeutet auf Deutsch Zerstörer) ein Gewicht von 300 bis 400 Kilo bei einer Schulterhöhe von 1,20 Metern.

Grössenmässig dürften sie demnach zwischen den heutigen grössten Löwen und Tiger und dem Liger liegen.

Der Säbelzahntiger hatte im Vergleich zu den heutigen grössten Katzen kurze Beine, aber extrem muskulöse Schultern und Nacken. Und dann diese Zähne…

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