Die Top 10 der wichtigsten germanischen Götter

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10. Hel, die Herrin der Unterwelt

Gemälde germanische Göttin Hel
Die jugendliche Hel mit ihren Geschwistern

Herkunft: Hel ist die Tochter des Loki mit seiner Geliebten, der Riesin Angrboda. Ihre Geschwister sind die Midgardschlange und der Fenriswolf (dem noch eine wichtige Rolle in der Top 10 der wichtigsten germanischen Götter zukommt)

Darstellung: Hel wird manchmal zu einer Hälfte mit normaler Haut und die andere Hälfte blau-schwarz verdorrt beschrieben. Auf  einigen neueren Darstellungen wird sie sehr hässlich-gruselig wie eine Hexe gezeigt. Dabei hatte sie auch eine gerechte Seite: Nur die schlechten Menschen müssten in Helheim, der germanischen Unterwelt, Qualen leiden. Für die Guten gab es durchaus gemütliche Eckchen, wo man es aushalten konnte. Helheim ist also nicht mit der christlichen Hölle zu vergleichen, denn nach Helheim kommt jeder, der nicht im Kampf umkommt, sondern den Strohtod stirbt.

Begleittier / Zubehör: Ihr Haustier ist der Höllenhund Garm. Ihre Diener sind die Magd Ganglot und der Knecht Ganglat. Hel ist mit dem Messer Sultr bewaffnet. Sie wohnt im Haus Eljudnir (Elend) mit der Türschwelle Fallandaforad (Gefahr). Sie speist am Tisch Hungr (Hunger). Sie schläft im Bett Kor (Sarg), hinter dem Vorhang Blikjandabol (Unheil).

Verbannung der Hel Hel wuchs in Asgard auf. Die anderen Götter töteten die Midgardschlange und fesselten den Fenriswolf. Danach verbannten sie die grosse Schwester Hel, da sie ihre Rache fürchteten. Daraufhin gründete Hel unter den Wurzeln des Weltenbaums Yggdrasil das Totenreich.

9. Heimdall, der Wächter der Götter

Gemälde Heimdall mit Horn Regenbogen
Heimdall bewacht die Regenbogenbrücke

Herkunft: Heimdall wurde am Rande der Welt von neun verschwisterten Riesinnen geboren. Ihre Namen sind: Gelf, Greif, Eistla, Urgeba, Wolfrun, Angeia, Sind, Atla und Eisensaxa. Heimdall wird zum Göttergeschlecht der Asen gezählt

Beschreibung: Heimdall ist stark, nicht zuletzt durch einen Stärketrunk aus Erde, Meerwasser und Schweineblut. Er kann die Wolle von Schafen wachsen hören und bei Nacht ebenso gut sehen wie bei Tag. Er benötigt wenig Schlaf  und er gilt als ernsthafter und weiser Gott. All diese Eigenschaften machen ihn zum perfekten Wächter.

Aufgabe: Heimdall bewacht die Regenbogenbrücke Bifröst, die das Reich der Menschen mit dem Reich der Götter verbindet.

Begleittier / Zubehör: Sein Reittier ist das Pferd Gulltopp mit der goldenen Mähne. Zur Ragnarök wird er das Gjallarhorn blasen und es wird in allen neun Welten zu hören sein.

7. und 8. Soli und Manni

Mond und Sonne als germanische Götter
Mani und Sol fahren

Die extrem gut aussehenden Geschwister Sol und Mani werden zu den Asen gerechnet, obwohl ihr Vater ein Riese ist: Mundilfari, der Beweger der Weltachse.

Als er seine Tochter Sol nach der Sonne und seinen Sohn Manni nach dem Mond benannte, erzürnte die Götter dies. Daher verdammten sie Sol auf ewig mit ihren Wagen über den Himmel zu fahren und die Sonne zu transportieren. Ihr Bruder Manni fährt mit seinem Wagen den Mond spazieren.

Sol und Manni werden unerbittlich von den Wölfen Skoll und Hati verfolgt, daher können die Geschwister nie anhalten oder ihre Fahrt verlangsamen. Zur Ragarnök haben die Wölfe sie eingeholt und verschlingen Sol und Manni.

Zubehör: Die Reittiere der Sol sind die Pferde Arvakr und Alsvidr. Der Schild Swalin schützt sie vor der Glut der Sonne.

Die Tage Sonntag und Montag sind nach dem Mond und der Sonne benannt

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6. Loki, der Gott des Feuers

spöttischer Gott mit Umhang

Loki ist der Sohn von zwei Riesen, er wohnt zwar bei den Göttern in Asgard, wird aber nicht den Asen zugerechnet (obwohl es in manchen Quellen sogar heißt, dass Loki der Blutsbruder des Hauptgottes Wotan ist).

Auch sonst ist Loki die mit Abstand zwiespältigste Gestalt im Götteruniversum der Germanen. Loki hilft den Göttern zwar manchmal, aber dann wiederum spielt er ihnen üble Streiche und macht sich hinter vorgehaltener Hand über sie lustig.

Nachdem Loki Högard, den blinden Sohn Wotans durch einen Trick dazu gebracht hat seinen eigenen Bruder Balder zu töten, sind die Götter voller Zorn und binden Loki mit den Gedärmen seines eigenes Sohns an einen Felsen. Über ihn befestigten sie eine Giftschlange. Lokis Gattin Sjgyn hält allerdings weiter zu ihm und fängt das Gift mit einer Schale auf. Jedesmal wenn sie die Schale leert, ergießen sich ein paar Tropfen auf Loki und er bäumt sich auf vor Schmerz.

Zu Ragarnök kann Loki sich befreien. Zusammen mit den Riesen kämpft er gegen die Götter.

Die Germanen beteten nicht zu Loki. Kein Tempel wurde zu seinen Ehren gebaut, kein Kind wurde nach ihm benannt, kein Wochentag trägt seinen Namen. Die unzähligen Verse und Lieder, die über Loki und seine Geschichte berichten, zeugen dennoch von seiner Wichtigkeit. Daher wird Loki, der Gott des Feuers auf den 6. Platz der wichtigsten Götter der Germanen eingestuft.

5. Tyr, der Gott des Krieges und der Gerechtigkeit

Zeichnung Kriegergott mit Schwert

Status: Tyr ist der Kriegsgott und der Gott der Gerechtigkeit. Er gilt als Schutzherr für die Things der Germanen. Er gehört dem Geschlecht der Wanen an.

Die rechte Hand wurde ihm von Fenriswolf abgebissen: Mit der unzerstörbaren Fessel Gleipnir (Verschlinger) wollten die Götter ihn an einen Fels binden. Der Wolf erklärte sich bereit sich Gleipnir anlegen zu lassen, wenn einer der Götter seine rechte Hand als Pfand in sein Maul legen würden. Niemand wollte so recht, bis auf den tapferen Tyr. Als der Wolf merkte, dass er sich nicht losreißen konnte und sich die Fessel mit jeder seiner Bewegungen enger um den Hals legte, biss er zu. Tyr fehlte nun eine Hand, aber der Fenriswolf war gebändigt.

Bedeutung: Ursprünglich war Tyr der Hauptgott der Germanen. Ihm wurden Menschen- und Tieropfer gebracht. Aber dann löste ihn Wotan/Odin, angefeuert von dem sich ausbreitenden Wotans-Kult, als Herrscher-Gott ab. Auch wenn der Dienstag (besser noch zu erkennen am englischen Tuesday) zu Ehren des Tyrs benannt ist, kann der Gott wegen dem Bedeutungsverlust nur den 5 Platz der wichtigsten germanischen Götter für sich erobern.

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4. Frigg, die germanische Göttin des Heims und der Mutterschaft

Göttin am Webstuhl
Frigg webt

Familie: Frigg (von den kontinental-germanischen Stämmen Frija genannt) ist die treusorgende Gattin des Hauptgottes Wotan. Mit ihm hat sie vier Söhne und die Walküren als Töchter.

Verwechslung: Während die Nordgermanen zwischen Freya (Göttin der Liebe) und Frigg (Göttin der Ehe; Gattin des Odin) unterschieden, scheint für die germanischen Stämme auf dem Kontinent Freya ein eher unbekannte Göttin gewesen zu sein. Die besonderen Eigenschaften der Freya (Schönheit, Sexappeal, Fruchtbarkeit) schrieben sie daher auch Frija zu. Durch die Ähnlichkeit zwischen ihren südgermanischen Namen Frija und Freya kommt es zusätzlich zu Konfusion, die bis heute anhält.

Tätigkeit: Frigg sitzt in Asgard in ihrem Fensal (Sumpfpalast) und webt. Ihre Weberzeugnisse sind für die Menschen in Midgard als Wolken zu sehen.

Bedeutung: Auch wenn Frigg als Ehefrau des Hauptgottes eine wichtige Rolle zukommt und sie von den Germanen verehrt wurde, wird sie in den Versen der Edda nicht so häufig erwähnt (die umtriebige Freya fanden die Dichter wahrscheinlich spannender.) Immerhin ist der Freitag nach ihr benannt (nach einigen Quellen ist er allerdings nach Freya bennant).

Alles in allem hat es Frigg auf den 4. Platz der wichtigsten Götter der Germanen in der Top 10 Liste der unbedeutenden Seite Topmania gebracht. Doch im Herzen ihres Mannes Wodan wird sie immer die Erste sein.

3. Freya, die Göttin der Liebe und der Schönheit

laszive nackte Göttin regelt sich

Familie: Ihr Vater ist der Meergott Njörd und ihre Mutter die Riesin Skadi. Sie ist vom Göttergeschlecht der Wanen.

Beschreibung: Freya ist eine wilde Göttin, promiskuitiv und triebhaft. Sie steht für Schönheit, Fruchtbarkeit, Sex aber auch für Gold, Krieg und Zauberkunst. Und Freya steht für die Liebe, wie folgende Sage aus der Edda zeigt: Als ihr Gatte sie für eine lange Reise verlässt, erträgt Freya dies nicht und sie weint goldene Tränen, die als Bernstein zur Erde fallen.

Begleittiere: Freya hat zwei Bergkatzen, die ihr auch als Zugtiere für ihren Wagen dienen. Zudem besitzt sie den Eber Hilisvini, auf dem sie reitet.

Ausrüstung: Mit dem Falkengewand kann Freya fliegen. Für den Brisingenschmuck, den Freya in vielen Darstellungen um den Hals trägt und der sie so schön und strahlend macht, musste sie einen Preis zahlen: Mit jedem der 4 Zwerge, die das Teil geschmiedet haben, verbrachte sie eine „romantische Nacht“

Bekanntheit: Zwar scheinen die südlichen Germanenstämme Freya nicht gekannt haben, bzw sie haben Frigg und Freya als eine Göttin angebetet. In den Versen der Edda aber wird Freya als die berühmteste Göttin bezeichnet. Zudem gehen viele Ortsnamen in Skandinavien auf ihren Namen zurück. Dies zeigt, dass sie verehrt wurde und ihr Name Glück bringt. Alles in allem hat Freya, die Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit, es auf den dritten Platz der wichtigsten germanischen Götter geschafft.

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2. Thor, der Gott des Wetters

germanischer Gott Thor schön blond

Thor (bei den kontinentalgermanischen Stämmen Donnar genannt) ist der Sohn des Hauptgottes Wotan. Seine Mutter ist allerdings nicht Frigg, sondern die Riesin Jörd (Erde). Thor gehört zu den wichtigsten Göttern des Geschlechts der Asen.

Thor ist der Wettergott und der Gott der Seefahrt. In den alten Quellen wird er als mächtiger, furchtloser, manchmal übermütiger Gott beschreiben. Noch furchterregender wirkt er wenn er sich den Kraftgürtel Megingjarder (Kraft +100%) umzieht, seine Eisenhandschuhe anzieht und seinen Hammer Mjölnir gegen die Feinde schleudert. Blitz und Donner verkünden den Menschen in Midgard vom dem gewaltigen Kampf.

Thor bzw Donnar war der Publikumsliebling bei den Germanen (vergleichbar mit Ganesha bei den wichtigsten indischen Göttern). Thor wurde vom hohen Norden bis in den tiefsten Süden des germanischen Gebietes verehrt. Unzählige Tempel, Runen und Ortsnamen tragen seinen Namen. Bis heute ist Thor nicht nur in Skandinavien ein Name, nachdem Kinder benannt werden. Der Donnerstag wurde ihm zu Ehren benannt. Auch in den Sagen der Edda wird Thor als zweitmächtigster Gott bezeichnet.

Aus diesen Gründen hat sich Thor den zweiten Platz in der Liste der wichtigsten germanischen Götter redlich verdient.

Odin, der Gott der Weisheit

mächtiger Gott auf Steinthron

Odin (südgermanisch Wodan) ist der Stammvater der Asen und der unangefochtene Hauptgott der Germanen. Sein Vater ist Börr, ein Wesen, das bereits vor der Weltschöpfung existierte. Seine Mutter ist die Riesin Bestla.

Darstellung: Odin wird gar nicht als brutaler Krieger beschrieben, sondern als ein weiser Gott, der viel durch die Welt wandert um neues Wissen zu sammeln. Bei seinen Wanderungen trägt einen langen blauen Mantel und einen Schlapphut. Er ist auch listig und beherrscht die Zauberkunst. Odin fehlt ein Auge, auf manchen Abbildungen ist es das rechte, auf anderen das linke. Odin ist ein „Frauentyp“ und die Liste seiner Geliebten und der Söhne und Töchter ist lang.

Odins fehlendes Auge: Als Odin aus der Quelle der Weisheit unter den Wurzeln des Yggdrasil-Baumes trinken will, erlaubt ihm Mimir, der Hüter der Quelle, ihm dies nur, wenn er ein Auge als Pfand hinterlegt.

Begleittiere und Zubehör: Odin reitet auf dem achtbeinigen Ross Sleipnir. Auf seinen Schultern sitzen die Raben Hugin und Munin, die ihm stets den neusten Tratsch erzählen. Mit den Wölfen Geri und Freki geht er auf die Jagd. Nach einem Schluck des köstlichen Sklaldenmets beginnt Odin zu dichten und zu singen. Als Waffe hat er den Speer Ghugnir.

Odins (Wodans) Tag ist der Mittwoch (niederländisch: woensdag). Im Deutschen wurde der Name im Zuge der Christianisierung auf das neutrale Mittwoch geändert

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Ein paar kurze Wörter über die Germanen: Bekanntlich gab es kein Land oder keine Nation namens Germanien, sondern verschiedene germanische Stämme wuselten auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands (bei der Grenzziehung beide Augen zugedrückt) und Skandinavien herum.

Man unterscheidet grob zwischen den kontinentalgermanischen Stämmen auf heutigem deutschen Gebiet und den nordgermanischen Stämmen in Skandinavien.

Gemeinsam war die Sprache, zumindest könnte man sich verständigen und auch die Lebensweise: die meisten Germanen arbeiteten hauptberuflich als Bauern und Viehzüchtern. In den kleinen Dörflis mit bis zu 200 Einwohnern gab es aber auch Zimmerer und Tischler etc

Gemeinsam war ihnen grundsätzlich auch der Glaube an ihre Götter, auch wenn es da Unterschiede zu verzeichnen gab: Manche Götter hatten verschiedene Namen (der germanische Hauptgott z.B. hieß Wodan bei den kontinentalgermanischen Stämmen, während die Nordgermanen Odin anbeteten), von anderen wichtige Götter wie Hel oder Freya gibt es hauptsächlich Überlieferungen von den Nordgermanen, während sie bei den südgermanischen Stämmen eher unbedeutend gewesen zu sein schienen.

Durch die Edda ist die Sichtweise der Nordgermanen auf die germanischen Götter etwas überrepräsentiert, da die Südgermanen kein vergleichbares schriftliches Zeugnis auf die Beine brachten. Dennoch bemüht sich Topmania in der Top 10 Der wichtigsten Götter der Germanen sowohl die nordgermanischen als auch die südgermanischen Einflüsse zu berücksichtigen.

Einige Grundlagen der germanischen Mythologie:

Der Weltenbaum Yggdrasil symbolisiert den ganzen Kosmos. In Midgard ungefähr in der Mitte des Baumes wohnen die Menschen. Das Reich der Menschen ist mit der Regenbogenbrücke mit Asgard, dem Reich der Götter (genauer gesagt der Asen) verbunden, das weiter oben liegt.

In Asgard haben die Götter aus dem Geschlecht der Asen ihre prächtigen Paläste. Hervorzuheben ist hier das Familienoberhaupt Odin mit Gattin Frigg an seiner Seite und ihren Söhnen und Töchtern (den Walküren). Mit der Riesin Jörd hat Odin zudem noch einen weiteren Sohn, der einen wichtigen germanischen Gott darstellt: Thor oder Donnar.

Riesen und Götter: Zu Beginn waren die Götter der Germanen eng mit den Riesen verbunden. Einige der wichtigsten germanischen Götter hatten mindestens einen Riesen als Elternteil. Oft heirateten die Götter auch eine Riesin und zeugten mit ihr Götterkinder. Das alles änderte sich zur Ragnarök: In diesem Endkampf gehen die Götter und die Riesen mit aller Gewalt aufeinander los und machen Platz für eine andere (bessere?) Welt.

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