Die Top 10 der größten Hauptstädte der Welt

Nicht selten sind die Hauptstädte eines Landes auch die größten und bedeutendsten Metropolen. Auch in Deutschland ist das so, wo Berlin als Hauptstadt zugleich die mit Abstand größte Stadt ist. Allerdings hat es Berlin nicht ganz in die Top-Liste der größten Hauptstädte der Welt geschafft. Denn viele Hauptstädte in Europa, aber auch in Asien und Afrika schlagen unsere bei weitem, zumindest was die Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte angeht.

Diese Tatsache wird einem bewusst, wenn man sich die Top 10 der größten Hauptstädte der Welt anguckt:

 

 

10. London – die Hauptstadt des vereinigten Königreiches

London Innenstadt

London – Foto: barnyz

London ist nicht nur die englische Hauptstadt, sondern auch die mit Abstand größte Stadt der Insel. In den 33 Bezirken von Greater London leben fast 8,7 Millionen Menschen. Die Bevölkerungsdichte ist mit 5,518 Einwohnern pro Quadratkilometer deutlich höher als in Berlin. London gilt noch vor Paris und Bangkok als die meistbesuchte Stadt weltweit.

Geschichte: Londinium wurde von den Römern um Jahr 47 n. Chr. gegründet. Ab dem 2. Jahrhundert war sie die Hauptstadt der römischen Provinz Britannia superior. Mit dem Abzug der Römer um 400 n. Chr. wurde die Stadt geplündert und verfiel. Im frühen Mittelalter begann der Wiederaufbau und mit der Eroberung Englands durch die Normannen wurde London wieder Hauptstadt. Ab dem 16. Jahrhundert begann der Aufstieg zu einer absoluten Welt-Metropole. Diesen Status hat sich London bis heute bewahrt.

 

9. Kairo – ägyptische Hauptstadt

Kairo Smog Pyramiden

Kairo – Foto: Dafne Cholet

Nach der neuesten Zählung hat Kairo eine Einwohnerzahl von knapp 9,5 Millionen. Das sind sogar etwas weniger Einwohner als in den Jahren zuvor, vielleicht ist dieser leichte Rückgang mit der instabilen politischen Situation zu erklären. Dennoch zieht Kairo mit dieser Zahl ungefährdet in die Top 10 Liste der größten Hauptstädte ein. Kairo ist zudem die größte Stadt der arabischen Welt und zählt neben Lagos zur größten Stadt in Afrika. Der Metropolregion Kairo mit diversen Satellitenstädten erreicht sogar eine Einwohnerzahl von über 20 Millionen.

Geschichte:

  • auf dem Gebiet des heutigen Kairo befand sich bereits eine römische Siedlung und Festung mit dem Namen Babylon
  • der Feldherr Dschauhar as-Siqillī gründete Kairo im Jahre 969
  • die von ihm erbaute Moschee ist bis heute die Hautpmoschee von Kairo

Besonderheiten:

  • die gesamte Altstadt von Kairo ist als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt
  • viele hunderttausende Wohnungen in der Region Kairo stehen trotz Platzmangel leer, da sie zu heruntergekommen sind, um sie zu bewohnen
  • Die Pyramiden von Gizeh befinden sich nur 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt

 

8. Jakarta – Hauptstadt der Republik Indonesien

grössten Hauptstädte

Jakarta – Foto: Yasunari Goto

Jakarta ist die Hauptstadt der Republik Indonesien. Mit ihren über 9,6 Millionen Einwohnern im „Hauptstadtdistrikt“ ist sie zugleich die größte Stadt Südostasiens. In der Metropolregion Jakarta leben über 30 Millionen Menschen. Damit ist diese – nach Tokio – der zweitgrößte Ballungsraum der Welt. Auch die Bevölkerungsdichte ist enorm: 14.500 Einwohner / km² in der eigentlichen Hauptstadt und immerhin noch über 4000 Einwohner / km² in der riesigen Metropolregion.

Geschichte: Ende des 15. Jahrhunderts existierte eine Vorgängerstadt mit den Namen Sunda Kelapa. Sie war der wichtigste Hafen des Hindu-Reiches Pajajaran, geschützt war sie durch ein Fort der Portugiesen. Im Jahr 1527 erobert Prinz Fatahillah die Stadt und benannte sie um in Jayakarta (deutsch: Großer Sieg). Rund 100 Jahre später wurde sie von den Niederländern erobert und in Batavia umbenannt. Nach einer kurzen Besatzungszeit durch die Japaner während des zweiten Weltkrieges, ist die Stadt seit 1950 unter dem Namen Jakarta Hauptstadt von Indonesien.

Besonderheiten:

  • Jakarta ist in die fünf Verwaltungseinheiten Nord-, Süd-, Ost-, West-, und Zentral-Jakarta unterteilt, jeder dieser Einheiten hat einen eigenen Bürgermeister
  • die Verwaltungseinheiten untergliedern sich weiter in Distrikte, Gemeinde, Wohnviertel und Nachbarschaften
  • Jakarta wächst derzeit mit den Nachbarstädten in der Metropolregion zu einer neuen Megacity namens Jabodetabek zusammen

 

7. Seoul – Hauptstadt von Südkorea

Seoul die größten Haupstädte

Seoul – Hauptstadt Südkoreas – Foto: travel oriented

Die „Besondere Stadt Seoul“ hat fast genau 10 Millionen Einwohner bei einer hohen Bevölkerungsdichte von 16.456 Einwohner je Quadratkilometer. Die Metropolregion Sudogwon mit Seoul im Zentrum gilt mit über 25 Millionen gar als einer der größten und wirtschaftsstärksten Ballungsräume der Welt. Damit schafft Seoul es auf den 8. Platz der größten Hauptstädte.

Geschichte: Bereits um die Zeitenwende war Seoul die Hauptstadt des historischen Königreichs Baekje, das im Südwesten der koreanischen Halbinsel lag. Danach war Seoul Hauptstadt der Reiche Joseon und Groß-Korea. 1945 wurde Seoul zur Hauptstadt Südkoreas erklärt.

Besonderheiten:

  • Seoul liegt nur 56 Kilometer zur Grenze von Nordkorea entfernt
  • Bis 1972 war Seoul laut der Verfassung von Nordkorea  auch die rechtmäßige nordkoreanische Hauptstadt
  • In Seoul leben rund 100.000 Ausländer, was ungefähr 1 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht (im Vergleich: Frankfurt am Main mit über 25% Ausländeranteil)

 

6. Paris – französische Hauptstadt

Paris groß viele Häuser

Paris – Foto: Joe Parks

In den 20 Arrondissements der „Altstadt“ von Paris leben etwa 2,2 Millionen Menschen. Die geographischen Grenzen dieses Gebiets sind allerdings seit 1860 unverändert, Paris ist aber seit dieser Zeit längst über diese historischen Stadtgrenzen hinausgewachsen, daher wurde für diese Liste die Unité urbaine de Paris gewählt. Denn dieses Gebiet enthält den gesamten städtischen Ballungsraum von Paris. Dort leben insgesamt 10 601 122 Einwohner auf einer Fläche von 2 845 Quadratkilometer (Bevölkerungsdichte 3700). Damit ist Paris die siebtgrößte Hauptstadt der Welt.

Geschichte: Der Ursprung von Paris bestand aus einer keltischen Siedlung namens Lutetia. Diese existierte bereits seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. In der Römerzeit wurde Lutetia ausgebaut und war eine wichtige Provinzstadt. Seit dem Jahr 508 war Paris Hauptstadt des Merowingerreiches und danach die Hauptstadt von Frankreich. Auch wenn die französischen Könige ab dem späten 17. Jahrhundert in Versailles residierten, blieb das Paris das politische Zentrum. Im Jahr der Revolution 1789 wurde Paris die Hauptstadt der französischen Republik. Heute ist der Ballungsraum Paris das absolute wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum Frankreichs und eines der wichtigsten Städte der westlichen Welt.

 

5. Malina – Hauptstadt der Philippinen

Manila eng bebaut Hafen Kirche

Manila – Hauptstadt der Phillipinen – Foto: travel oriented

Während die Altstadt von Manila knapp 2 Millionen Einwohner hat, lebten in Metro Manila im Jahr 2015 12,877,253 Menschen und das auf einer Fläche kleiner als Hamburg. Diese Zahlen führen zu einer Bevölkerungsdichte von  21.000 Menschen auf einem Quadratkilometer und bringen Manila auf den 6. Platz der größten Hauptstädte der Welt. Knapp 13 Prozent aller Einwohner der Philippinen leben in Manila, aber fast 40 Prozent des BIP werden dort erwirtschaftet. Dadurch ist Manila einer der wohlhabendsten Regionen im Südosten von Asien.

Besonderheiten:

  • in Manila herrscht tropisches Klima, es wird so gut wie nie kühler als 20 Grad, aber auch selten heißer als 38 Grad
  • der Fluss Pasig in Manila zählt wegen der Einleitung großer Mengen Industrie- und Haushaltsmüll zu den am meisten verschmutzten Gewässern weltweit
  • Über 80 Prozent der Einwohner sind Katholiken

 

4. russische Hauptstadt Moskau

Panoramablick Moskau

russische Hauptstadt Moskau – Foto: Khuroshvili Ilya

Die russische Hauptstadt Moskau ist mit über 13 Millionen Einwohnern auf dem 5. Platz der größten Hauptstädte der Welt und zugleich die größte europäische Stadt. Die Bevölkerungsdichte beträgt dabei etwa 4600 Einwohner pro Quadratkilometer. Moskau umfasst eine Fläche von 2511 Quadratkilometern (Saarland: 2.568,69), wobei über ein Drittel dieser Fläche aus Grünanlagen besteht. Die Stadtgrenzen von Moskau sind weitgehend deckungsgleich mit dem MKAD (der äußerer Autobahnring rund um Moskau).

Geschichte:  Als Gründungsjahr gilt 1147, auch wenn Spuren auf eine über 5000 Jahre andauernde menschliche Besiedlung dieses Gebiets hinweisen. 1156 entstand die erste Version des Kreml, damals noch aus Holz. Zur Hauptstadt des russischen Reiches wurde Moskau im Jahr 1480. Ab dieser Zeit begann auch ein starkes Wachstum der Bevölkerung und Wirtschaft. Durch eine Entscheidung von Peter dem Großen verlor Moskau für über 100 Jahre das Privileg der Hauptstadt an St. Petersburg. Mit der Gründung der Sowjetunion war der Kreml aber ab 1918 wieder der Sitz der Regierung. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieb Moskau die Hauptstadt von Russland.

 

3. Tokio- Hauptstadt von Japan

Tokio in der dämmerung

Japans Hauptstadt Tokio – Foto: tokyoform

Offiziell existiert die Stadt Tokio als Verwaltungseinheit mit festen Grenzen nicht mehr, daher gibt es auch keinen Bürgermeister von Tokio oder eine Stadtregierung im eigentlichen Sinne. Für die Top 10-Liste wurde daher die Präfektur Tokio gewählt, sie umfasst die 23 Bezirke der „Altstadt von Tokio“ und die direkt angrenzenden Ballungsgebiete im Westen. Sie hat 13.634.685 Einwohnern auf 2.187,50 Quadratkilometer und damit eine Bevölkerungsdichte von 6233 Einwohnern pro km². Mit dieser Einwohnerzahl ist Tokio auf den 4. Platz der größten Hauptstädte der Welt. Die gesamte Metropolregion Tokio, zu der noch weitere Ballungsgebiete rund um Tokio gezählt werden, gilt mit knapp 40 Millionen Einwohnern sogar als die größte der Welt.

Geschichte: Unter dem Namen Edo gab es Tokio schon seit der Steinzeit, damals noch ein kleiner Fischerort. Seit 1603 war Edo Hauptstadt des Shogunats. Ab dem Jahr 1863 wurde Edo Hauptstadt des japanischen Kaisereichs, zu dieser Zeit folgte auch die Umbenennung in Tokio.

Besonderheiten:

  • Auf dem Stadtgebiet gibt es 100 Parks und über 50.000 Restaurants
  • Tokio ist einer der teuersten Städte weltweit
  • Über 80 Prozenten aller Fahrten in der Stadt finden mit der S- oder U-Bahn statt

 

2. Dhaka – Hauptstadt von Bangladesch

Dhaka

Dhaka – Hauptstadt von Bangladeschs – Foto: ASaber91

Hauptstadt: In der City Corporation Dhaka (dem Ballungsraum von Dhaka) lebten laut der Zählung von 2011 14,543,124 Menschen auf einer Fläche von 306.38 Quadratkilometern (flächenmässig kleiner als Bremen mit 404 Quadratkilometern) Daraus ergibt sich die sehr hohe Bevölkerungsdichte von 23.010 Einwohnern pro Quadratkilometer. Damit ist die bangladeschische Hauptstadt eines der am dichtesten bewohnten Gebiete der Erde.

Geschichte: Die Ursprünge der Stadt Dhaka reichen zurück bis ins Jahr 1000. Ab 1765 war Bangladesch mit Dhaka Teil von Britisch-Indien. Nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft 1947 gehörte Bangladesch zunächst zu Pakistan. In einem blutigen Unabhängigkeitskrieg löste sich 1971 Bangladesch von Pakistan mit der bedeutendsten Metropole Dhaka als Hauptstadt.

Besonderheiten:

  • Obwohl der Verdienst in Dhaka deutlich höher ist, als im ländlichen Teil von Bangladesch, leben 30-40 Prozent der Einwohner in Slums
  • Wie andere der größten Hauptstädte der Welt hat Dhaka keine zentrale Stadt-Regierung. Die Stadt ist administrativ in die Dhaka North City Corporation und in die Dhaka South City Corporation geteilt
  • die Stadt wächst ungebremst weiter und hat mittlerweile wahrscheinlich über 16 Millionen Einwohner

 

1. Indiens Haupstadt Delhi

Delhi im Smog

indische Hauptstadt Neu-Delhi – Foto: Jean-Etienne Minh-Duy Poirrier

Strenggenommen ist Neu-Delhi mit seinen  300.000 Einwohnern die Hauptstadt Indiens, aber bei Neu-Delhi handelt es sich um einen Stadtteil der National Capital Territory of Delhi (Hauptstadtterritorium Delhi). Auf einer Fläche von 1.483 Quadratkilometern lebten dort bei der letzten Volkszählung 16.787.941 Menschen. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 11.320 Einwohnern pro Quadratkilometer (im Vergleich Berlin: 3.900). Damit ist Delhi die zweitgrößte Metropole Indiens und hat es auf den 1. Platz der größten Hauptstädte der Welt geschafft.

Geschichte: Neu-Delhi wurde 1911 von der englischen Kolonial-Regierung erbaut, um Kalkutta als indische Hauptstadt abzulösen. Vom unabhängigen Indien wurde Neu-Delhi als Hauptstadt beibehalten.

Besonderheiten:

  • Delhi hat eine extrem hohe Feinstaubbelastung
  • zwischen 10-20 Prozent der Einwohner leben in Slums, was ein guter Wert für eine indische Stadt ist
  • Delhi hat keine zentrale Stadtregierung, sondern wird von 5 unabhängigen Bezirksverwaltungen regiert

 

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.